Militärforschung
  US-Dislozierung Puerto Rico
 

US Streitkräfte Dislozierung: Puerto Rico

4. Januar 2026

Gerhard Piper

Puerto Rico ist mit seinen 13.800 Quadratkilometern und 3,2 Millionen Einwohnern bis heute kein amerikanischer Bundesstaat, sondern nur als „Free Associated State“ (span.: Estado Libre Asociado) mit den USA verbunden. Während Puerto Rico mit seiner Nationalgarde über eine eigene Streitmacht verfügt, sind die USA gemäß dem Pariser Vertrag von 1898 zur Verteidigung Puerto Ricos im Kriegsfall verpflichtet. Einige konservative Politiker in Puerto Rico wollen aus der Insel den 51. Bundesstaat der USA machen. Sie gaben dem Druck der U.S. Regierung nach, die Insel zum unverzichtbaren Aufmarschgebiet für die Angriffe auf Venezuela zu machen.

Dauerpräsenz ab 2025

Während des Kalten Krieges unterhielten die U.S. Streitkräfte auf der Inselrepublik 25 Militärstützpunkte. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde viele Basen geschlossen und die Zahl der aktiven Stützpunkte sank auf drei. Seit dem Amtsantritt von Donald John Trump wurden alte Basen wieder in Betrieb genommen, vorhandene Stützpunkte ausgebaut. So unterhalten die U.S. Streitkräfte z. Zt. wieder 16 Militäranlagen in Puerto Rico. (1) Sie unterstanden bisher dem Northern Command (NORTHCOM). Die größeren Stützpunkte werden von den U. S. Streitkräfte und der Puerto Rico National Guard gemeinsam genutzt.

Der umfassende Truppenaufmarsch in der Karibik dient nicht nur dem bewaffneten Konflikt der USA mit Venezuela, damit zielen die USA darauf ab, ihre Militärpräsenz in der Karibik dauerhaft auszubauen, um die Inseln als militärisches Sprungbrett nach Südamerika zu nutzen. Dafür spricht der Umfang des Truppenaufmarsch, die Reaktivierung der alten Monroe-Doktrin in der aktuellen National Security Strategie (NSS), die Reorganisation der Kommandostruktur der U.S. Streitkräfte auf dem amerikanischen Kontingent durch Gründung der Western Hemishere Command (USARWHC) und das Ausmaß der Infrastrukturmaßnahmen zur Errichtung und dem Ausbau der Militärbasen.

So meinte Mark Cancian vom Center for Strategic and International Studies;

“The procurement’s length of time and the level of effort seemed to point to these operations continuing at the current level for several years. (…) That’s significant because it means that the Navy will maintain a large presence in the Caribbean that is far larger than what it has been in recent years. It further implies that the Navy will be involved in these counter-drug operations.” (2)

Eine wesentlich erhöhte Dauerpräsenz von Militäreinheiten verkürzt auf jeden Fall die Reaktions- und Mobilisierungszeiten, erhöht aber möglicherweise auch die Kriegsneigung.

Camp Santiago bei Salinas

Im Camp Santiago bzw. Campamento Santiago nördlich von Salinas hat eine Fläche von 6.500 Hektar. Hier ist die Kilo-Kompanie des Battalion Landing Team des 3rd Battalion des 6th Marine Regiment (3/6) der Marineinfanterietruppe disloziert. Die Einheit stellt das Marine Corps Attack Drone Team (MCADT) dar. Die MCADT wurde erst Anfang 2025 aufgestellt und besteht aus 14 Drohnen-Operateuren und 11 Nutzlast-Spezialisten. Die Truppe ist u. a. ausgerüstet mit Sky Dio „X-10“ FPV-Drohnen.

Außerdem ist im Camp der Surveillance and Target Acquisition Platoon der Weapons Company, Battalion Landing Team 3/6, 22nd Marine Expeditionary Unit untergebracht. Die Truppe führte kürzlich in Puerto Rico eine Luftlandeübung durch. (3)

Fort Allen bei Juana Diaz

In Fort Allen bei Juana Diaz an der Südküste, dem früheren Losey Army Airfield, sind mehrere Einheiten disloziert: die 191st Regional Support Group, die 240th Military Police Company, das 192nd Support Battalion, C Company (Med), die 105th Quartermasters Company, die 714th Quartermaster Company und die 482nd Chemical Company. (4)

Hier befindet sich seit 2007 eine Naval Radio Station des 35th Signal Battalion - Enhanced. (35th ESB-E) mit insgesamt vier Kompanien mit ca. 390 Mann. Letztere verteilen sich auf die Standorte Aguadilla, Fort Allen, Puerto Nuevo (einem Ortsteil von Vega Baja an der Nordküste) und Yauco an der Südküste.

Fort Buchanan bei Guaynabo

Das U.S. Army Garrison Fort Buchanan bei Guaynabo in der Nähe der Inselhauptstadt San Juan an der Nordküste nimmt eine Fläche von 302 Hektar ein. Es ist der einzige größere Militärstützpunkt der U.S. Army auf der Insel und dient insbesondere als Kommandoposten des U.S. Southern Command (SOUTHCOM).

Außerdem sind in Fort Buchanan u. a. das 393rd Combat Sustainment Support Battalion (393rd CSSB), das 448th Engineer Battalion, das 265 Headquarters, 5th Brigade, 94th TR, das 2-348 Battalion, die 1st Company des 359th Logistics Support Battalion, das 402nd Civil Affairs Battalion und das 1st Battalion des 389th Regiment disloziert. (5)

Das U.S. Armed Forces Reserve Component betreibt hier das 1st Mission Command (1st MSC) unter dem Kommando von Brigadegeneral Christopher B. Creaghe. (6)

Das U.S. Army Reserve Center (AFRC) unterhält das Headquarters and Headquarters Detachment (HHD) des 339th Battalion und die Rodriguez Army Health Clinic (RACH).

Die U.S. Navy Reserve betreibt hier seit 2004 das Naval Operations Support Center Puerto Rico „Admiral Horacio Rivero Jr.” (NOSC Puerto Rico).

Das Marinecorps hat in Fort Buchanan das Detachment 1 der Landing Logistics Company des Combat Logistics Regiment 45 stationiert. (7)

José Aponte de la Torre Airport in Ceiba

Die alte Roosevelt Roads Naval Station (Spitzname: Rosy Roads) in Ceiba an der Ostküste wurde am 31. März 2004 geschlossen und am 14. November 2025 offiziell wieder in Betrieb genommen. Der neue Name lautet José Aponte de la Torre Airport

Die Verwaltung der Basis liegt in den Händen der 81st Readiness Division der U.S. Army Reserve. Hier befinden sich das Roosevelt Roads U.S. Army Reserve Center und das Ceiba Armed Forces Reserve Center (AFRC).

Am 9. Dezember 2025 verlegten bis zu zwanzig F-35A LIGHTNING II der 158th Fighter Wing der Vermont National Guard nach Ceiba.

Hier ist seit Mitte September eine Staffel aus zehn F-35B LIGHTNING II der 3rd Marine Wing (3rd MAW) von der Marine Corps Air Station in Miramar (Kalifornien). Auf demselben Flugplatz wurden auch weitere F-38B der Marine Fighter Attack Squadron 225 (VMFA-225) („Vikings“) von der Marine Air Corps Station in Yuma (Arizona) disloziert. Außerdem dislozierten die Marines mehrere Senkrechtstarker AV-8B HARRIER II.

Am 6. Oktober 2025 verlegte ein Schlachtflugzeug vom Typ AC-130J GHOSTRIDER nach Ceiba. Die Maschine verfügt über eine ungeheure Feuerkraft.

Am 10. Dezember landeten sechs Störflugzeuge EA-18C GROWLER, die normalerweise an Bord von Flugzeugträgern stationiert sind, in Ceiba.

Mindestens drei Rettungsflugzeuge HC-130J COMBAT KING II der 71st Rescue Squadron (71st RQS) von der Moody AFB.

Zumindest zeitweise ist hier auch ein Tankflugzeug KC-130J der VMGR-252 der Marines disloziert.

Auf dem Fliegerhorst sind seit dem 11. Dezember 2025 mehrere Rettungshubschrauber HH-60W JOLLY GREEN GIANT II des 18th Wing positioniert, die normalerweise auf der Kadena AB (Okinawa, Japan) stationiert sind. Auch schwere Transporthubschrauber CH-53K KING STALLION der Marines befanden sich zeitweise vor Ort.

Nachdem U.S. Angriff auf Venezuela am 3. Januar 2026 (Operation ABSOLUTE RESOLVE) landeten mehrere beteiligte Aufklärungsdrohnen RQ-170 SENTINEL in Ceiba.

Zur Unterstützung und den Ausbau des Fliegerhorstes wurden die 53rd Combat Airfield Operations Squadron (53rd ACC) und die 346th Expeditionary Air Base Squadron (346th EABS) in Ceiba stationiert. Erstere ist für die Installierung eines mobilen Instrumentenlandesystems zuständig.

Die U.S. Customs and Border Protection (CPB) begann hier bereits im August 2018 mit Aktivitäten ihrer Air and Marine Operations (AMO). (8)

Im September 2025 forderten die beiden U.S. Senatoren Nitza Morán Trinidad und Carmelo Javier Ríos Santiago in der Resolution 286, “to evaluate the feasibility and impact of potentially repurposing Roosevelt Roads for national security by the Army”.

La Puntilla, San Juan

Auf der Halbinsel La Puntilla, einem alten Viertel von San Juan Antiguo, unterhält die U.S. Coast Guard einen Hafenstützpunkt.

Luis Muñoz Marin International Airport in Carolina bei San Juan

Der militärische Teil des Luis Muñoz Marin International Airport in Carolina bei San Juan heißt „Muñiz Air National Guard Base“.

Hier befindet sich seit dem 20. Dezember 2025 ein Abhör- und Störflugzeug vom Typ EC-130H COMPASS CALL der 55th Electronic Combat Group (Davis Monthan AFB, Arizona).

Ponce

Ponce an der Südküste ist die zweitgrößte Stadt Puerto Ricos. Auf dem zivilen Mercedita International Airport wurden mehrere MV-22 OSPREYs und AV-8B HARRIER II der Marines disloziert. (11) Über den Fliegerhost wurden/werden zahlreiche U.S. Soldaten ins Land eingeflogen.

Zeitweise lagen mehrere Lenkwaffenzerstörer der ARLEIGH-BURKE-Klasse und Küstenschiffe vertaut im Hafen von Ponce.

Fliegerhorst Punta Caucedo

In Punta Caucedo sind seit dem 20. Dezember 2025 zwölf F-35A LIGHTNING II der 134th Fighter Squadron der Vermont Air National Guard disloziert.

Punta Salinas bei Toa Baja

In Punta Salinas bei Toa Baja an der Nordküste unterhielt die U.S. Navy zumindest früher eine große Radarstation. (9)

Rafael Hernández Airport bei Aquadilla

Auf dem Rafael Hernández Airport (RHIA) (früh. Bez.: Ramey AFB) bei Aquadilla im Nordwesten der Insel wurden mindestens fünf Maschinen vom Typ MC-130J COMMANDO II disloziert. Mindestens drei Flugzeuge Maschinen gehören zum 352nd Special Operations Wing (352nd SOW), das eigentlich auf dem Fliegerhorst RAF Mildenhall (UK) beheimatet ist.

Am 15. und 27. Dezember 2025, wurden mehrere Drohnen MQ-9A REAPER in Aguadilla stationiert.

Hier befindet sich seit September 2025 auch ein Seeraumüberwachungsflugzeug vom Typ P-8A POSEIDON der U. S. Marineflieger.

Auf dem RHIA befindet sich dauerhaft auch die Coast Guard Air Station Borinquen (CGAS Borinquen). Hier sind mehrere Rettungshubschrauber vom Typ Eurocopter HH-65C DOLPHIN und Spezialhubschrauber MH-60T JAYHAWK disloziert.

Sabana Seca

In Sabana Seca an der Nordküste Puerto Ricos unterhält die U.S. Marine eine U.S. Naval Radio Station.

El Faro

Über El Faro bei Vistas de Arroyo im Südosten der Insel landen die U.S. Marines Militärmaterial, inclusive gepanzerte Fahrzeuge (z. B. Light Amphibious Reconnaissance Craft [LARC]), Landungsboote (Landing Craft Utility [LCU] und Landing Craft Air Cushion [LCAC]), an. (10)

Sonstige

Ein Tankflugzeuge KC-130J SUPER HERCULES der Marine Aerial Refueler Squadron 252 (VMGR-252) der Marines wurde im Dezember 2025 in Puerto Rico stationiert.

Nach dem U. S. Angriff auf Venezuela am 3. Januar 2026 landeten mehrere F-22 RAPTOR in Puerto Rico.

Haltung von Regierung und Volk

Eine erhöhte Präsenz ausländischer Truppen im eigenen Land kann die regionale Wirtschaft ankurbeln, geriert aber auch Umweltprobleme und verschärft möglicherweise soziale Probleme und wirft rechtliche Fragen auf.

Die puertoricanische Governeurin Jenniffer González Colon von der konservativen New Progressive Party (NPP) begrüßt die Remilitarisierung der Insel durch die Amerikaner und erklärte am 9. September 2025:

“We thank President Trump and his administration for recognizing the strategic value Puerto Rico has to the national security of the United States and the fight against drug cartels in our hemisphere, perpetuated by the narco-dictator Nicolás Maduro.”

Angesichts der Umweltschäden, die die Nordamerikaner während ihrer früheren Militärnutzung der Insel hinterlassen haben, mehrt sich der Widerstand der lokalen Bevölkerung, die sich mit einer Beschwerde an die UN gewandt haben. Der Oppositionsführer Juan Dalmau von der Puerto Rican Independence Party (PIP) erklärte:

“It is unacceptable that, in addition to the outrage of the U.S. Navy’s failure to fulfill its obligation to repair the extensive damage caused by 60 years of bombing in Vieques (eine im Osten vorgelagerte Insel mit einem früheren Truppenübungsplatz der Amerikaner, G. P.), there is now the intention to use the island as a military dumping ground. Even more outrageous is that, knowing the great collective sacrifice of the struggle for peace in Vieques, this administration passively accepts this offense.”

Seit September 2025 veranstalteten NGOs, wie z. B. die Madres Contra la Guerra (engl.: Mothers Against War), wiederholt Protestdemonstrationen gegen die erneute Militärpräsenz der USA: „No a la Militarización de Puerto Rico!“ und „Más escuelas, menos armas, más futuro, menos armas.“ (12) Anscheinend ist es Zeit für einen „regime change“ in Puerto Rico und anderswo!

Quellen:

(1) https://theintercept.com/2025/11/25/trump-caribbean-venezuela-military-troops/

(2) https://theintercept.com/2025/11/25/trump-caribbean-venezuela-military-troops/

(3) https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/other/luftlande-einsatz-der-us-marines-
in-puerto-rico/vi-AA1OX4iJ

(4) https://www.operationmilitarykids.org/us-military-bases-in-puerto-rico/

(5) https://missionmilspouse.org/pwtm-fort-buchanan-puerto-rico-2/

(6) https://www.usar.army.mil/1stMSC/

(7) https://en.wikipedia.org/wiki/Fort_Buchanan_(Puerto_Ricohttps://en.wikipedia.org/
wiki/Fort_Buchanan_(Puerto_Rico)

(8) https://en.wikipedia.org/wiki/Roosevelt_Roads_Naval_Station

(9) https://en.wikipedia.org/wiki/Toa_Baja,_Puerto_Rico

(10) https://www.reuters.com/pictures/us-continues-massive-caribbean-
military-buildup-venezuela-tensions-grow-2025-12-10/

(11) https://www.reuters.com/pictures/us-continues-massive-caribbean-
military-buildup-venezuela-tensions-grow-2025-12-10/

(12) https://www.peoplesworld.org/article/alarm-in-puerto-rico-about-use-of-island-
for-u-s-aggression-in-latin-america/