Angriff der "Schwarzrussen" auf Lettland
Gerhard Piper
17. Oktober 2026
In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2026 drangen drei bewaffnete Angehörige der pro-russischen Vigilantengruppe "Schwarzerussen" auf das Territorium des NATO-Staates Lettland vor und führten Sabotageaktionen durch, Kein Abgreifer konnte gefangengenommen werden. Die NATO hat den Angriff auf ihr Bündnisgebiet bisher weitgehend ignoriert.
Die Ereignisse vom 5. Oktober
Seit Jahren versuchen die russischen bzw. belarussischen Geheimdienste die NATO-Staaten in Osteuropa zu destabilisieren. Zu den angewendeten Methoden zählt u. a. die illegale Einschleusung von Migranten über die Grenzzäune bzw. durch Fluchttunnel. So sollen die Sozialsysteme in den NATO-Staaten ausgetrocknet werden und die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Einwanderungsbehörden und linksgerichteten "Flüchtlingshelfern" angefacht werden. Im Jahr 2025 konnten 5.388 Personen an einem illegalen Grenzübertritt gehindert werden, im laufenden Jahr 2026 waren es bereits fast 12.000 Personen.. Um den Flüchtlingsstrom zu stoppen haben die lettischen Streitkräfte am 11. August 2026 die "Operācijas VILKATIS” (dt.: Operation WERWOLF) initiiert. Beteiligt sich die Nationalen Streitkräfte (Nacionālie bruņotie spēki - NBS), der Grenzschutz (Valsts robežsardze) und die Staatspolizei (Valsts policija).
Außerdem hat man die Grenzanlagen entlang der400 km langen Grenze zu Russland und Belarus im Laufe der letzten Jahren im Rahmen des Projektes "Baltic Defence Line" verstärkt und u. a. über 1.000 Bunker errichtet.
In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober unternahmen die russischen bzw. belarussischen "Sicherheitsbehörden" einen erneuten Versuch, mindestens zwanzig Migranten beim Grenzort Kaplava von Belarus nach Lettland auszuschleusen. Für die Organisierung der Aktion wurde die Vigilantengruppe "Chornyye rusy" (dt.: "Schwarzrussen") eingesetzt. Der "Fluchtversuch" konnte durch die lettischen Streitrkräfte verhindert werden. Allerdings drangen drei Aktivisten der "Schwarzrussen" Stunden später erneut bei Matuļiški auf lettisches Territorium vor. Sie beschädigten einen Stromverteilerkasten und stahlen zwei Überwachungskameras der Grenzanlagen. Die Saboteure konnten sich nach Belarus absetzen, bevor die alarmierten lettischen Sicherheitsbehörden vor Ort eintrafen. Gleichzeitig fanden in Belarus Militärmanöver statt.
Was über die Ereignisse vom 5. Oktober bekannt wurde, wurde von den Angreifern selbst bestätigt.. Zwei Tage nach ihrer Aktion berichteten sie:
"Die „Schwarzen Russen“ bestätigen offiziell ihre Beteiligung an den Ereignissen an der lettisch-belarussischen Grenze in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2026. Aktivisten unserer Organisation überquerten zweimal die Grenze zu Lettland im Bezirk Kaplava (Region Krāslava), gerieten in eine Konfrontation mit lettischem Militär, entwendeten Überwachungskameras und beschädigten Ausrüstung, woraufhin sie das Territorium des unfreundlichen Staates unbemerkt wieder verließen. Unsere Feinde sind sich ihrer Stärke sicher, doch selbst solch scheinbar unbedeutende Zwischenfälle offenbaren die tatsächliche Lage. Die NATO und der Westen sind schwach und haben dem Bündnis zwischen Russland und Belarus nichts entgegenzusetzen. Der Sieg wird unser sein!" (1)
Die Aktion sei nur ein "Testlauf" gewesen, weitere Attacken würden folgen. Der lettische Staatssicherheitsdienst "Valsts drošības dienests" (VDD) hat die Ermittlungen übernommen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko behauptete hingegen: "Mit mir wurden solche Dinge nicht abgestimmt. Das bedeutet, dass sie auch nicht stattgefunden haben.. Das weiß ich genau."
Eine Woche später präserntierte der NATO-Oberbefehlshaber U.S.-General Alexus
Grynkewich auf einer Konfenz in Warschau seine "theory of victory": "block, blunt, break" (dt: "blockieren, abschwächen, zerschlagen").. "Wir werden einen Angriff sofort und entschieden abwehren und zerschlagen," erklärte der SACEUR. Doch davon war in Kaplava nichts zu spüren.
Die "Schwarzrussen"
Über die Vigilantengruppe "Chornyye rusy" (lettische Bez.: "Melnie rusi") ist bisher wenig bekannt. Immerhin haben sie ein Wappen, das einen stilisierten Adler zeigt, und eine Webseite: https:/t.me/chernye.rusy/
In einer Erklärung vom 28. September 2026 heißt es:
"Die ersten Freiwilligen der „Schwarzen Rusen“ absolvieren bereits eine taktische Ausbildung unter der Leitung von Ausbildern, die über echte Kampferfahrung verfügen. Wir gehen von der Theorie zur Praxis über – zum Aufbau einer gut ausgebildeten Reserve, die in der Lage ist, unser gemeinsames Vaterland zu verteidigen: Praktische Ausbildung: Training von Einsätzen in kleinen Gruppen in bewaldetem Gelände sowie Abwehr von Drohnenangriffen Erklärung unter den Bedingungen moderner Gefechtsführung. (...) Ein Volk. Ein Ziel. Ein unteilbarer Staat." (2)
Vermutlich handelt es sich um eine Frontorganisation des russischen Militärgeheimdienstes Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije (GRU) mit seinen Sondereinheiten 29155, 75127 und 92154 SENESCH unter dem Kommando von Oberst Denis Alexandrowitsch Smoljaninow. Eine Untergruppierug der Gruppa Wagnera, die seit August 2021 in der Zentralafrikanischen Republik tätig war, hatte sich bereit s als "Schwarzrussen". bezeichnet. Im Jahr 2022 beteiligten sich mindestens hundert dieser Söldner an den Kämpfen um den ukrainischen Grenzort Bakhmut.
Quellen:
(1) https:/t.me/chernye.rusy/36
(2) https:/t.me/chernye.rusy/21