Militärforschung
  Cyborg-Kakerlaken
 

Deutschland: Aufbau der Kakerlakenkriegsführung

Gerhard Piper

9. Januar 2026

„La cucaracha, la cucaracha,
va no puede caminar,
porque no tiene, porque le falta
marihuana que fumar.”
Mexikanisches Revolutionslied zur
Verspottung des Repressionsgenerals Victoriano Huerta

Die Bundeswehr hat z. Zt. etwas mehr als 180.000 Soldaten. Durch die aktuelle Wehrpflichtreform soll die Personalstärke auf 260.000 Mann aufgestockt werden. Darüber hinaus sollen gemäß der neuen Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie (SVI) vom 4. Dezember 2024 „innovative und leistungsfähige Rüstungsunternehmen im Land“ (so Verteidigungsminister Boris Pistorius) gefördert werden, um die Kriegsbereitschaft der Bundeswehr irgendwann wieder herzustellen. In diesem Zusammenhang plant die Bundeswehr ihre Kakerlakenkriegsführung auszubauen.

Madagaskar Fauchschaben als Kampfkakalaken

Eine neue Wunderwaffe ist entstanden. Erfunden hat sie scheinbar das Rüstungsunternehmen „SWARM Biotactics“, das erst 2024 in Kassel-Bad Wilhelmshöhe (Ludwig-Erhard-Str. 14) gegründet wurde. (1) Bei diesem Unternehmen handelt sich bisher nur um eine kleine Firma in der unübersichtlichen Start-up-Szene mit gerademal 35 Mitarbeitern: Neurobiologen, Software-Entwicklern und Robotik-Spezialisten. Gegründet wurde die Firma von Jörg Lamprecht und Leonard Moritz Strube. Lamprecht phantasiert von einer „neuen Ära der lebenden Maschinen“. Geleitet wird Ihr Unternehmen derzeit durch Stefan Wilhelm als Geschäftsführer, dem früheren Chef von „Bell Laboratories“ in Kalifornien. Sponsoren haben bisher 13 Millionen Euro in das Unternehmen investiert.

Aber das wichtigste Personal im Unternehmen sind tausende Madagaskar-Fauchschaben (Gromphadorhina portentosa). Sie werden vier bis neun Zentimeter groß und sind damit wesentlich länger als die gemeine „Deutsche Küchenschabe“ (Blattella germanica) mit nur 1,5 cm. In Zukunft sollen auch Totenkopfschaben (Blaberus craniifer) mit einer Körperlänge von 5 bis 6 cm eingestellt werden, die aus der Karibik stammen.

Die Kampfkakerlaken sind in der Haltung günstig, benötigen wenig Raum und sind von Natur aus widerstandsfähig. So können Gewichte aushalten, die tausendfach schwerer sind als ihr eigenes Körpergewicht. Kriegsverletzungen sind kein Problem: Gehen ein oder zwei Beine verloren, wachsen sie einfach nach. Selbst wenn ihnen der Kopf abgehakt würde, könnten sie noch eine Woche weiterkämpfen. (2) Daran sollte sich so mancher Berufssoldat mal ein Beispiel nehmen. Nach etwa neun Monaten findet die Endhäutung der adulten Insekten statt. Ab dann können die Tiere ausgerüstet werden. Das sie – nach unterschiedlichen Angaben – drei bis fünf Jahre leben, wenn sie nicht vorher von einem widerlichen Kammerjäger gekillt werden, erwartet sie eine lange Einsatzdauer wie bei einem Zeitsoldaten. Die Entlohnung erfolgt ausschließlich in Naturalien. So sind die Fauchschaben Allesfresser: Gemüse, Obst, Fleisch, Blätter, Rinder. Nach dem Häuten fressen die Schaben oft ihre frühere Körperhülle. Außerdem reagieren Kakerlaken nicht ganz so sensibel auf radioaktive Strahlung von die ollen Homo Sapiens. Nicht zuletzt haben sie gegenüber ihren humanoiden Kameraden den Vorteil, dass sie sich alle sechs Monate fortpflanzen können, so dass Verluste leicht ausgeglichen werden können.

Diese niedlichen Insekten werden bei „SWARM Biotactics“ zu ferngesteuerten „Cyborg-Kakerlaken“ mit Mini-Mikrofonen und Mini-Kameras ausgerüstet und ausgebildet. Klein, lautlos, schnell und geräuschlos sollen sie den Feind angreifen. Wie Ninja-warriors dringen sie durch die kleinsten Ritzen und Spalten, erklimmen senkrechte Wände oder verstecken sich in dunklen Nestern. Krabbeln statt robben!

Dazu berichtete Jürgen Fischer in der Militärzeitschrift „Europäische Sicherheit & Technik“ im Dezember 2025 (Seite 13):

„Kakerlaken mit winzigen Backpacks bewegen sich scheinbar selbstständig von Wegpunkt zu Wegpunkt, liefern Daten und gehorchen Steuerimpulsen. (…)

Jede Kakerlake trägt einen Mini-Rucksack. Darin stecken eine kleine Batterie, ein Mikrochip, Funk- oder Infrarotmodule, Sensoren und gegebenenfalls eine Kamera. Kernstück ist die Schnittstelle zum Nervensystem des Insekts. (…) Die Rucksäcke sind vernetzt, tauschen Daten aus und übermitteln Positionen, Sensorwerte oder Videobilder. Der Schwarm kann so programmiert werden, dass er selbstständig Räume kartiert oder definierte Suchmuster abläuft. Steuerung über Joystick ist möglich, vorgesehen ist aber in erster Linie eine autonome Missionsführung: Zielkoordinaten eingeben und der Schwarm erledigt den Rest.“

Noch stehen die Kampfkakerlaken nicht auf der Einkaufsliste zur Landesverteidigung: Dabei können die kleinen, süßen Krabbler etliche Aufgaben bei Polizei, Bundeswehr, Zivilschutz oder Feuerwehr übernehmen und sind darin ihren menschlichen Kollegen überlegen. So berichtet Jürgen Fischer:

„Spezialeinheiten könnten de Insekten vor einem Zugriff durch Lüftungsschächte ins Gebäude schicken und Grundrisse, Personenzahl oder die Waffenlage erfassen. Grenzschutzbehörden sehen mit den Kakerlaken die Option, schwer kontrollierbare Abschnitte dauerhaft und kostengünstig zu überwachen. (…)

Naheliegend ist, dass gerade verdeckt operierende Einheiten besonderes Interesse zeigen dürften: militärische Spezialkräfte die Gebäude erstürmen müssen, Polizeikommandos für Anti-Terror-Lagen oder Nachrichtendienste, die unauffällig an Informationen gelangen wollen.“

So könnten „007“-Kakerlaken in gegnerische Objekte eindringen und dort ihre PHOTINT oder SIGINT-Aufklärung betreiben. Nicht zuletzt wird an die Entwicklung von Kamikaze-Kakerlaken gedacht, die mit einem kleinen Sprengstoffpaket bewaffnet werden. Immerhin können Kakerlaken – alles in allem – 20 Gramm auf ihrem Rücken transportieren.

Die „SWARM“-Strategen denken an den gleichzeitigen Einsatz von hunderttausenden oder Millionen Schaben, die wie Heuschrecken über den Gegner herfallen. Sie sollen in Koffern oder Container ins Zielgebiet gebracht und dort freigelassen werden. Die geplanten Behälter sollen für jeweils 10.000 Tiere ausgelegt werden. Deren Lager- bzw. Einsatzdauer liegt allerdings nur bei acht bis zwölf Wochen. In einem Lkw mit Führungscontainer sollen die eingehenden Kakerlakendaten und -Erkenntnisse gesammelt und ausgewertet werden.

Die Abwehr einer Kakerlakenattacke ist schwierig und erfordert Zeit. Frauen sind am ehestens geneigt, die Angreifer zu entdecken und angesichts dieses krabbelnden, unhygenischen „Ungeziefers“ Alarm zu schreien. Zur Bekämpfung stehen dann Köderdosen und Faltschachteln mit einem Lockstoff in Tablettenform zur Verfügung. Professionelle Ungezieferbekämpfer setzten auch Insektizid-Sprays mit dem hochgiftigen Aluminiumphosphid, Acetamidprid baua oder Borsäure ein.

Bis zur Einsatzreife der Hybridinsekten müssen noch einige Probleme geklärt werden. Was ist z. B., wenn tausende Kampfkakerlaken desertieren oder einen Putschversuch starten und die Bundestagstoiletten überfallen. Außerdem könnte der Feind den Kakerlakenschwarm unterwandern und mit Seuchenerregern (Escherichia coli, Mycobacterium tuberculosis, Salmonellen, Shigellen und alle möglichen Darmparasiten [Ascaris lumbricoides, Entamoeba histolytica, Trichuris trichiura, etc.]) zurückschicken. Demgegenüber gibt sich Firmenchef Stefan Wilhelm zuversichtlich. Gegenüber „ES&T“ erklärte er:

„Unsere Schwärme sind kein Ersatz für Drohnen oder Bodenroboter, sondern eine neue Klasse von Systemen: lebende, steuerbare Biobots mit Sonsorik und Edge-AI. (…)

Die Schwärme verfügen über eine mehrschichtige Kommunikationsstruktur, bei der Steuerbefehle und Sensordaten getrennt verarbeitet werden. Ein Teil der Interaktion läuft ohne Funkfrequenzen, über interne Signale oder biologische Stimuli. Klassische Störversuche greifen daher nicht. Wo Funk genutzt wird, setzen war auf militärisch erprobte Verschlüsselung und robuste Protokolle, um Abhör- und Manipulationsversuche zu verhindern. Geht eine Einheit verloren oder wird sie gestört, neutralisiert sie sich automatisch, löscht ihre Daten und trennt sich vom Verbund. So bleibt der Schwarm robust, sicher und voll kontrollierbar, selbst in hochkomplexen Einsatzumgebungen.“

Die Entwicklungsarbeiten von „SWARM Biotactics“ muten auf den ersten Blick spektakulär an, allerdings haben die Japaner schon vor Jahren mit derselben Kakerlakenart experimentiert. So ist unklar, wo das Kasseler Unternehmen tatsächlich Neuentwicklungen erreicht hat. Geschäftsführer Wilhelm erklärte dazu lediglich: „Da wir an sicherheitskritischer Technologie arbeiten, bitten wir um Verständnis, dass wir zu einzelnen operativen Details aktuell keine Auskunft geben.“ (3)

Beteiligung der Bundeswehr

Bisher züchtete die Bundesregierung Kakerlaken nur für zivile Zwecke. Im „Labor Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung“ des Bundesumweltamtes (Fachgebiet IV 1.4 des UBA) wurden Schaben und anderes Ungetier produziert und getötet, um die Wirksamkeit von marktgängigen Schädlingsbekämpfungsmittel und ihre Verträglichkeit in Übereinstimmung mit Paragraph 18 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zu testen. Der sogenannte „Schabenbunker“ mit Anzuchtanlagen und Prüflabor befindet sich z. Zt. noch in Berlin-Dahlem (Corrensplatz 1). (4) Hier ist gewissermaßen „Dschungelcamp“ das ganze Jahr.

Mittlerweile hat die Bundeswehr Interesse an der Kakerlakenkriegsführung angemeldet. So arbeitet das Start-up mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) unter der Leitung von Sven Weizenegger zusammen. Der erste Truppenversuch war bereits für Dezember 2025 auf einem Truppenübungsplatz geplant, erste potenzielle Einsatzszenarien werden entwickelt. Dazu berichtet Jürgen Fischer:

„Eine spezialisierte Bundeswehreinheit soll bereits konkrete Anwendungsbeispiele definiert haben. Details dazu werden zurückhaltend behandelt, doch es ist klar: Indoor-Mapping Tunnelaufklärung und urbane Szenarien stehen ganz oben auf der Liste.“

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 durfte das Unternehmen seine Forschungen einem internationalen Publikum präsentieren.

Angesichts der Zustände in so mancher Bw-Kantine in so mancher Alt-Kaserne könnte die Bundeswehr mittelfristig dazu übergehen, ihre sechsbeinigen Kämpfer selbst zu erzeugen.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Bundesamt für Verfassungsschutz gemeine Stubenfliegen verwanzt, um die staatsabträglichen Diskussionen innerhalb militanter Pazifizistengruppen abzuhören.

Nach dem Tierschutzgesetz ist die Entwicklung der Kampfkakerlaken „unproblematisch“, weil Kakerlaken als wirbellose Tiere nicht durch das Tierschutz- oder das Kriegsvölkerrecht geschützt sind. Somit entfallen Genehmigungsverfahren für alle Tierversuche. So besteht die Gefahr, dass Tierschützer in ein Kakerlaken-Labor eindringen, um irgendwelche Kampfkakerlaken frei zu setzen oder – schlimmer noch – die Verfügungsgewalt über die kleinen Krabbler an sich zu reißen.

Auf dem juristischen Sektor ist ebenfalls unklar, ob und in welchem Umfang man auf dem Gebiet der Cyborg-Entwicklung ökonomische Besitz- und Schutzrechte erwerben kann, da die Lebewesen selbst nach Paragraph 2a des deutschen Patentgesetzes (PatG) und dem Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ) grundsätzlich nicht patentiert werden können. (5)

Projekte in anderen Ländern

Auch andere Länder arbeiten an der Entwicklung von Kampfkakerlaken, so die USA, Japan und Singapur: In Japan wurde die Madagaskar Fauchschabe schon 2022 von Kenjiro Fukuda als Cyborg getestet. Fukuda arbeitete damals für das „RIKEN Cluster for Pioneering Research“ (CPR oder PRI) in Wako: Man setzte dem Tier Elektroden an seiner Beinmuskulatur an, die mit einem drahtlosen Steuermodul in Verbindung standen, so dass das Tier fremdgesteuert lief. Die dazu benötigte Energie lieferte ein Lithium-Polymere-Akku und eine hauchdünne Photovoltaik-Platine in einem Rucksack auf dem Rücken des Insektsr Dazu gaben die Techniker an: „Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Batterie immer aufgeladen ist – niemand möchte, dass plötzlich ein Team von Cyborg-Schaben herumläuft, das außer Kontrolle gerät.“ (6)

Weitere Forschungen fanden an der Universität in Osaka statt. Hier leiteten Mochammad Ariyanto und Keisuke Morishima von der „Graduate School of Engineering Sciences“ die Entwicklungsarbeiten. (7) Dabei arbeiteten sie mit der „Diponegoro University“ in Semarang (Indonesien) zusammen.

In Singapur entwickelte Prof. Dr. Hirotaka Sato von der „School of Mechanical and Aerospace Engineering“ der „Nanyang Technological University“ (NTU) Cyborgs aus Madagaska Fauchschaben, die mit ihren Sensoren im Zivilschutz eingesetzt werden könnten. Zur Schwarmsteuerung wurden Algorithmen entwickelt, so dass ein „Führer-Insekt“ die anderen Tiere zum Ziel leitet. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsprogramm „Moonshot“ der „Japan Science and Technology Agency“ (JST) hat man im Verlauf des Jahres 2025 die Produktion der Cyberborgs automatisiert. (8)

Nach einem schweren Erdbeben in Myanmar im März 2025 (3.000 Todesopfer) setzte die „Singapur Civil Defence Force“ (SCDF) in Zusammenarbeit mit der „Home Team Science and Technology Agency“ (HTX) zehn Cyborg-Insekten im Rahmen der Katastrophenhilfe in Myanmar ein – Operation LIONHEART. Es war der erste echte, humanitäre Einsatz der Kampfkakalaken. In der Presse hieß es zum Ausgang des Einsatzes:

„They have not found any survivors, but the cyborgs have helped the team cover ground in some of the worst-hit areas. (…) SCDF had done a sweep of part of the area with the search dogs and requested that the HTY cockroaches be used to do a deeper check under the rubble, which took them about 45 minutes.” (9)

Diese Zivilschutzvariante wird von den Laboren und Unternehmen zur Legitimierung ihrer Entwicklungsarbeiten gerne herausgestellt, schließlich ist sie gut für das Produktmarketing und schafft scheinbare Transparenz. Wahrscheinlich wird irgendwann, irgendwo, irgendeine Kakerlake tatsächlich einen verschütteten Menschen tief in einem Trümmerberg, wo Suchhunde nicht hingelangen, lokalisieren können. Aber damit die verschüttete Person keineswegs gerettet, und es ist fraglich, ob dies unter den Umständen und angesichts des Zeitdrucks überhaupt möglich ist. Hier stellt sich die Frage, ob die ganzen Entwicklungsgelder nicht besser in herkömmliche Rettungs- und Bergungstechnik hätten investiert werden sollen.

In den USA begannen Forschung und Experimente mit der Madagaskar Fauchschaube schon vor mehr als zehn Jahren an der „North Carolina State University“ in Raleigh. Die Arbeiten wurden finanziert und unterstützt von der „Defense Advanced Research Agency” (DARPA):

„Auf dem Laborfussboden war eine geschlängelte Linie eingezeichnet. Dieser Linie folgte die Versuchsschabe ganz brav, fast ohne davon abzuweichen. Nicht etwa weil sie abgerichtet war. So etwas geht mit Insekten natürlich nicht. Sondern weil das Tier gezwungen wurde, genau so zu laufen. Auf dem Rücken hatte es eine Funkeinheit, von der aus Drähte zu den Fühlern und Hinterleibsanhängen führten. In die hatte man Elektroden eingepflanzt, nachdem das Insekt durch Lagerung im Kühlschrank betäubt worden war. Kam die Schabe nun etwas vom vorgezeichneten Weg ab, erhielt sie einen leichten Stromschlag, der ihr ins Nervengewebe fuhr und sie denken liess, da sei plötzlich ein Hindernis. Was sie sofort wieder auf Linie brachte.“ (10)

Darüber hinaus führte die DARPA ähnliche Projekte durch, bei denen sie keine Kakerlaken sondern flugfähige Nashornkäfer (Oryctes nasicornis), Goliathkäfer (Goliathus) oder Zwergkäfer (Ptiliidae) testeten. Die Golitathkäfer haben bei einer Flügelspannweite von 19 cm ein Körpergewicht von 50 g, demgegenüber haben die Zwergkäfer gerademal eine Körpergröße von rund 1 mm, aber selbst diese winzigen Lebewesen wurden bereits mit Elektrotechnik aufgemotzt.

Die DARPA startete ein Projekt mit dem Titel „Hybrid Insect Micro Electromechanical Systems“. Ziel war die Entwicklung ferngesteuerter Mini-Drohnen auf Insektenbasis. Sie sollten für Spionagezwecke, aber auch im Zivilschutz eingesetzt werden. Eine der Ideen war, die Insekten bereits im Larvenstadium mit der notwendigen Technik auszurüsten, damit Technik und Lebewesen im Erwachsenenstadium völlig miteinander verwachsen waren.

Ein Teil der Arbeiten an dem Forschungsvorhaben wurde durch die „University of Michigan“ in Ann Arbor durchgeführt. Der Elektroingenieur Khalil Najafi und Dr. Ethem Erkan Aktakka haben Insekten so umgebaut, dass sie einen Teil der Körperenergie dieser kleinen Lebewesen anzapfen konnten, um irgendwann Sensoren oder Sender zu betreiben.

Bei ihrem Projekt arbeitete die U. S. Army mit dem „Israel Institute of Technology“ (Technion) in Haifa (Israel) zusammen. Hier waren die Bio-Wissenschaftler Daniel Weihs und Gal Ribak für das Projekt verantwortlich. (11)

Darüber hinaus lässt die DARPA Mini-Roboter in Insektengröße entwickeln. Zu nennen sind hier die „Robo-Bee“ an der „Harvard University“ in Cambridge oder „Dash“, eine künstliche Kakerlake, die an der „University of California“ in Berkeley entwickelt wurde. (12) Der nächste Schritt wäre die Entwicklung einer künstlichen Kakerlake, die über künstliche Intelligenz verfügt. Ein Problem der Abwehr ist, dass man eine künstliche von einer echten Kakerlake nur auf kurze Entfernung unterscheiden kann.

Wann wird die NATO eine „International Cockroach Force“ aufstellen? Da sie nicht so viel Platz braucht, könnte man sie ja gleich in der NATO-Zentrale in Brüssel dislozieren. Unter all den NATO-Offiziellen würden sich die kriegsbereiten Kakerlaken bestimmt wohl fühlen.

Im Kakerlakenrüstungswettlauf wollen die Russen nicht das Nachsehen haben. Schon vor über zehn Jahren entwickelten Alexei Belousov und Danil Alexandrovich Borchevkin vom „Physics and Technology Institute“ der „Immanuel Kant Baltic Federal University“ in Kaliningrad einen Kakerlakenroboter. Das Gerät ist ca. 10 cm lang und konnte ein Gewicht von 10 Gramm tragen. (13) Angeblich dient das Minigerät dem Katastrophenschutz, aber man vermutet, dass die russischen Geheimdienste eine andere Verwendung im Auge haben.

Es ist erstaunlich, wie weit abgebrühte Wissenschaftler und Ingenieure die technische Militarisierung schon getrieben haben, um im Namen der „nationalen Sicherheit“ ihre perversen Gelüste zu befriedigen, was sie der Menschheit dann als Wohltat verkaufen. Alles was möglich und geil ist, wird auch gemacht, und es ist immer weniger nicht unmöglich. Vieles hängt davon ab, wieviel Kohle die Regierungen zukünftig in diese Extremforschung hineinstecken wollen. Man muss sich wundern, was heutzutage möglich ist, ohne dass die ebenso saturierte wie dekadente Öffentlichkeit davon nennenswerte Kenntnis nimmt. Und die Rede ist hier nur davon, was bekannt wurde, von Geheimprojekten ganz zu schweigen.

Was wird angestrebt, dass eines Tages die „Cockroach“-Armee von „A“ gegen die „Tarakan“-Armee von „B“ kämpft? Kampfkakerlaken tragen keine Uniform und keine Rangabzeichen – wer ist „Freund“, wer ist „Feind“? Immerhin haben Kakerlaken die letzten 350 Millionen Jahre überlebt, das wird ein harter Endkampf. Jedenfalls wurde die existentiell wichtige Kakerlaken-Abwehr-Lücke in der deutschen sicherheitspolitischen Diskussion bisher vollkommen vernachlässigt. Kauft Köderdosen und Fliegenklatschen!

Quellen:

(1) https://www.swarm-biotactics.com

(2) https://cordis.europa.eu/article/id/457251-cyborg-insects-to-the-rescue/de

(3) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/start-ups/ruestung-fern
gesteuerte-kakerlaken-als-bio-roboter/100136268.html

(4) https://www.welt.de/politik/deutschland/article124456935/Schaedlinge-
Willkommen-im-ekligen-Schabenbunker-des-Bundes.html

(5) https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/saatgut-
und-biopatente/biopatente.html

(6) https://www.spiegel.de/wissenschaft/japan-forscher-entwickeln-ferngesteuerte-
schaben-cyborgs-a-2008b110-5070-4cd7-9779-731c706abc0d

(7) https://resou.osaka-u.ac.jp/en/research/2025/20250217_1

(8) https://www.ntu.edu.sg/news/detail/ai-powered-robot-assembles-search-and-
rescue-cyborg-insects

(9) https://www.straitstimes.com/singapore/spores-cyborg-cockroaches-helping-with-
search-and-rescue-efforts-in-myanmar-quake (10)

(10) https://www.obwaldnerzeitung.ch/panorama/ferngesteuerte-insekten-ld.934944

(11) https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/forscher-basteln-im-auftrag-der-
darpa-mini-cyborgs-aus-insekten-a-826389.html

(12) https://t3n.de/news/cyborg-insekten-robo-bees-darpa-bionik-roboter-1709323/

(13) https://www.themoscowtimes.com/2015/09/24/kaliningrad-engineers-create-
rescue-robot-cockroach-a49820