U.S. Truppenaufmarsch: Diesmal Iran
Gerhard Piper
19. Januar 2026
Das politische Elend im Weißen Haus setzt sich fort – mit stillschweigender Duldung des amerikanischen Offizierskorps. Angesichts der Wirtschaftskrise im Iran kam es zu heftigen Protesten, die vom Mullah-Regime brutal niedergeschlagen wurden. Der idiotische Popanz in Washington ermunterte die Iraner erst, sie sollten weiterhin ihren lebensgefährlichen Protest auf die Straße tragen und versprach „Hilfe“ (im Original: „rescue“), dann taten die Amerikaner nichts dergleichen. Zunächst wolle er mit der iranischen Führung reden, doch dann blies er auch dies ab. Nun fühlen sich die Iraner von dem menschenverachtenden Zyniker Trump verarscht. Der wollte dann doch lieber militärisch intervenieren, bis ihm seine Generäle erklärten, dass sein Militärpotential vor Ort dafür gar nicht ausreicht. Nun will diese kriegerische Marionette seiner selbst erstmal seine Truppen im Nahen Osten verstärken. Ob er einen „regime change“ anstrebt oder nicht, weiß Trump noch nicht, allerdings ist dies wenig wahrscheinlich, weil zu aufwendig.
Die Mullah-Spitze
Nicht erst seit dem Machtantritt der schmarotzenden Ajatollahs befindet sich der Iran mit seinen 91,5 Millionen Einwohnern (Stand: 2024) in einer Dauerkrise. An der Spitze des schiitischen Terrorregimes steht seit Juni 1989 der „Religionsführer“ Ali Chamenei, dem allerdings die Beförderung zum „Großayatollah“ („Ajatollah al-Ozma“) aufgrund seiner nur rudimentären theologischen Bildung verweigert wurde. Er wohnt mit seiner Familie (Ehefrau Mansoureh Khojasteh Bagherzadeh, vier Söhnen und zwei Töchter) im Komplex „Beit-e Rahbari“ in Teheran. Am 23. Juni 1981 wurde ein Attentat auf Chamenei verübt. Eine Bombe, die in einem Tonbandgerät versteckt war, detonierte in der Moschee. Seitdem kann Chamenei seinen rechten Arm nicht mehr bewegen.
Als Präsident und Regierungschef amtiert seit Juli 2024 der frühere Mediziner und Gesundheitsminister Massud Peseschkian. Als Präsident leitet Peseschkian die Sitzungen des „Nationalen Sicherheitsrates“ („Schorā-ye āli-ye amniyat-e mellī“). Am 15. Juni 2025 überlebte er nur knapp einen Mordanschlag des israelischen Mossad. Bei einer Explosion während einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Teheran wurde er am Bein verletzt.
Als „3. Sekretär“ und Vorsitzender des Sicherheitsrates agiert der frühere Verteidigungsminister Ali Schamchani. Durch eine Explosion während eines Angriffs der israelischen Streitkräfte wurde er im Juni 2025 schwer verletzt.
Verantwortllich für die Massaker sind der darüber hinaus der amtierende Innenminister Eskandar Momeni, der Verteidigungsminister Generalmajor Aziz Nasirzadeh (seit August 2024), der Leiter der Justizbehörde und Hodschatoleslam Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi (seit Juli 2021) sowie die Kommandeure der ausführenden Staatsorgane Ahmad-Reza Radan (Polizei), Mohammad Pakpour (Pasdaran, seit Sommer 2025) und Amir Hatami (Militär).
Aktuelle Systemkrise
Im April 2024 waren die U.S. Streitkräfte an der Abwehr eines iranischen Raketen- und Drohnenangriffs auf Israel – nach einem israelischen Angriff auf das iranische Konsulat in Damaskus - beteiligt. Am 22. Juni 2025 unternahm die U.S. Air Force ihren letzten Luftangriff „Operation MIDNIGHT HAMMER“ auf Atomanlagen des Irans in Fordo, Natanz und Isfahan. Darüber hinaus waren die U.S. Streitkräfte in den letzten Jahren in den Kampf gegen die Huthis, die mit dem Iran verbündet sind, im Jemen bzw. dem Roten Meer involviert (Operation PROSPERITY GUARDIAN).
Das schiitische Mullah-Regime hat seit Ende Dezember 2025 unter der iranischen Zivilbevölkerung mehrere Massaker anrichtet. Nach jüngsten Schätzungen iranischer Ärzte kamen bei den Unruhen innerhalb von knapp drei Wochen 16.500 bis 18.000 Menschen ums Leben, ca. 330.000 bis 360.000 Einwohner verletzt und Tausende gefangen genommen. Tausende Verletzte werden ihr Augenlicht oder ihre Extremitäten verlieren. (1) Demgegenüber wurde von Seiten des Staates die Zahl der Todesopfer mit mindestens 5.000 angegeben, darunter 500 Mann der Sicherheitskräfte. Das blasphemische Regime wirft seinem Volk „Krieg gegen Gott“ („moharebeh“) (§ 279 der iranischen Sharia), „Verbrechen gegen den Staat“ („ta´zirat“) und „Verbrechen gegen die islamische Gemeinschaft“ („houdod“) vor. Nach der Sharia droht den vermeintlichen „Delinquenten“ die Todesstrafe.
Der U.S. Präsident Donald Trump ermunterte die Systemgegner im Iran am 2. Januar 2026 und versprach auf “Truth Social”, er werde “come to your rescue“. Am 16. Januar wiederholte er sein Versprechen: „Iranian Patriots, KEEP PROTESTING - TAKE OVER YOUR INSTITUTIONS!!!... HELP IS ON ITS WAY."
So drohte der U.S. Präsident angesichts der fortschreitenden Ereignisse wiederholt mit einer Militärintervention: Am 8. Januar 2026 erklärte er: „Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun.“ (2) Die alberne Lageeinschätzung musste überraschen, da zum damaligen Zeitpunkt die Massaker schon zehn Tage andauerten.
Am 10. Januar erklärte Trump: „Fangt besser nicht an zu schießen, denn dann werden wir auch anfangen zu schießen. (…) Wenn sie anfangen, Menschen zu töten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben, werden wir uns einmischen. (…), dass wir sie dort, wo es weh tut, sehr, sehr hart treffen“. (3)
Am 13. Januar tönte Trump in Detroit, das Regime werde einen hohen Preis zahlen:“Save the names of the killers and abusers. They will pay a big price. I have cancelled all meetings with Iranian Officials until the senseless killing of protesters STOPS. HELP IS ON ITS WAY.” (4)
Während Trump sich zunächst gegen die Erschießung der Bevölkerung wandte, ruderte er seit dem 14. Januar zurück und drohte nur noch mit einer Intervention, wenn das Regime Protestler hinrichten sollte. Daraufhin erklärte Staatsanwalt Ali Salehi in Teheran einfach, Hinrichtungen von Inhaftierten wie Erfan Soltani seien gar nicht vorgesehen und entzog so den U.S. Kriegsplänen ihre scheinbare Legitimation. (5) Nun fühlen sich die Iraner – wieder üblich – von den Amerikanern verarscht. So haben die Proteste erstmal abgenommen, weil die Bevölkerung abwartet, was Trump tatsächlich unternehmen wird, wenn er was unternehmen will, wenn er das tatsächlich möchte – vielleicht.
Dessen ungeachtet lässt Trump seinen Gewaltphantasien freien Lauf und erklärte am 18. Januar 2026, Ali Chamenei sei zu stürzen. Wie im Fall Venezuela strebt Trump dabei einen Führungs- aber keinen Regimewechsel an:
„Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen. (…) Womit er sich schuldig gemacht hat, als Anführer eines Landes, ist die vollständige Zerstörung des Landes und die Anwendung von Gewalt in einem Ausmaß, das es noch nie gegeben hat. (…) Um das Land funktionstüchtig zu halten - auch wenn dies auf einem sehr niedrigen Niveau geschieht -, sollte sich die Führung darauf konzentrieren, das Land ordentlich zu regieren, so wie ich es mit den Vereinigten Staaten tue, und nicht Tausende Menschen zu töten, um die Kontrolle zu behalten." (6)
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bekannte am 14. Januar unfreiwillig zweideutig: „Nur Präsident Trump weiß, was er unternehmen wird.“ (7)
Truppenaufmarsch
Das regional zuständige U.S. Central Command (CENTCOM) hat seit seiner Gründung 1983 sein Hauptquartier auf der MacDill AFB in Tampa (Florida, USA). Das Kommando wird seit dem 8. August 2025 geführt durch Admiral Charles Bradford „Brad“ Cooper II. Als Chef des Stabes amtiert seit Juni 2023 Generalmajor Brandon R. Tegtmeier von den Rangern der U.S. Army.
Dem Kommando untersteht eine fluktuierende Zahl von Soldaten: 43.000 (Oktober 2024) oder 40.000 Soldaten (Stand: 13. Juni 2025). Seit Oktober 2025 werden die Kampfverbände des CENTCOM im vor Ort im Nahen Osten massiv verstärkt. So beträgt die regionale Personalstärke schätzungsweise bis zu 50.000 Soldaten – Tendenz steigend. Der Großteil der unterstellten Truppenverbände ist – wie das Hauptquartier – in den USA disloziert und müsste im Kriegsfall erst herangeführt werden, was angesichts des notwendigen Aufwandes – wie beim Golfkrieg – Monate in Anspruch nehmen würde. Dennoch: Die aus den USA und Europa eintreffenden Verstärkungseinheiten werden dann vor Ort in „Task Forces“ zusammengestellt.
Aber nur in Einzelfällen wird bekannt, welche Einheit wann, wohin verlegt wurde, so dass das Bild unverständig und von Informationszufällen abhängig ist. Außerdem sind die Angaben in Pressemeldungen oftmals veraltet, lückenhaft oder ungenau.
Zu den Heeresverbänden, die im Laufe des Jahres 2025 in den Zuständigkeitsbereich von CENTCOM verlegt wurden, gehört die 4th Division Sustainment Brigade der 4th Infantry Division aus Fort Carson (Colorado).
Am 22. Dezember 2025 verlegte die 3rd Squadron des 278th Armored Cavalry Regiment der Army National Guard an den Golf und ist nun Teil der Task Force Reaper. Die Einheit ist ausgerüstet mit Kampfpanzern M1 ABRAMS und Schützenpanzer M2A3 BRADLEY. Der Lufttransport wurde durch die C-17 der 16th Expeditionary Airlift Squadron (16th EAS) von der Charleston AFB in North Charleston (South Carolina) durchgeführt.
Auch das 83rd Chemical, Biological, Radiological, and Nuclear (CBRN) Battalion, das normalerweise in Fort Stewart (Georgia) beheimatet ist, verlegte in den Nahen Osten.
Ende Dezember/Anfang Januar wurde die 34th Military Police Company der Army National Guard Minnesota an den Golf verlegt. Im Januar 2026 wurde bekannt, dass auch das Detachment 3 der 294th Quartermaster Company in der “Area of Responsibility” (AOR) des CENTCOM disloziert wurde.
Schwere Transportflugzeuge (C-5M SUPER GALAXY, C17 GLOBEMASTER II) haben in den letzten Wochen etliche Tonnen Militärmaterial eingeflogen. Ein Teil des Kriegsmaterials stammt aus U.S. Depots in Deutschland bzw. wird über die Ramstein AB abgewickelt. (8)
Die U.S. Air Force hat eigentlich keine Jagdbomberverbände im Nahen Osten dauerhaft disloziert, allerdings wurden mehrere Verbände hierhin verlegt. Zur Zeit sind in der Region Jagdbomber F-15E EAGLE, F-16 FIGHTING EAGLE, F-22 RAPTOR und F-35 LIGHTNING II und Erdkampfunterstützungsflugzeuge A-10C THUNDERBOLT II im Einsatz.
Mehrere strategische Bomber B-52H STRATOFORTRESS der 96th Expeditionary Bomb Squadron (996th EBS) wurden am 17. November 2025 als Teil der Bomb Task Force 26-1 (BTF 26-1) von der Barksdale AFB (Louisiana) im Nahen Osten stationiert. Im Kriegsfall könnten B-1B LANCER und B-2A SPIRIT auf einer Flugroute über Spanien direkt eingeflogen werden.
Tankflugzeuge der Typen KC-46A PEGASUS (u. a. 916th Air Refueling Wing, Seymour Johnson AFB bei Goldsboro) und KC-135R/T STRATOTANKER stehen bereit, um die Luftoperationen zu unterstützen.
Das Special Operations Command Central (SOCCENT) stellte im November 2025 eine erste Einheit mit Kamikaze-Drohnen (One-Way-Attack – OWA) auf. Es handelt sich um die Task Force 59 im Rahmen der Task Force Scorpion Strike, die mit Drohnen des amerikanischen Typs „LOW-COST UNMANNED COMBAT ATTACK SYSTEM“ (LUCAS) ausgerüstet ist. Die Einheit operiert u. a. vom Küstenschutzschiff USS SANTA BARBARA.
Operationspläne
Seit dem Machtantritt der Mullahs hat das Pentagon zahlreiche Pläne für einen Militärschlag gegen den Iran ausgearbeitet. Der Stab des CENTCOM ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung bzw. Aktualisierung der vorhandenen Operationspläne (Operational Plans – OPLANs) und Notfallpläne (Contingency Plans – CONPLANs) beschäftigt. Das Einsatzspektrum reicht von kleineren Operationen der Special Forces bis hin zu einem „major regional war“.
Der amerikanische Journalist Kenneth „Ken“ Klippenstein legte schon im März 2025 eine Übersicht über die verschiedenen Kriegsplanungen gegen den Iran vor:
“The various planning documents being reworked include:
- Global Campaign Plan for Iran (GCP-I): “Addresses the most pressing trans-regional and multi-functional strategic challenges, across all domains,” including conventional and special operations forces; air, ground, sea, subsea, cyber and space warfare.
- CENTCOM Campaign Plan: Primary plan through which the CENTCOM commander “executes his day-to-day campaigning.”
- “Operational Plan up to a Level 4 detail for Iran.” OPLANs are now prepared at four levels of detail:
-- Level 1 involves a Commander’s Estimate of courses of action and military options to meet every potential contingency.
-- Level 2 is the Base Plan that lays out an approved course of action.
-- Level 3 involves a full “concept plan.”
-- Level 4 is a full operations plan with allocation of specific units and mobilization and deployment procedures.
- Decision Support Book to guide the President and senior decision makers in the first 96 hours of the execution of the Level 4 OPLAN.
- Multilateral Combined OPLAN, including “Multilateral Engagement Strategy to obtain access basing and over flight.”
- Discrete Strike Option Plan, prepared for specific “Target Sets” such as Iranian leadership or nuclear capabilities.” (https://www.kenklippenstein.com/p/the-iran-war-plan)
Am Ende der ersten Januarwoche bzw. am Anfang der zweiten Januarwoche 2026 legten die U.S. Militärs Trump ihre Einsatzoptionen vor:
„Wie die britische Zeitung The Telegraph schreibt, hat Trump eine Liste mit Zielen erhalten, darunter Teile der Sicherheitsdienste, die für die gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen verantwortlich sind. Zahlreiche Optionen seien ihm vorgestellt worden, so der Bericht, darunter Angriffe auf nichtmilitärische Ziele in Teheran oder auf den Sicherheitsapparat des Regimes. Ehemaligen Pentagon-Beamten zufolge gehören zu den Vorschlägen auch verdeckte CIA-Operationen zur Destabilisierung Teherans oder grünes Licht für Angriffe durch Israel.
Während eine Quelle angegeben habe, dass ein großangelegter Angriff diskutiert worden sei, habe eine andere erklärt, dass die Beamten keinen Konsens erzielt hätten. US-Kommandeure in der Region hätten zudem mitgeteilt, dass sie „die Positionen des US-Militärs konsolidieren und Verteidigungsmaßnahmen vorbereiten“ müssen, bevor sie Angriffe durchführen, oder Vergeltungsmaßnahmen auslösen könnten.“ (9)
Bereits am 14. Januar 2026 soll Präsident Trump einen amerikanischen Luftangriff befohlen haben, den er dann im letzten Moment abgeblasen haben. Angeblich waren die ersten Flugzeuge schon in der Luft. Mehrere europäische Staaten und vier arabische Staaten (Saudi-Arabien und Golfstaaten) sollen Trump – angesichts der einschlägigen Erfahrungen im Golfkrieg im Irak und in Afghanistan - von einem Angriff zum jetzigen Zeitpunkt abgeraten haben. (10) Auch Israel hat seinen Verbrauch von Anti-Raketen-Raketen vom Sommer letzten Jahres noch nicht ausgeglichen.
Sowas kommt bei den Militärs nicht gut an. Dazu berichtete die „Bild“-Zeitung:
„Möglicherweise haben die USA geplante Angriffe auf Ziele im Iran erst im letzten Moment abgebrochen! Zuerst wurden US-Militärangehörige am Mittwoch in Sicherheit gebracht. Dann, um 21.15 Uhr (deutscher Zeit), wurde der Luftraum über dem Iran gesperrt. Radarbilder zeigten, dass keine Zivilflüge mehr über dem Iran unterwegs waren. Und gleichzeitig stiegen Tankflugzeuge von der US-Luftwaffenbasis in Katar in die Luft, wie jedermann bei Flugdaten-Diensten mitverfolgen konnte.
Hinzu kommt: Langstreckenbomber der Vereinigten Staaten waren in Alarmbereitschaft versetzt worden, um bei Bedarf Sekundärangriffe durchzuführen, berichtet die „New York Times“. Doch dies schien am späten Mittwochabend deutscher Zeit ausgesetzt worden zu sein, sagte ein anderer US-Beamter.
Doch dann passierte Unerwartetes: Trump sagte am Abend vor Journalisten, ihm scheine, dass die Mullahs das Töten gestoppt hätten. Das habe er aus „sehr wichtiger, zuverlässiger Quelle von der anderen Seite“ erfahren und fügte an: „Sie haben aufgehört, und es gibt keine Pläne für Hinrichtungen.“
Tatsächlich hatte zuvor der iranische Außenminister Abbas Araghtschi „Fox News“ gesagt, es werde „weder heute noch morgen“ Hinrichtungen durch Erhängen geben.“ (11)
Neben den konventionellen Kriegsplänen liegt in den Schubladen des Pentagon auch ein nuklearer Einsatzplan verborgen. So verabschiedete die Bush-Regierung bereits im Januar 2003 einen Nuklearplan „CONPLAN 8022-02“ zur atomaren Zerstörung des iranischen Atomwaffenprogramms. Über neuere Planungen berichtete Kenneth Klippenstein:
“The basic framework of OPLAN 1025 (die Version „CONPLAN 1025-03“ stammt vom August 2003, G. P.) persists, but behind the “C-Iran” strategy (counter-Iran) to attack Iran’s missile and drone capacity, and now to attack Iranian leadership, either with “kinetic” or “non-kinetic” means (including covert and cyber actions and special operation forces) lurked the nuclear options.” (12)
U.S. Übungen zu einem Angriff auf den Iran trugen früher die Code-Bezeichnung ARABIAN GAUNTLET. (13)
Für den Fall eines amerikanischen Angriffs hat das Mullah-Regime mit einem Mordanschlag auf Trump und mit Gegenangriffen auf die U.S. Basen im Nahen Osten und den Garnisonsstaat Israel gedroht. So erklärte der iranische Präsident Peseschkian am 18. Januar auf „X“: „Jede Aggression gegen den obersten Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation." (14) Daraufhin hat Israel seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, das Personal auf den U.S. Basen wurde z. T. evakuiert. (15) Zur Durchführung solcher Luftangriffe verfügt der Iran über ein großes Arsenal von Boden-Boden-Raketen größerer Reichweite, die allerdings nicht sehr treffgenau sind (AL-ZAHRA, EMAD, FATTAH-1, GHADR-1, GHADR-110, KHAYBAR SHEKAN, SHAHEEN-2/HATF-6, etc.), sowie verschiedene Drohnen (ABABIL-5, ALMAS-1, ARASH-1, ARASH-3, etc.). Mit dschihadistischen Terroranschlägen im Nahen Osten und in Europa ist zu rechnen.
Türkei
Mit der Türkei sind die USA in der NATO verbündet. In dem Land sind insgesamt 1.465 U.S. Soldaten stationiert.
- Incirlik Air Base: Die Incirlik Air Base befindet sich in der Provinz Adana im Süden der Türkei. Hier befindet sich das einzige U.S. Atomwaffenlager in der Region. Allerdings hat die U.S. Air Force Europe (USAFE) kein entsprechendes Trägergeschwader mehr in dem Land disloziert.
- Kürecik: In der Kürecik Radar Station „Site 2“ bei Malaty betreiben die USA seit Februar 2012 ein Frühwarnradar AN/TPY-2. Hier sind rund 50 U.S.-Soldaten der 11th Missile Defense Battery der 52nd Air Defense Artillery Brigade des 10th Army Air and Missile Defense Command (10th AAMDC) stationiert. Ihre Operationszentrale befindet sich auf dem Fliegerhorst in Diyarbakır.
Israel
In den letzten Jahren und Monaten führten die kriegsgeilen Israelis zahlreiche Militäroperationen durch. Die israelischen Streitkräfte setzten ihre Angriffe gegen den Gaza-Streifen trotz Waffenstillstand fort (Operation IRON SWORDS). Am 1. April 2024 tötete die israelische Luftwaffe bei einem Luftschlag gegen das iranische Generalkonsulat in Damaskus mehrere hohe Offiziere der iranischen Pasdaran, darunter General Qasem Soleimani. Am 8. September 2024 bombardierten sie eine syrische Raketenfabrik bei Masyaf (Operation MANY ROADS); es war der achte Luftangriff auf Syrien in fünf Jahren. Am 27. September 2024 ermordeten die Israelis den Generalsekretär der pro-iranischen Hisbollah-Miliz Hassan Nasrallah in Beirut durch einen Luftschlag. Sie führten am 18. Dezember 2025 sowie am 2. und 9. Januar 2026 wiederholt Luftangriffe gegen die Hisbollah im Libanon durch. Außerdem töteten sie am 9. September 2025 zwei Funktionäre der Hamas in Qatar durch einen Luftschlag. (Operation SUMMIT OF FIRE).
So haben die Israelis in den letzten Jahren wiederholt Militäranschläge auf das iranische Flugkörper- und Atomprogramm durchgeführt: Nachdem am 1. April 2024 das syrische Generalkonsulat in Damaskus durch die israelische Luftwaffe zerstört und mehrere Generäle getötet worden waren, griff der Iran am 13. April 2024 Israel mit Flugkörpern an (Operation TRUE PROMISE I). Daraufhin bombardierte die israelische Luftwaffe am 19. April 2024 eine iranische Luftverteidigungsstellung bei Babaei in der Nähe von Isfahan. Daraufhin mussten die Iraner ihre Heeresflieger umgruppieren (Operation TARHE GOSTARESH). Nach dem Mord an Nasrallah griff der Iran Israel am 1. Oktober 2024 erneut mit Flugkörpern an (Operation TRUE PROMISE II). Am 26. Oktober 2024 folgte ein weiterer israelischer Angriff auf die iranischen Raketenstellungen (Operation DAYS OF REPENTANCE). Vom 13. bis 24. Juni 2025 griff die israelische Luftwaffe erneut die iranischen Stellungen an (Operation RISING LION). Diesmal beteiligte sich auch die U.S. Luftwaffe am 22. Juni 2025 an den Kampfhandlungen (Operation MIDNIGHT HAMMER). Daraufhin schlug der Iran am 13. Juni 2025 zurück (Operation TRUE PROMISE III).
- Keren: Auf dem Berg Keren im Naftali-Gebirge in Nord-Israel betreiben die USA seit 2021 die Radarstellung „Site 512“ mit einem Frühwarnradar AN/TPY-2 (Reichweite: 4700 km). In der Nähe befindet sich seit Oktober 2024 auch eine Stellung des TERMINAL HIGH ALTITIDE AREA DEFENSE SYSTEM (THAAD) der E-Battery des 62nd Air Defense Artillery Regiment (nach anderen Angaben handelt es sich um die 13th Missile Defense Battery, 52nd Air Defense Artillery Brigade des 10th AAMDC) mit Anti-Raketen-Raketen MIM-401B/C. Die Einheit besteht aus rund 100 U.S. Soldaten.
- Kiryat Gat: Hier sind seit dem 17. Oktober 2025 150 U.S. Soldaten im Civil Military Coordination Center (CMCC) beschäftigt, um den Waffenstillstand und den Wiederaufbau im Gaza-Streifen anzuleiten.
- Mashabim AFB: Auf dem Fliegerhorst Mashabim (and. Bez.: Mashabei Sadeh) in der Nähe von Dimona in der Negev-Wüste befindet sich seit September 2017 eine Luftverteidigungsstellung des 10th AAMDC.
Hinzu kommt seit 1973 der „War Reserve Stockpile Allies-Israel“ (WRSA-I) mit mehreren Außenlagern (Site 51, Site 53, Site 54 und auf sechs Flugstützpunkten). In diesen Kriegsreservelagern werden Waffensystemen, Bomben und Artilleriegranaten usw. bevorratet. Mit Beginn des aktuellen Gaza-Konfliktes werden auch die israelischen Streitkräfte aus dem U.S. Militärdepot beliefert. Über den Hafen Aschdod wird Nachschub angeliefert.
Jordanien
In Jordanien halten hielten sich rund 4.000 U.S. Soldaten (Stand: Dezember 2024) auf, davon befinden sich noch rund 3.000 Mann im Land. Gemäß dem Defence Cooperation Agreement (DCA) vom 21. März 2021 (Datum der Veröffentlichung) sind U.S. Soldaten und Militärausbilder/-Berater für die Jordan Armed Forces (JAF) an mindestens dreizehn jordanischen Stützpunkten präsent: Al Muwaqqar, Camp Titin südlich von Aqaba, JAF Training Base at Al Quwayrah, JAF Training Base at Humaymah, Joint Training Center Complex, King Abdullah Marka Air Base, King Abdullah II Air Base, King Abdullah Special Operations Training Center, King Faisal Air Base (and. Bez.: “Al Jafr"), Muwaffaq Salti Air Base in Azraq, Prince Hasan Air Base (and. Bez.: “H5"), Royal Jordanian Naval Base in the Port of Aqaba und der Stützpunkt Tower 22 in der Region Rukban im Nordosten des Landes an der Grenze zu Syrien. Zeitweise waren in Tower 22 mehrere tausend U.S. Soldaten stationiert. Wiederholt wurden U.S. Soldaten bei Guerillaangriffen getötet.
- Muwaffaq al Salti Air Base: Die Muwaffaq al Salti Air Base befindet sich in Azraq, rund 100 km nordöstlich der Landeshauptstadt Amman. Hier hat die U.S. Air Force Central das 332nd Air Expeditionary Wing (333nd AEW) mit einem gemischten Flugzeugbestand disloziert. Von hier aus werden Aufklärungs- und Drohneneinsätze durchgeführt.
Syrien
Seit dem 15. Juni 2014 führen die U.S. Streitkräfte zwecks Terrorismusbekämpfung in Irak und Syrien die Operation INHERENT RESOLVE durch. Im zweiten Halbjahr 2025 haben die U.S. Streitkräfte rund achtzig Operationen im Rahmen ihrer Terrorismusbekämpfung in Syrien durchgeführt.
Nach dem Regimewechsel in Syrien im Dezember 2024 konnten die U.S. Streitkräfte mehrere Anführer der Dschihadisten in Syrien getötet: Am 25. Juli 2025 verstarb in Aleppo Dhiya' Zawba Muslih al-Hardani (IS), am 19. August verstarb in Atme Abu Hafs al-Hashimi al-Qurashi (IS) und am 2. Oktober 2025 wurde Muhammad Abd-al-Wahhab al-Ahmad (Ansar al-Islam) getötet. Zuletzt starb im Dezember 2025 Bilal Hasan al-Jasim (Daesh). (16)
Nachdem bei einem „IS“-Angriff am 13. Dezember 2025 in Palmyra (Syrien) zwei U.S. Soldaten der 1st Squadron des 113th Cavalry Regiment (Reconnaissance Surveillance and Target Acquisition - RSTA) der Iowa National Guard getötet und drei verletzt wurden, begann eine erneute U.S. Angriffswelle am 19. Dezember 2025: Operation HAWKEYE STRIKE.
In Syrien waren früher 900 U.S. Soldaten (Stand: 2019) stationiert, ihre Zahl wurde angesichts des syrischen Regimewechsels und der damit einhergehenden Unruhen vorübergehend auf 2.000 Mann (Stand: Dezember 2024) erhöht. Im April 2025 wurde eine Reduzierung um 1.000 Mann angekündigt. Zur Zeit sollen sich noch 1.000 Mann in Syrien befinden. In den letzten Jahren waren U.S. Einheiten an folgenden Orten disloziert: Al-Baghuz Fawqani, Al-Busayrah, Al-Ezba, dem früheren Al-Omar Field und Al-Tanf. In Al-Tanf an der Grenze zu Jordanien sind gegenwärtig 200 U.S. Soldaten der Combined Joint Task Force – Operation Inherent Resolve (CJTF–OIR) stationiert.
Die U.S. Angriffe werden durch Special Forces, Artillerie, Heeresflieger oder Luftstreitkräfte ausgeübt. So setzt die U.S. Army Feldraketenwerfer M-142 HIGH MOBILTY ROCKET SYSTEM (HIMARS) ein. Dabei kommen u. a. folgende Flugtypen zum Einsatz: Jagdbomber F-15E STRIKE EAGLE des 366th Fighter Wing von der Mountain Home AFB (Idaho), Luftüberlegenheitsjäger F-16 FIGHTING FALCON, alte Erdkampfunterstützungsflugzeuge A-10C THUNDERBOLT II der 23rd Fighter Group von der Moody AFB in Valdosta (Georgia) und Kampfhubschrauber AH-64D APACHE. Eingesetzt werden u. a. Lenkbomben GBU-31 JOINT DIRECT ATTACK MUNITIONS (JDAMs).
Irak
Die U.S. Besatzungstruppen wurden in den letzten Jahren durch pro-iranische Guerillagruppen wie die Kataib Hezbollah und die Harakat al-Nujaba bedroht und herausgefordert.
Im September 2024 haben die USA mit der irakischen Regierung vereinbart, dass die U.S. Truppen im ersten Halbjahr 2026 – mehr als zwanzig Jahre nach dem „Golfkrieg“ - aus dem Irak abgezogen werden. So unterhielten die U.S. Streitkräfte im Irak mehrere Stützpunkte, wo zuletzt bis zu 2.500 amerikanische Soldaten untergebracht waren. Am 17. Januar 2026 sind die letzten U.S. Soldaten aus dem Irak abgezogen. Der Abzug markiert das endgültige Ende des „Golfkrieges“ nach 26 Jahren. Zuletzt hatten die Amerikaner noch folgende Basen genutzt:
- Ain Al Asad Air Base: Auf der Ain Al Asad Air Base (früh. Bez.: Qadisiyah Air Base) war eine Flugabwehrraketeneinheit mit MIM-104 PATRIOT disloziert. Im Oktober 2025 waren hier noch 250 bis 350 Mann stationiert.
- Harir Air Base: Die Harir Air Base bei Erbil wurde 2003 von den Amerikanern bezogen. Von hier starteten U.S. Spezialeinheiten ihre Einsätze im Nordirak. Im Oktober 2025 waren noch einige U.S. Soldaten auf dem Fliegerhorst disloziert.
Saudi-Arabien
In Saudi-Arabien waren 2.321 U.S. Soldaten (Stand: 2024) stationiert; ihre Zahl soll mittlerweile auf 2.700 gestiegen sein.
- Prince Sultan Air Base: Die Prince Sultan Air Base befindet sich rund 60 km südlich von der Landeshauptstadt Riyad. Hier hat die U.S. Army eine Flugabwehrraketeneinheit MIM-104 PATRIOT und eine Einheit des THAAD-Systems disloziert.
Kuwait
In Kuwait sind schätzungsweise 10.000 bis 13.500 Soldaten der U. S. Army positioniert. Hier unterhalten die U.S. Streitkräfte mindestens fünf Militäranlagen:
- Ali Al Salem Air Base (Spitzname: „The Rock“): Der Fliegerhorst Ali Al Salem befindet sich mitten in der Wüste, rund 40 km von der Grenze zum Irak entfernt.
- Camp Arifjan: Camp Arifjan liegt ungefähr 55 km südöstlich der Landeshauptstadt Kuwait City. Die Basis wurde erst 1999 errichtet. Hier befindet sich das Hauptquartier der US Army Central. Von hier aus wird die Operation SPARTAN SHIELD (OSS) geführt. Deren Stab wird seit Juli 2925 von der 42nd Infantry Division gestellt. Die Operation dient der militärischen Zusammenarbeit mit den Stationierungsländern. Zu den unterstellten Einheiten gehört seit Januar 2026 das 1937th Support Detachment der Ohio Army National Guard aus Columbus.
- Camp Buehring: Camp Buehring wurde 2003 während des Golfkrieges errichtet. Es fungiert als „staging post“ für Heereseinsätze in Syrien und Irak.
Bahrain
In Bahrain verfügen die U.S. Streitkräfte über zwei Militäranlagen mit schätzungsweise 8.600 bis 9.000 U.S. Soldaten.
- Naval Support Facility Manama: Auf der Naval Support Facility (NAS) in Bahrain, dem früheren britischen Kriegshafen HMS Jufair, befindet sich das Hauptquartier der amerikanischen 5th Fleet, die im Indo-Pazifik patrouilliert. Hier ist die Masse der 9.000 U.S. Soldaten disloziert.
- Ras al Bar Camp: Im Ras al Bar Camp wurde am 1. Dezember 2025 ein bilateraler Combined Command Post for Air Defense eingeweiht.
Qatar
- Al Udeid Air Base: Die Al Udeid Air Base in der Nähe der Landeshauptstadt Doha nimmt eine Fläche von ca. 24 Hektar ein. Hier sind normalerweise 10.000 bis 11.000 Soldaten stationiert. Mehrere hundert Mann und einzelne Flugzeuge wurden seit dem 14. Januar 2026 evakuiert. (17) Auf dem Fliegerhorst befindet sich eine vorgeschobene Führungsstelle des CENTCOM. Von hier werden u. a. die Einsätze des Special Operations Command Central (SOCCENT) geführt. Außerdem wurde hier zur Abwehr iranischen Boden-Boden-Raketen am 12. Januar 2026 eine neue Koordinierungszelle für integrierte Luft- und Raketenabwehr, das „Middle Eastern Air Defense – Combined Defense Operations Center“ (MEAD-CDOC), eingerichtet.
Bis zu hundert Flugzeuge kann der Fliegerhorst aufnehmen. Hier wurden mehrere Jagdbomber F-15C Strike EAGLE stationiert. Seit Herbst 2025 befinden sich dort mindestens sechs Tankflugzeuge vom Typ KC-135R/T STRATOTANKER. Al Udeid ist auch ein Luftstützpunkt, der immer wieder von Bombern B-52 genutzt wird.
- Camp As Sayliyah: Das Camp As Sayliyah befindet sich bei Doha. Hier unterhielt CENTCOM 2002 bis 2009 einen Ausweichgefechtsstand.
Vereinigte Arabische Emirate
In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sind rund 5.000 GIs disloziert.
- Al Dhafra Air Base: Die Al Dhafra Air Base liegt südlich der Hauptstadt Abu Dhabi. Hier sind AWACS-Aufklärungskräfte, Jagdbomberverbände mit F-22 RAPTOR und Aufklärungsdrohnen vom Typ MQ-4C TRITON disloziert.
- Jebel Ali Port (Dubai): Jebel Ali Port ist offiziell kein Marinestützpunkt, dennoch dient der Hafen als Anlegeplatz für amerikanische Kriegsschiffe, darunter auch Flugzeugträger.
Oman
Gemäß einem Militärabkommen vom August/September 2008 nutzen die Amerikaner drei Fliegerhorste in Oman: den früheren britischen Fliegerhorst auf der Insel Masirah, den Fliegerhorst Seeb und die Thumrait Air Base (seit 1981).
Diego Garcia
Diego Garcia ist das größte Atoll im Chargos Archipel. Es ist eine Inselgruppe aus der Hauptinsel „Diego Garcia“ (27,2 qkm) und drei kleineren Inseln mitten im Indik. Die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben, heute hat die Inselgruppe noch ca. 4.240 Einwohner (Soldaten und Zivilbedienstete). Geographisch gehört die Insel zu den Malediven. Die Briten haben sich das Eiland widerrechtlich angeeignet und zu einem Militärstützpunkt mit Hafen (Naval Support Facility - NSF) und dem Fliegerhorst „Camp Thunder Cove“ ausgebaut.
Der Fliegerhorst „Camp Thunder Cove“ hat zwei Startbahnen mit einer maximalen Länge von 3659 m. Zur Unterbringung der Militärflugzeuge wurden in den Nullerjahren vier große Hangars, die sogenannten „Extra Large Deployable Aircraft Hangar Systems“ (XLDAHS), errichtet. Die U.S. Air Force nutzte den Luftstützpunkt in den vergangenen Konflikten im Nahen Osten wiederholt als Bomberbasis. Betrieben wird die Insel von der „Amentum Mitie Pacific LLC“ in Chantilly (Virginia).
Seegebiet
Anfang des Jahres 2026 befanden sich sechs Kriegsschiffe der U.S. Navy in dem fraglichen Seegebiet, darunter drei Lenkwaffenzerstörer der ARLEIGH-BURKE-Klasse (DDG 57 USS MITSCHER, DDG 74 USS MCFAUL und - seit dem 30. Dezember 2025 - DDG 80 USS ROOSEVELT). Die Zerstörer sind mit Marschflugkörpern THOMAHAWK LAND ATTACK MISSILEs (TLAM) ausgestattet. Hinzu kommen drei Küstenschutzschiffe („littoral combat ships“) der INDEPENDENCE-Klasse: LCS 16 USS TULSA, LCS 30 USS CANBERRA und LCS 32 USS SANTA BARBARA. Hinzu kommen möglicherweise auch Minenabwehrschiffe. Sogar die US Coast Guard ist mit dem USCGC CLARENCE SULPHIN JR. (SENTINEL-Klasse) vertreten. Der „Cutter“ gehört zu den Patrol Forces Southwest Asia der 5th Fleet. Außerdem wird das Seegebiet durch amerikanische Patrouillenflugzeuge P-8A POSEIDON und Aufklärungsdrohnen MQ-4C TRITON überwacht.
Der Flugzeugträger CVN 72 USS ABRAHAM LINCOLN (Callsign: UNION) wird Mitte Januar 2026 in der Arabischen See erwartet. Die USS LINCOLN ist das Flaggschiff der „Abraham Lincoln Strike Group“ (ALCSG) bzw. „Carrier Strike Group 3“ (CSG 3 oder CARSTRKGRU 3) unter dem Kommando von Konteradmiral Todd E. Whalen (Kommandoübernahme am 11. April 2025). Zu diesem Schiffsverband gehört ein Teil der „Destroyer Squadron 21“ (DESRON 21) mit derzeit drei bis vier Lenkwaffenzerstörern der ARLEIGH-BURKE-Klasse:
- DDG 111 USS SPRUANCE
- DDG 112 USS MICHAEL MURPHY
- DDG 121 USS FRANK E. PETERSEN JR.
An Bord der „Abe“ befindet sich das Flugzeugträgergeschwader „Carrier Air Wing 9“ (CAW-9 bzw. CVW-9) mit rund 65 bis 70 Flugzeugen und Hubschraubern. Der Funkrufname dieses Flugzeugverbandes lautet „SHOGUN“.
Das Geschwader verfügt über folgende Gliederung:
- Strike Fighter Squadron 14 (VFA-14) „Tophatters” mit F/A-18E SUPER HORNET
- Strike Fighter Squadron 41 (VFA-41) „Black Aces” mit F/A-18F SUPER HORNET
Strike Fighter Squadron 151 (VFA-151) „Vigilantes” mit F/A-18E SUPER HORNE
- Marine Fighter Attack Squadron 314 (VMFA-314) „Black Knights” mit F-35C LIGHTNING II
- Electronic Attack Squadron 133 (VAQ-133) „Wizards” mit EA-18G GROWLER
- Carrier Airborne Early Warning Squadron 117 (VAW-117) „Wallbangers” mit E-2D AWKEYE
- Helicopter Sea Combat Squadron 14 (HSC-14) „Chargers” mit MH-60S SEAHAWK
- Fleet Logistics Multi-Mission Squadron 30 (VRM-30) „Titans” mit CMW-22B OSPREYS
Nach einer einzelnen Pressemeldung verlegt möglicherweise auch noch die CVN 77 USS H. W. BUSH vom Atlantik an den Golf, sollte er in der Karibik nicht gebraucht werden. Das Schiff ist am 13. Januar 2026 aus seinem Heimathafen Norfolk ausgelaufen. (18)
Bündispartner?
Auf dem Fliegerhorst Al Udeid Air Base in Quatar betreiben die Briten mit den Quataris eine Joint Typhoon Squadron. Mindestens vier Kampfflugzeuge Typhoon und ein Tankflugzeug Airbus KC-2 VOYAGER der Royal Air Force flogen kürzlich vom Vereinigten Königreich an den Golf.
Mindestens eine Drohne vom Typ PROTECTOR RG Mk 1 (MQ-9B) operiert vom Flieger Muwaffaq al-Salti in Jordanien.
Der Blog „The War Zone“ berichtete am 16. Januar 2026: „France and Germany appear to be sending aerial assets to the region as well.” (19)
Allerdings weigern sich die Politiker von der Europäischen Union (EU) mit der Erbärmlichkeit von Politgangstern weiterhin, die „Iranische Revolutionsgarde“ (IRGC) als „terroristische Vereinigung“ zu klassifizieren.
Heute ist „Trump II“ seit einem Jahr im Amt, verbleiben drei weitere Jahre. Nachdem er die Iraner fürchterlich verarscht, (20), die Venezolaner bombardiert, die Grönländer drangsaliert, die Ukrainer im Stich lässt und die Europäer erpresst, während er den Russen in den Arsch kriecht, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, irgendwie ist Donald Trump nicht wirklich beliebt. Immerhin ist schon jetzt absehbar, dass die möglichen „Erfolge“ seiner Präsidentschaft bald verblassen werden, während der Schaden, den er den USA und ihren Alliierten und Partnern zufügt, noch Jahrzehnte nachwirken wird. Danke Donald für garnichts!
Quellen:
(1) https://www.tagesspiegel.de/internationales/das-ist-volkermord-rund-16500-tote-
und-330000-verletzte--so-hoch-schatzen-iranische-arzte-die-opferzahlen-ein-
15150362.html
(2) https://www.stern.de/politik/ausland/donald-trump---der-iran-hat-angerufen--
sie-wollen-verhandeln--37031574.html
(3) https://www.tagesspiegel.de/internationales/massenproteste-im-iran-trump-
erwagt-offenbar-militarschlage--teheran-droht-mit-gegenangriff-auf-israel-
15124195.html
(4) https://eu.detroitnews.com/story/news/nation/2026/01/13/iran-
protests-trump/88157662007/
(5) https://www.n-tv.de/politik/Regime-widerspricht-Trump-Teheran-will-Todesurteile-vollziehen-id30252850.html
(6) https://www.n-tv.de/politik/Trump-dringt-auf-Machtwechsel-im-Iran-id30253472.html
(7) https://www.focus.de/politik/ausland/usa-verlegen-medien-zufolge-flugzeug
traeger-nach-nahost_fc97b8e1-bb57-4568-82fb-e242d89a5fe2.html
(8) https://x.com/SimplyonWorld/status/2010015551280533621
(9) https://www.fr.de/politik/mullah-regime-droht-trump-riskiert-im-iran-regionale-
eskalation-zr-94117936.htm
(10) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-sorge-100.html
(11) https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/us-flieger-waren-schon-in-
der-luft-hat-trump-iran-angriff-in-letzter-minute-abgesagt-69688ec4e954401861ee11b0
(12) https://www.kenklippenstein.com/p/the-nuclear-war-plan-for-iran
(13) https://www.globalsecurity.org/military/ops/arabian-gauntlet.htm
(14) https://www.focus.de/politik/merz-mullah-regime-faktisch-am-ende-trump-
tendiert-zu-angriffen-auf-iran_79d47c75-b933-47fd-a0d2-4e7da6cb334b.html
(15) https://www.fr.de/politik/mullah-regime-droht-trump-riskiert-im-iran-regionale-
eskalation-zr-94117936.html
(16) https://www.stripes.com/theaters/middle_east/2026-01-17/us-launches-syria-
strike-ambush-20438401.html
(17) https://www.stripes.com/theaters/middle_east/2026-01-14/us-withdrawing-
some-personnel-from-major-middle-east-bases,-reuters-reports-20403859.html
(18) https://www.twz.com/news-features/signs-emerge-of-u-s-navy-air-force-push-
to-middle-east
(19) https://www.twz.com/news-features/signs-emerge-of-u-s-navy-air-force-push-
to-middle-east
(20) https://www.theguardian.com/world/2026/jan/18/why-protesters-iran-feel-betrayed-donald-trump
Update (20. Januar 2026):
Nach Grönland erhebt U.S. Präsident Donald Trump nun auch Besitzansprüche auf den Chagos Archipel mit der Hauptinsel Diego Garcia. Der Hintergrund: Am 22. Mai 2025 hatte die Regierung der britischen Ex-Kolonialmacht eingestanden, dass die Inselgruppe eigentlich zu den Malediven gehört. Zugleich einigten sich beide Seiten vertraglich darauf, dass das Vereinigte Königreich und seine Verbündeten die Insel Diego Garcia für die Dauer von 99 Jahren weiterhin militärisch nutzen darf. Dafür zahlt das Vereinigte Königreich den Malediven jährlich eine Pachtgebühr. Die Gesamtsumme über den gesamten Zeitraum beläuft sich auf 3,4 Milliarden Pfund.
Der Vertrag wurde von beiden Regierungen so unterzeichnet, aber noch nicht von den Parlamenten der beteiligten Staaten ratifiziert. (https://de.wikipedia.org/wiki/Chagos-Archipel)
Am 19. Januar 2026 wetterte Trump gegen die britischen Zugeständnisse an die Malediven. Der Vertrag sei ein "act of great stupidity" und ein "act of total weakness". Gegen das Abkommen gäbe es eine "very long line of National Security reasons".
Auf “Truth Social” tönte Trump am Dienstag: "Shockingly, our 'brilliant' NATO Ally, the United Kingdom, is currently planning to give away the Island of Diego Garcia, the site of a vital U.S. Military Base, to Mauritius, and to do so FOR NO REASON WHATSOEVER. There is no doubt that China and Russia have noticed this act of total weakness. (…) The UK giving away extremely important land is an act of GREAT STUPIDITY, and is another in a very long line of National Security reasons why Greenland has to be acquired."
Demgegenüber rechtfertigte die britische Regierung die beabsichtigte Rückgabe ihres (Ex-)Kolonialbesitzes, "because the base on Diego Garcia was under threat after court decisions undermined our position and would have prevented it operating as intended in future".
Außerdem sei die militärische Nutzung der Insel durch die Briten und Amerikaner garantiert, "for generations, with robust provisions for keeping its unique capabilities intact and our adversaries out".
Dazu erklärte der britische Oppositionspolitiker Nigel Farage auf “X”: "Thank goodness Trump has vetoed the surrender of the Chagos islands.” (https://www.bbc.com/news/articles/c0mkp021rvro)