Militärforschung
  US Invasionsdrohung gegen Kuba
 

Kuba – U.S.-Flottenaufmarsch

Gerhard Piper

5. Juni 2026

Die U.S. Intervention in Venezuela „endete“ ohne dass das Drogenkartell „Tren de Aragua“ gestürzt wurde. Die U.S. Intervention im Iran dauert noch an, ohne das bisher das Mullah-Regime gestürzt wurde. Dieser Krieg wurde nicht beendet, er ist nur irgendwie eingeschlafen, zumal U.S. Oberbefehlshaber Trump seine taktischen Lagebeurteilungen schneller wechselt, als seine U.S. Soldaten ihre Unterhosen. Während der erste und der zweite Trumpkrieg noch nicht beendet wurden, träumt der U.S. Präsident schon von einem dritten Krieg. Hauptsache es macht piff, paff, puff. Diesmal steht Kuba auf der Zielliste. Die sozialistische Inselrepublik hat quasi keine Zukunftsperspektiven mehr. Unter diesen Umständen verliert Fidels Spruch „patria o muerte“ vom 5. März 1960 seinen Sinn.

U.S. Sanktionspolitik

Für die Wirtschaftslage in Kuba ist in erster Linie die Regierung in Havanna verantwortlich. Allerdings ist schon bedenklich dass die U.S. Regierung seit der „Revolution“ von 1959 an ihrer Embargopolitik gegenüber der Inselrepublik festhält. Es ist nicht nur so, dass die USA Sanktionen gegen Kuba verhängt hätten, was gemäß ihrer nationalen Souveränität ihr „gutes“ Rechts ist, sondern sie spielen sich zugleich als Weltpolizist auf, der auf die nationale Selbstbestimmung anderer Staaten scheißt. So unterzeichnete U.S. Präsident Donald Trump am 30. Januar 2026 ein Präsidialdekret, mit dem Zölle auf alle Waren aus Ländern erhoben werden, die Öl nach Kuba verkaufen oder liefern. Manche Leute haben halt einen viel zu kleinen Kopf für einen viel zu großen Dachschaden.

Seit Jahresbeginn hat die U.S. Regierung ein Paket aus mehr als 240 Sanktionen geschnürt. So erließ sie am 1. Mai die Executive Order 14404 (EO 14404). Zahlreiche Ministerien, Behörden und Einzelpersonen befinden sich auf der U.S.-Sanktionsliste, so das Verteidigungsministerium „Ministerio de las Fuerzas Revolutionarias“ (MINFAR) in Havanna (Independence Avenue), das Innenministerium (MININT), das Militärunternehmen „Grupo de Adminstración Empresarial de las Fuerzas Armadas S. A.“ (GAESA) und die „Comités de Defensa de la Revolución“ (CDR). (1)

Heute wird Kuba von einer Militärmafia regiert, da GAESA rund die Hälfte der Wirtschaft kontrolliert (Einzelhandel, Bauwesen, Lagerhaltung, Tankstellen, Banken, Tourismus, Im- und Export). Zum GAESA-Konzern gehört z. B. das Tourismusunternehmen „Grupo de Turismo Gaviota S.A.“, das von Brigadegeneral Luis Pérez Róspide geleitet wird.

Die verschiedenen Sanktionen haben kumulative Effekte, so können 20.000 Tonnen Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, die die UNO als Hilfslieferung in den Häfen Mariel und Santiago de Cuba eingelagert hat, aufgrund des Treibstoffmangels kaum verteilt werden. Die deutsche Reederei „Hapag-Lloyd“ hat beschlossen, keine neuen Frachtaufträge mit Ziel Kuba mehr anzunehmen. (2)

U.S. Brinkmanship

Trump nannte die Zuckerinsel eine “bankrupt nation” und kündigte an, dass er die Macht in La Havanna übernehmen werde. So erklärte er bereits im Januar 2026: „Kuba ist als Nächstes dran.“ (3) Wiederholt drohte Trump mit einer „Übernahme“ Kubas, was immer dies bedeuten soll. So erklärte er Mitte März 2026, dass er „die Ehre haben werde“, Kuba „in irgendeiner Form zu übernehmen oder zu befreien“. Er könne mit dem Land machen, was er wolle, behauptete Trump. (4)

Ende Mai 2026 berichteten die Medien, die Einsatzplanung und der Truppenaufmarsch für einen U.S. Angriff auf Kuba seien abgeschlossen, es fehle nur noch der Angriffsbefehl des U.S. Oberbefehlshaber Präsident Donald John Trump, um die autoritäre Regierung von Staatspräsident Miguel Mario Díaz-Canel Bermúdez (Amtsantritt: 10. Oktober 2019), das greise kommunistische Regime und den mafiösen Castro-Clan zu stürzen – 67 Jahre nach der „sozialistischen Revolution“ und 35 Jahre nach der Implosion der Sowjetunion.

Der Exil-Kubaner und amtierende U.S. Außenminister Marco Antonio Rubio bezeichnete Kuba am 27. Mai 2026 in einer Kabinettssitzung als „failed state“: “Having a failed state 90 miles from our shores is a threat to the national security of the United States.” (5) Er sehe kaum Chancen auf eine friedliche Einigung. Sollte es in Havanna aber zu einem Umdenken kommen, stehe Washington bereit. „Bis dahin werden wir tun, was nötig ist.“

Ein anonymer Mitarbeiter im Weißen Haus erklärte, das amerikanische Vorgehen entspräche einer Kombination aus maximalem wirtschaftlichem Druck, dem Vorantreiben strafrechtlicher Anklagen und der Zusammenziehung einer Militärmacht in der Karibik. Aber an eine „echte“ Invasion sei eigentlich nicht gedacht, denn dies würde einen monatelangen Einsatz mehrerer U.S. Divisionen und Geschwader erfordern. So rechnet man eher mit begrenzten Luftangriffen, die die Luftverteidigung des Landes ausschalten, oder der Gefangennahme von Mitgliedern des kubanischen Regimes. Allerdings ist unklar, wie die Amerikaner, nachdem sie die Insel über Jahrzehnte ruiniert haben, den Wiederaufbau Kubas finanzieren und bewerkstelligen wollen, um eine Massenemigration in die USA zu verhindern. (6)

Am 17. Mai 2026 verhängte die Trump-Regierung Sanktionen gegen neun Mitglieder der kubanischen Führungsriege bzw. des Auslandsnachrichtendienstes Dirección General de Inteligencia (DGI) in Havanna-Vedado, der z. Zt. von Brigadegeneral Ramón Romero Curbelo geführt wird. (7) Nicht zuletzt hat das US-Justizministerium am 20. Mai 2026 den früheren kubanischen Staatschef Raúl Modesto Castro Ruz (94 Jahre), Bruder des Ex-Tyrannen Fidel Alejandro Castro Ruz, wegen Mordes angeklagt. Grund ist der Abschuss zweier Zivilflugzeuge 337 SKYMASTER im Rahmen der OPERACIÓN ESCORPIÓN durch zwei kubanische Kampfflugzeuge (MiG-23 FLOGGER und MiG-29 FULCRUM) am 24. Februar 1996. Bei dem Abschuss kamen vier (Co-)Piloten ums Leben (Carlos Costa, Armando Alejandre Jr., Mario de la Peña und Pablo Morales). Die Zivilflugzeuge gehörten der amerikanischen, anti-castrischen Organisation „Brothers to the Rescue“ (BTTR) bzw. “Hermanos al Rescate“ in Miami (Florida). (8)

Bereits Ende Januar 2026 blockieren die USA weitgehend Ölimporte nach Kuba. Energieminister Vicente de la O Levy musste am 14. Mai bekanntgeben, die letzten von Russland gelieferten Ölreserven seien "aufgebraucht". (9) So bezieht Kuba seit Anfang 2026 kein Öl mehr aus dem Nachbarland Venezuela. Der Nachschub auf die Insel ist nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, infolgedessen verschärfte sich die humanitäre Versorgungkrise der rund 10 Millionen Inselbewohner. Es fehlt an Lebensmitteln, allen möglichen Gütern des täglichen Bedarfs, Medikamenten, Benzin, etc.. So sanken die Ölimporte um mindestens 80 bis 90 Prozent. Das Benzin ist mittlerweile zu wertvoll, um damit Müll abfahren zu wollen. So türmen sich in den Straßen der Städte die Müllberge und erhöhen die Seuchengefahr. Hinzu kommen tägliche Stromausfälle durch das marode Elektrizitätsnetz. So fällt auf mindestens 55 Prozent des kubanischen Territoriums für 20 Stunden pro Tag die Stromversorgung aus. (10) Dadurch sind die wirtschaftliche Produktion und das Transportwesen nahezu zum Erliegen gekommen.

Angesichts der Katastrophenmeldungen von der Zuckerinsel liegt auch der Tourismus weitgehend brach, da Flugzeuge für den Rückflug nicht mehr betankt werden können. Zahlreiche Hotels bzw. internationale Hotelketten (Iberostar Group, Meliá, Royalton Hotels & Resorts Ltd., etc.) mussten schließen. „Mastercard“ und „Visa“ haben am 6. Juni ihren Zahlungsverkehr mit Kuba eingestellt. (11) Die Zahl ausländischer Touristen fiel nach offiziellen Angaben von 4,7 Millionen im Jahr 2018 auf nur noch 1,9 Millionen im Jahr 2025. Immerhin hatte die Tourismusbranche im vergangenen Jahr noch 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet.

Das Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch, so wurden zwischen 2010 und 2022 laut offiziellen Angaben 63 Krankenhäuser, 37 Hausarztpraxen, 187 Einrichtungen für schwangere Frauen sowie 45 Zahnkliniken geschlossen. (12) Die noch vorhandenen Hospitäler arbeiten im „Notbetrieb“ mit oder ohne Medikamente.

Das marode Sozialsystem überlässt die Kubaner dem Hunger. So beträgt die durchschnittliche Rente der rund 1,6 Millionen Rentner 1.528 Pesos im Monat, dies entspricht auf dem Schwarzmarkt etwa 5,39 US-Dollar. (13) Davon kann man sich nicht einmal jeden Tag ein Ei gönnen, denn 30 Eiern kosten mittlerweile 2.500 bis 3.900 Pesos. Luis Martínez-Fernández, Professor für lateinamerikanische Geschichte an der University of Central Florida, kritisierte: „Heute muss man sich nur Bilder gewöhnlicher Kubaner ansehen, wie abgemagert sie sind ... Und wenn man eine Reihe der Führung sieht, haben sie alle diese dicken Bäuche.“ (14)

Wiederholt kam es – wie 2021 - zu Protesten der Zivilbevölkerung. Vereinzelt wurden Lokale Büros der Kommunistischen Partei niedergebrannt. Ziel der U.S. Regierung ist es, den Zusammenbruch des kubanischen Regimes durch Sanktionen zu beschleunigen. Die Rede ist hier vom „accelerationism“. In Washington rechnet man mit einem völligen Zusammenbruch des Regimes bis zum Sommer, der am 21. Juni beginnt und am 23. September endet. (15)

Kubas UN-Botschafter Francisco Pichón warnte deshalb zuletzt vor einer sich verschärfenden „humanitären Notlage“. Mit Beginn der Hurrikan-Saison drohe dem Land ein „explosiver Cocktail“ aus Energiekrise, Versorgungsmangel und wirtschaftlichem Niedergang.

Prof. Dr. (em.) Richard E. Feinberg, Lateinamerika-Experte und von 1993 bis 1996 früheres Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats unter Bill Clinton, kritisierte die Provokationspolitik der amtierenden Trump-Regierung:

„Ich würde sagen, sie haben die Grundlage gelegt – im Sinne eines PR-Rollouts ... das lässt es so aussehen, als ob es irgendeinen Höhepunkt geben wird. (…) Der Sommer steht bevor, es ist sehr heiß in Kuba, also kann man sich leicht ein Szenario mit groß angelegten Demonstrationen vorstellen. (…) Wenn sie sehen, dass die Lage außer Kontrolle gerät, kann man sich Blutvergießen vorstellen. Man kann sich auch eine Massenmigration verzweifelter Kubaner vorstellen ... beides würde Druck auf das Weiße Haus ausüben oder einen Vorwand liefern, damit das Weiße Haus wirklich loslegt. (…)

Was diese Regierung wahrscheinlich will, ist sicherlich eine Entschädigung für [US-]Besitz, der zur Zeit der [kubanischen] Revolution enteignet wurde, aber auch die Privatisierung von Vermögenswerten. Hotels, Strandabschnitte, Bergbauanlagen.“ (16)

Und John Robert Bolton, Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater (Amtszeit: 9. April 2018 bis zu seinem Rücktritt am 10. September 2019), erklärte, er sei „sehr besorgt, dass es keinen großen Plan für Kuba gibt – sie scheinen hier den Venezuela-Plan zu verwenden“.

Unklar ist, wen die U.S. Regierung in Havanna als Regierung einsetzen will, denn eine politische Opposition konnte sich auf Kuba nie entwickeln.

Außerdem ermitteln die U.S.-Behörden seit Mai gegen 145 pro-kubanische Solidaritätsorganisationen in den USA: „Tricontinental“, „CodePink“, „People's Forum“, etc.. (17) In mehreren Staaten Südamerikas kam und kommt es wiederholt zu anti-amerikanischen Solidaritätsdemonstrationen mit dem kubanischen Volk.

„Gespräche“ auf höchster Ebene

Am 14. oder 15. Mai reiste der amtierende CIA-Chef John Lee Ratcliffe nach Kuba. Hier traf er mit Brigadegeneral Curbelo, Raúl Guillermo Rodríguez Castro und Innenminister Lázaro Alberto Álvarez Casas zusammen. Er erklärte gegenüber seinem kubanischen Kompagnon, dass Washington nicht mehr lange auf Ergebnisse warten werde. Die USA wollten einen möglichst friedlichen „regime change“, um möglichst billig einen „Sieg“ zu erringen.

Auf Ratcliffe folgte am 29. Mai 2026 General Francis L. Donovan, Kommandeur des U.S. Southern Command (SOUTHCOM), der mit dem kubanischen Generalstabschef Generalleutnant Sotolongo am Grenzzaun der U.S.-Militärbasis Guantánamo zusammentraf. In einem Kommuniqué des SOUTHCOM hieß es, beide Seiten sprachen „on operational security matters“. Außerdem ging es bzgl. der U.S. Millitärbasis in Guantánamo um ein “perimeter security assessment of the naval base and discussed force protection, safety of service members and their families, and operational readiness”. (18) Im März 2026 hatte Donovan vor dem US-Kongress erklärt, das US-Militär könne in dem früheren Sonderstraflager für Al-Qaeda-Terroristen ein Flüchtlingslager errichten, sollte es zu einer massiven Migrationswelle aus Kuba kommen (19)

Flottenaufmarsch

Der U.S.-Flottenaufmarsch umfasst gegenwärtig folgende Schiffseinheiten:

- CVN-68 USS NIMITZ: Der Flugzeugträger NIMITZ traf am 20. Mai 2026 in der Karibik ein. (20) Offiziell nimmt er an dem Marinemanöver „SOUTHERN SEAS" teil. Er ist das Typschiff der gleichnamigen Trägerklasse. An Bord der NIMITZ befindet sich das Trägergeschwader Carrier Air Wing 17 (CAW 17) mit neun Fliegerstaffeln. Zum Fluggerätbestand gehören insgesamt 70 Maschinen.

Das CAW 17 gliedert sich z. Zt. in folgende Staffeln:
- Strike Fighter Squadron 22 (VFA-22 “Fighting Redcocks”) mit F/A-18F SUPER HORNET
- Strike Fighter Squadron 94 (VFA-94 “Fighting Redcocks”) mit F/A-18F SUPER HORNET
- Strike Fighter Squadron 137 (VFA-137 “Mighty Shrikes”) mit F/A-18F SUPER HORNET
- Strike Fighter Squadron 146 (VFA-146 “Kestrels”) mit F/A-18E SUPER HORNET
- Electronic Attack Squadron 139 (VAQ-139 “Cougars”) mit EA-18G GROWLERS
- Airborne Command & Control Squadron 121 (VAW-121 “Bluetails”) mit E-2D HAWKEYE
- Fleet Logistics Support Squadron 40 (VRC-40) mit C-2A GREYHOUNDS
- Helicopter Sea Combat Squadron 6 (HSC-6 “Indians”) mit MH-60S SEA HAWK
- Helicopter Maritime Strike Squadron 73 (HSM-73 “BattleCats”) mit MH-60R SEA HAWK (21)

Der Träger wird begleitet durch die Carrier Strike Group 11 (CSG 11) mit Heimathafen NAS Lemoore (Kalifornien).

- LHD-3 USS KEARSARGE: Das Ampibienschiff schippert z. Zt. vor der Küste Virginias. Es gehört zur Wasp-Klasse. Als „Gator Freighter“ kann das Schiff wie ein Flugzeugträger Kampfflugzeuge F-35B LIGHTNING II, Senkrechtstarter AV-8B HARRIER, Kampfhubschrauber AH-1Z VIPER und Transporthubschrauber CH-53 SUPER STALLION mitführen. Gleichzeitig besitzt es einen großen Lagerraum um drei amphibische Landungsboote, ein Luftkissen-Fahrzeug (Landing Craft Air Cushions - LCAC), zwei Landing Craft Units (LCU) und 39 Amphibious Assault Vehicles (AAV) aufzunehmen. So beherbergt das Schiff bis zu 2.500 Marineinfanteristen. Nicht zuletzt kann es als Lazarettschiff dienen für mehrere hundert Kriegsverletzte.

- DDG-101 USS GRIDLEY: Zu den Geleitschiffen im Trägerverband der NIMITZ gehört der Lenkwaffenzerstörer USS GRIDLEY der Arleigh-Burke-Klasse (Flight III) mit seinen Marschflugkörpern TOMAHAWK.

- T-AO 201 USNS PATUXENT: Ebenfalls zum Trägerverband der NIMITZ gehört das Tankschiff USNS PATUXENT der Henry J. Kaiser-Klasse. Es kann bis zu 180.000 Barrell Öl mitführen.

- CG-70 USS LAKE ERIE: Auch die USS LAKE ERIE, ein Kreuzer der Ticonderoga-Klasse mit dem AEGIS-System, soll noch in der Karibik unterwegs sein. (22)

- LCS-15 USS BILLINGS: Auch das Küstenschutzschiff USS BILLINGS der Freedom-Klasse soll in der Karibik unterwegs sein. Zur seiner Bewaffnung gehören u. a. Raketen vom Typ RIM-116 RAM, 57-mm-Geschütze Mk-110, Torpedos Mk50 und zwei Bordhubschrauber MH-60R/S.

Nach einem monatelangen Einsatz in der Karibik mussten die Amphibienschiffe LHD-7 USS IWO JIMA und LPD-28 USS FORT LAUDERDALE Anfang Juni 2026 abgezogen werden. Sie liefen ihren Heimathafen an, damit die Schiffsbesatzungen ihren Heimaturlaub antreten und die Schiffe gewartet werden können.

Hinzu kommen die zahlreichen amerikanischen Kampfflugzeuge, die in Florida und auf Puerto Rico disloziert sind. (23) Seit dem 4. Februar sind mehrere Aufklärungsflugzeuge vor der kubanischen Küste im Einsatz, darunter U-2 DRAGON LADY, E-3 SENTRY, E-8 JOINT STARS, mindestens fünf P-8A POSEIDON und RC-135V RIVET JOINT. Hinzu kommen Aufklärungsdrohnen der Typen MQ-4C TRITON (mind. 3 Exemplare) und RQ-4 GLOBAL HAWK sowie Kampfdrohnen MQ-9 REAPER. (24) Die U.S. Army verstärkte ihre Einheiten am Golf von Mexiko.

Seit der Kubakrise im Oktober 1962  entwickelte das Pentagon während des Kalten Krieges mehrere Operationspläne für eine Invasion Kubas, die in den Schuladen bereitlagen: OPLAN 312 (Airstrikes & "Fast Application"), OPLAN 314 („Standard Invasion“) und OPLAN 316 („Quick Reaction“ Plan). Diese sahen verschiedene Szenarien für Luftangriffe und Invasionen vor; das Einsatzspektrum reichte von schnellen Truppenverlegungen bis hin zu umfassenden Amphibienoperationen. So sah OPLAN 312 u. a. Angriffe gegen Flugabwehrraketenstellungen (Codename: FULL HOUSE) und Fernmeldeeinrichtungen (SHOE BLACK) vor.

Kubanische „Volksverteidigung“

Der kubanische Staatspräsident Díaz-Canel verwehrt sich gegen die „agresividad y perversión del gobierno yanqui“, was man nicht übersetzen muss, um es zu verstehen. (25) Seine Zentralbank (BCC) kritisiert die amerikanische „estrategia de asfixia" (dt.: „Erstickungsstrategie“).

Die kubanische Militärführung wehrt sich gegen den „plan intervencionista estadounidense“. Als kubanischer Verteidigungsminister amtiert seit dem 15. April 2021 General Álvaro López Miera, der mittlerweile 82 Jahre alt ist; Chef des Generalstabs der Fuerzas Armadas Revolucionarias (FAR) ist Generalleutnant Roberto Legrá Sotolongo (Amtsantritt: 19. April 2021). Die Militärführung reagierte auf die neuen U.S. Drohungen angeblich durch den Erwerb von rund 300 Angriffsdrohnen, was ihr von der U.S. Regierung gleich angekreidet wurde. Die Kubaner könnten damit Guantánamo, Key West und andere Ziele in Florida erreichen und seien so eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. (26)

Gegen einen entsprechenden U.S.-Geheimdienstbericht verwahrte sich U.S. Senator Ruben Gallego (Demokrat, Arizona): „Kein Land würde in der aktuellen wirtschaftlichen und militärischen Lage, in der sich Kuba befindet, jemals einen Präventivschlag gegen eine Supermacht wie die USA führen.“ (27) Provokationen von interessierter Seite sind nicht ausgeschlossen: Am 25. Februar 2026 teilte die kubanische Küstenwache in Havanna mit, man habe ein privates, amerikanisches Schnellboot beschossen. Bei dem Zwischenfall starben vier Bootsinsassen (Roberto Álvarez Ávila, Michel Ortega Casanova, Héctor Cruz Correa und Conrado Galindo Sariol), sechs weitere Personen wurden verwundet. Unter den Todesopfern war auch ein U.S. Staatsbürger, ein weiterer Amerikaner wurde verwundet. Ein Bootsinsasse wurde identifiziert als Amijail Sánchez González, Leiter einer exil-kubanischen Militantenorganisation namens „Auto Defensa del Pueblo“ (ADP). Er und weitere Personen (Leordan Enrique Cruz Gómez, Conrado Galindo Sariol, José Manuel Rodríguez Castelló, Cristian Ernesto Acosta Guevara und Roberto Azcorra Consuegra) wurden festgenommen. (28)

Bleibt die Frage, wie sich Russland im Falle einer U.S. Intervention verhalten wird, da die USA und die UdSSR nach der sowjetischen Operation ANADYR am 28. Oktober 1962 ein informelles Geheimabkommen abschlossen, dass eine U.S. Intervention auf Kuba dauerhaft verbietet.

Die Militärführung in Havanna kündigte derweil an, man werde die Pläne zur „Volksverteidigung“ umsetzen und gegebenenfalls einen „guerra de todo el pueblo" beginnen. So gab der kubanische Zivilschutz kürzlich eine Anweisung (9 Seiten) heraus, wonach die Bevölkerung Rucksäcke mit einer „Grundausstattung“ („artículos básicos“) aus Lebensmitteln und Medikamenten für den Eventualfall packen sollte. (29) Wie, womit und wozu? Venceremos?

Quellen:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/GAESA

(2) https://amerika21.de/2026/06/285892/un-kritik-usa-zu-kubablockade

(3) https://www.fr.de/politik/was-trump-wirklich-von-kuba-will-und-wie-er-
es-erreichen-will-zr-94335091.html

(4) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-droht-mit-uebernahme
-kubas-100.html

(5) https://www.politico.com/news/2026/05/27/cuba-us-military-attack-00938740

(6) https://www.fr.de/politik/was-trump-wirklich-von-kuba-will-und-wie-er-
es-erreichen-will-zr-94335091.html

(7) https://eltoque.com/jefe-de-la-inteligencia-cubana-se-reunio-con-director-de-la-cia

(8) https://de.wikipedia.org/wiki/Brothers_to_the_Rescue

(9) https://www.n-tv.de/politik/US-Senator-Propaganda-um-Argumente-
fuer-Invasion-zu-liefern-id30830097.html

(10) https://en.cibercuba.com/noticias/2026-05-28-u1-e135253-s27061-
nid330543-regimen-cubano-acusa-eeuu-querer-intimidar-al-pueblo

(11) https://www.spiegel.de/ausland/visa-und-mastercard-stoppen-zahlungen
-auf-kuba-a-0f7e1d58-2548-4d8e-a8ec-65a6f445d399

(12) https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/
content/die-vergessene-krise-in-kuba

(13) https://www.kas.de/de/web/auslandsinformationen/artikel/detail/-/
content/die-vergessene-krise-in-kuba

(14) https://www.fr.de/politik/was-trump-wirklich-von-kuba-will-und-
wie-er-es-erreichen-will-zr-94335091.html

(15) https://en.cibercuba.com/noticias/2026-05-31-u1-e43231-s27061-
nid330767-cubano-eeuu-exige-trump-acabe-intervenir-isla

(16) https://www.fr.de/politik/was-trump-wirklich-von-kuba-will-und-
wie-er-es-erreichen-will-zr-94335091.html

(17) https://amerika21.de/2026/06/285729/us-repression-gegen-kuba-soli

(18) https://x.com/Southcom/status/2060472965658230998/photo/1

(19) https://amerika21.de/2026/06/285832/militaertreffen-usa-cuba

(20) https://www.n-tv.de/politik/Bereitet-Pentagon-Angriff-auf-Kuba-
vor-id30865516.html

(21) https://www.airpac.navy.mil/Organization/Carrier-Air-Wing-CVW-17/Squadrons/

(22) https://www.focus.de/politik/ausland/trump-erhoeht-den-druck-auf-
kuba-flugzeugtraeger-uss-nimitz-trifft-in-der-karibik-ein_ec33362b-ff72-
462c-95c1-9d22936860b9.html

(23) https://www.milfors.de/US_Dislozierung-Puerto-Rico.htm

(24) https://edition.cnn.com/2026/05/10/americas/us-spy-flights-cuba-latam-intl

(25) https://www.elciudadano.com/latinoamerica/la-agresividad-y-perversion-
del-gobierno-yanqui-cuba-responde-a-nuevas-sanciones-y-amenazas-de-
trump-contra-la-isla/06/05

(26) https://thelatinonewsletter.org/p/why-us-could-soon-take-military-action-in-cuba

(27) https://www.n-tv.de/politik/US-Senator-Propaganda-um-Argumente-
fuer-Invasion-zu-liefern-id30830097.html

(28) https://www.npr.org/2026/02/26/nx-s1-5726865/cuban-government-says-
4-killed-on-boat-were-trying-to-infiltrate-the-country

(29) https://www.cibercuba.com/noticias/2026-05-17-u1-e207888-s27061-
nid329505-regimen-reactiva-planes-guerra-todo-pueblo-cnn