Militärforschung
  Strasse von Hormus
 

Schiffeversenken in der Straße von Hormus

Gerhard Piper

März 2026

„Hochmut kommt vor dem Fall.“

Deutsche, anti-amerikanische Volksweisheit

Die Welt ist in Aufruhr, dabei machen die Amerikaner im Iran nichts anderes als das, was sie immer machen: Leute umbringen, die sie nicht einmal kennen. Trumps Vorstellung, er könne den Iranern am Besten helfen, indem er den Iran zerstört, hat schon etwas Satanisches. Was Trump vor Kriegsbeginn nicht gewusst haben will, ist, dass der Iran im Kriegsfall zurückschießen könnte. „Wir waren geschockt“, bekannte der U.S. Präsident. (1) Nun blockiert der Iran auch noch – wie angekündigt - die Straße von Hormus und Trump kann sie nicht frei machen. Die angeknackste kapitalistische Weltwirtschaft gerät ins Trudeln.

Straße von Hormus

Die „Straße von Hormus“ ist eine Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Sie hat eine geographische Breite von 55 km, die engste Stelle zwischen der iranischen Insel Larak und der omanischen Insel Great Quoin beträgt gerade mal 38 km. Allerdings sind die beiden Fahrrinnen noch viel schmaler. Sie betragen jeweils nur 3 km.

Auf dem Weg in den Persischen Golf transportieren die Frachtschiffe Lebensmittel, aber auch Eisenerz und Bauxit zu den Golfstaaten (Kuwait, Bahrain, Qatar und Vereinigte Arabischen Emirate (Dubai, etc.) und die saudische Ostküste. Hinzu kommen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe, die liquide Touristen zu den Scheichtümern befördern. Auf dem Weg in den Pazifik transportieren Öltanker rund 20 Prozent des weltweiten Bedarfs an Rohöl (täglich ca. 20 Millionen Barrel), rund 20 Prozent des Erdgasaufkommens und bis zu 20 bis 30 Prozent der globalen weltweiten Düngemittelproduktion. (2)

Zwar gibt es mehrere Pipelines, die die Meerenge umgehen, doch diese können täglich nur 10 bis 12 Millionen Barrel befördern. Es handelt sich um die Habshan-Fujairah-Pipeline von Abu Dhabi nach Fudschaira und die saudische Ost-West-Pipeline vom Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer.

Das Westufer an der Straße von Hormus ist Hoheitsgebiet des Oman, das Ostufer ist iranisches Territorium. Beide Staaten haben die vier Genfer Seerechtskonventionen vom 29. April 1958 unterzeichnet. So heißt es in Artikel 16 der Ersten Konvention, dem „Internationalen Übereinkommen über das Küstenmeer und die Anschlusszone“:

„1. Der Küstenstaat kann in seinem Küstenmeer die erforderlichen Massnahmen treffen, um eine nichtfriedliche Durchfahrt zu verhindern. (…)

3. Vorbehältlich des Absatzes 4 kann der Küstenstaat, ohne fremde Schiffe untereinander diskriminierend zu behandeln, in bestimmten Zonen seines Küstenmeeres die friedliche Durchfahrt fremder Schiffe vorübergehend verbieten, wenn dies für den Schutz seiner Sicherheit unerlässlich ist. Ein solches Verbot wird erst nach gehöriger Bekanntmachung wirksam.

4. Die friedliche Durchfahrt fremder Schiffe durch Meerengen, die der internationalen Schifffahrt zwischen einem Teil der Hohen See und einem anderen Teil derselben oder dem Küstenmeer eines fremden Staates dienen, darf auch vorübergehend nicht verboten werden.“ (3)

Jedoch hat der Iran noch nicht das UN-Seerechtsübereinkommen (SRÜ bzw. UNCLOS) vom 16. November 1994 ratifiziert. (4)

Tankerkrieg in den achtziger Jahren

- Erster Golfkrieg: Seit den achtziger Jahren ist die „Straße von Hormus“ als Nadelöhr der internationalen Seeschifffahrt bekannt. Damals hatte der Irak den Iran angegriffen in der Erwartung, der Gegner sei durch den Sturz des Schah nachhaltig geschwächt. Aber der Iran erwies sich als starker Gegner. Um den Krieg zu internationalisieren erfanden die Iraker den „Tankerkrieg“ vom Mai 1981 bis zum 26. September 1988: Zivile Tankschiffe wurden auf ihrer Fahrt durch den Persischen Golf angegriffen, um die Ölversorgung der Industriestaaten zu schädigen, damit diese Staaten zusätzlich Druck auf den Iran ausüben sollten. Im Oktober 1080 erklärte der Irak das gesamte Gebiet des Persischen Golfes zum „Kriegsgebiet. Es war der größte „Seekrieg“ seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Da die irakische Luftwaffe französische Anti-Schiff-Raketen vom Typ AM.39 EXOCET einsetzten, wurde der Persische Golf zeitweise als „Exocet Alley“ genannt. Neben den Raketen verlegten allein die Iraker 1.157 Seeminen. (5) Die Iraner griffen ihrerseits kuwaitische und saudische Öltanker an.

Insgesamt 437 Tankschiffe und Frachter (275 irakische Angriffe plus 162 iranische Attacken) wurden damals versenkt oder beschädigt. (6) Demgegenüber nannte das Versicherungsunternehmen „Lloyds“ gar eine Zahl von 546 beschädigten Schiffen. Rund 430 Matrosen starben. (7)

Am 1. November 1986 bat Kuwait die U.S. Regierung von Ronald Wilson Reagan um Hilfe. Daraufhin wurden elf kuwaitische Tankschiffe zu amerikanischen Tanker umgeflaggt, so dass diese fortan von der U.S. Navy eskortiert wurden.

Vom 24. Juli 1987 bis zum 26.September 1988 führte die U.S. Navy mit zehn Schiffen (darunter ein wechselnder Flugzeugträger und ein amphibisches Schiff) die Eskort-Operation EARNEST WILL durch. In 127 Konvois wurde insgesamt 259 Schiffe Geleitschutz gewährt. Allerdings war es zeitweise so, dass nicht die Kriegsschiffe die Handelsschiffe beschützten, sondern umgekehrt: Einige doppelwandige Öltanker hatten eine dickere Außenhaut als die Kriegsschiffe mit ihrer dünnen Aluminiumhülle, so dass die Marineschiffe im Kielwasser der Tanker denen einfach hinterherfuhren. (8)

Um die internationale Seeschifffahrt zu schützen startete die U.S. Navy im August 1987 die Operation PRIME CHANCE, die bis Juni 1989 andauerte. Daran waren u. a. 26 Kriegsschiffe, Hubschrauber und zahlreiche Spezialeinheiten wie die NIGHT STALKER beteiligt, die die iranischen Minenlegereinheiten angriffen. (9)

Im September 1987 beschlossen das Vereinigte Königreich, Niederlande, Belgien, Frankreich und Italien die Entsendung von Minenräumbooten, um die Marineoperationen der USA zu unterstützen.

Nachdem die Iraner mit einem chinesischen Seezielflugkörper SILKWORM den umgeflaggten amerikanisch-kuwaitischen Tanker „Sea Isle City“ am 15. Oktober 1987 angegriffen hatten, startete die U.S. Navy am 19. Oktober 1987 die Operation NIMBLE ARCHER: Vier Zerstörer griffen zwei iranische Ölplattformen an.

Am 14. April 1988 fuhr die Lenkwaffenfregatte FFG-58 USS SAMUEL B. ROBERTS auf eine iranische Seemine, die ein 4,6 m großes Loch in den Schiffsrumpf sprengte. 69 Matrosen wurden verletzt, darunter vier Mann schwer. Die Reparatur des Schiffes dauerte immerhin 13 Monate.

Am 18. April 1988 folgte die viertägige Operation PRAYING MANTIS. Beteiligt waren 1 Flugzeugträger (USS ENTERPRISE), 1 amphibischer Hubschrauberträger (USS TRENTON), 1 Kreuzer (USS TRUXTUN), 4 Zerstörer, 3 Fregatten sowie mehrere Jagdbomber und Hubschrauber. Zwei iranische Ölplattformen wurden zerstört, die iranische Fregatte IRIS SAHAND, ein Kanonenboot und drei Schnellboote wurden versenkt, eine weitere Fregatte beschädigt. Die Angriffe forderten 56 Tote; auch auf amerikanischer Seite gab es zwei Todesopfer, als ein Hubschrauber abstürzte. (10)

Dieses aggressive Externalisierungskonzept der beiden Kriegsparteien führte nach Jahren zum Erfolg. Der erste Golfkrieg endete am 20. August 1988 mit einem Patt und Waffenstillstand.

Auch nach seinem offiziellen Ende forderte der „Tankerkrieg“ durch verbliebene Minen noch weitere Opfer: Der amerikanische Hubschrauberträger LPH 10 USS TRIPOLI (IWO JIMA-Klasse) (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hubschrauberträger LHA 7) wurde am 18. Februar 1991 von einer irakischen Seemine LUGM-145 getroffen wurde, der Kreuzer CG-57 USS PRINCETON (TICONDEROGA-Klasse) lief ebenfalls am 18. Februar 1991 auf zwei Seeminen auf.

Aber am 6. November 2003 urteilte der Internationale Gerichtshof (IGH) in DenHaag (Niederlande), dass die U.S. Operationen nicht vom Recht auf Selbstverteidigung gedeckt, also illegal waren. (11)

- Im Mai 2007 kam es - vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen bezüglich eines auszuhandelndes Atomabkommens – zu verstärkten Spannungen. Die U.S. Regierung von George Bush drohte mit einem Militärangriff und erwartete einen iranischen Gegenangriff mit Marschflugkörpern gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Daraufhin entsandte die U.S. Regierung neun Kriegsschiffe, darunter zwei Flugzeugträger (USS NIMITZ und USS JOHN C. STENNIS) und mehrere Minenräumschiffe der AVENGER-Klasse.

- Ende Dezember 2011 drohte die Regierung in Teheran, sollte die U.S. Regierung Sanktionen verhängen, werde man die Straße von Hormus sperren.

Angesichts dieses zeitgenössischen Hintergrundes kann die aktuelle Konfliktlage nur wie ein déjà-vu anmuten.

Amerikanisch-israelischer Angriff im Ramadan

Der Krieg um den Gaza-Streifen ist noch nicht ganz beendet, da gibt es seit dem 28. Februar 2026 wieder Krieg am Golf: Die Amerikaner sprechen von EPIC FURY, die Israelis von ROARING LION bzw. „Sha'agat Ha'Ari“ und die Iraner reden vom „Ramadan-Krieg“ bzw. „jang ramezan“. Und wieder wird die internationale Seeschifffahrt bedroht. Gleich bei Kriegsbeginn kündigte die der iranischen Republikanischen Garde an, sie werde die Straße von Hormus  (iran.: Tange-ye Hormoz) für den internationalen Schiffsverkehr sperren, was dann am 2. März in Kraft trat. Die Straße von Hormus sei fortan militärisches Sperrgebiet.

Allerdings spielte diese mögliche und wahrscheinliche Gegenmaßnahme im Entscheidungsfindungsprozess während der amerikanischen Kriegsplanung keine Rolle, wie „CNN“ berichtete:

„While key officials from the Departments of Energy and Treasury were present for some of the official planning meetings about the operation before it started, sources said, the agency analysis and forecasts that would be integral elements of the decision-making process in past administrations were secondary considerations.

Treasury Secretary Scott Bessent and Energy Secretary Chris Wright have been key players throughout the planning and execution stages of the conflict, the sources acknowledged. But Trump’s preference of leaning on a tight circle of close advisers in his national security decision making had the effect of sidelining interagency debate over the potential economic fallout if Iran were to respond to US-Israeli strikes by closing the strait.” (12)

In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass der führende Iran-Experte des Weißen Hauses, Nate Swanson, erst im Dezember 2025 aus dem National Security Council (NSC) ausgeschieden war. (13)

Es kam, wie es kommen musste: Die beiden Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ des Touristikunternehmens „TUI Cruises“ (Hannover) liegen „gefangen“ in Abu Dhabi vor Anker, weil das Unternehmen die Warnungen vor einem Konflikt nicht ernst nahm; tausende Touristen mussten schließlich unter schwierigen Bedingungen auf dem Landweg evakuiert werden. In einer aktuellen Mitteilung des Reiseunternehmens heißt es nun:

„Unsere Weltentdecker-Gäste erhalten zusätzlich eine separate Information zum weiteren Vorgehen. Sollten weitere Anpassungen erforderlich werden, setzen wir uns umgehend und proaktiv mit den gebuchten Gästen in Verbindung.

Wir bitten weiterhin von individuellen Nachfragen zu kommenden Abfahrten abzusehen, da wir die Situation fortlaufend bewerten und Entscheidungen stets auf Grundlage aktueller behördlicher Empfehlungen treffen.

Mittlerweile haben auch alle Gäste und zahlreiche Crew der Mein Schiff 5 das Schiff verlassen und befinden sich auf dem Weg in ihre Heimatländer.“

Oberstes Ziel bleibt jetzt die Sicherheit und das Wohlergehen der verbliebenen Crew an Bord der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5. (14)

Mehrere Frachter der deutschen Reederei „Oldendorff“ (Lübeck), die Eisenerz in die Golfstaaten befördern, sitzen fest, darunter die „Alfred Oldendorff“, die „William Oldendorff“, die „Gebe Oldendorff“ und die „Huang Shan“. (15)

Nur vereinzelt dürfen iranische, pakistanische, indische oder chinesische Tanker die Meerenge passieren. Selbst die U.S. Regierung akzeptiert stillschweigend den Export iranischen Erdöls, da sich dadurch die am Markt angebotene Menge erhöht und die Preise dämpft. Dadurch erzielt der Iran einen Verkaufserlös von 140 Millionen Dollar täglich. (16)

Dennoch: Innerhalb der ersten zwei Kriegswochen sitzen bereits mehrere tausend Frachter im oder vor dem Persischen Golf fest, darunter unzählige Öltanker, aber auch Container-Schiffe und Schüttgut-Frachter etc.. Zur Zeit sind nicht weniger als 44 deutsche Schiffe betroffen. Mehrere tausend Matrosen müssen auf ihren Schiffen ausharren. Der Rückstau der Schiffe reicht bis in indische Gewässer, da die Kapitäne wissen, sie können spätestens an der Meerenge nicht weiterfahren.

Der „Verband Deutscher Reeder“ (VDR) in Hamburg (Burchardstr. 24) teilte dazu in einer Pressemitteilung vom 12. März mit:

„Angesichts der andauernden angespannten Sicherheitslage im Persischen Golf hat sich der Verband bereits in der vergangenen Woche an Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gewandt und um Unterstützung für eine international koordinierte Schutzmission für zivile Handelsschiffe gebeten.

Unterdessen hat sich die Lage in der Region weiter zugespitzt. In den letzten Tagen und Stunden hat die Zahl der Angriffe auf Handelsschiffe erneut zugenommen. Bislang wurden rund 20 Schiffe attackiert, dabei gab es Tote und Verletzte unter Seeleuten. Derzeit sind mehr als 2.000 Schiffe im Persischen Golf festgesetzt. Rund 30 Schiffe deutscher Reedereien sind dort aktuell betroffen, an Bord arbeiten etwa 1.000 Seeleute.“ (17)

Zur Behinderung des maritimen Handelsverkehrs können die Iraner Seeminen (Grund-, Ankertau- oder Treibminen), Drohnen oder land-, see- oder luftgestützte Anti-Schiffsraketen einsetzen. Es wird vermutet, dass der Iran – nach unterschiedlichen Angaben - über 2.000 (18) bis zu 6.000 Seeminen verfügt. (19) Es handelt sich um russische Grundminen MDM-6, die in einer Tiefe von 12 bis 50 m oder noch tiefer verlegt werden und bis zu 30 mm Stahl zerschlagen. (20) Hinzu kommen chinesische Steigminen EM-52 (and. Bez.: Te-1), die ebenfalls auf dem Meeresboden in 5 bis 200 m Tiefe deponiert werden und bei Annäherung eines Schiffes automatisch mit Raketenantrieb hochgeschossen werden. Sie haben bei einem Eigengewicht von ca. 950 kg eine Sprengladung von ca. 300 kg. Außerdem besitzen die Iraner noch Seeminen aus Nordkorea. Nach Geheimdiensterkenntnissen hat die iranische Marine kürzlich angeblich mehrere Dutzend Seeminen ausgelegt; bisher ist es aber noch zu keinem „Treffer“ gekommen. Sollten die Iraner tatsächlich ihre Minen ausbringen können, würde es Monate dauern, die Sprengkörper einzusammeln. Anders als in den achtziger Jahren verfügen die iranischen Streitkräfte darüber hinaus über ein umfassendes Arsenal an (Anti-Schiff-)Flugkörpern ihrer Küstenverteidigung entlang des Ostufers des Persischen Golfes. Außerdem können die Iraner ihre (Katamaran-)Schnellboote einsetzen, um Minen zu verlegen.

Vom 28. Februar bis zum 17. März meldete die britische United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) bis zu 24 Zwischenfälle im Bereich der Straße von Hormus und angrenzenden Gewässern, (21) nach Angaben der International Maritime Organisation (IMO) wurden bisher 16 Handelsschiffe attackiert, dabei gab es Verletzte und mehrere Tote. (22)

- Der erste Zwischenfall ereignete sich am 3. Februar 16 Seemeilen nördlich der Küste von Oman. (23)

- Am 2. März traf es den Tanker „Stena Imperative“ im Hafen von Bahrain. Das Schiff ist zwar ein ziviler Tanker, wird aber auch von der U.S. Navy benutzt, um ihre Kriegsschiffe zu betanken. (24)

- Am 5. März wurde der Öltanker „Sonangol Namibe“, der in den Bahamas registriert ist, 30 Seemeilen vor Mubarak al-Kabeer (Kuwait) in Brand geschossen. (25)

- Am 11. März wurde das thailändische Frachtschiff „Mayuree Naree“ der Reederei „Precious Shipping“, das 11 Seemeilen nördlich von Oman fuhr, angegriffen. Der Angriff verursachte ein Feuer im Maschinenraum, das relativ schnell gelöscht werden konnte. Drei Besatzungsmitglieder werden vermisst. (26)

- Am 11. März traf ein Geschoss das japanische Containerschiff „One Majesty“, das 25 Seemeilen vor dem Hafen Ras Al Khaimah (VAE) ankerte. Das Schiff wurde in Brand geschossen. (27)

- Am 11. März wurde der Frachter „Star Gwyneth", der der griechischen Reederei „Star Bulk“ gehört, ca. 50 Seemeilen nordwestlich vor der Küste von Dubai von einer Rakete getroffen. (28)

- Am 12. März wurde der maltesische Öltanker „Zefyros“ getroffen.

- Am 12. März wurde der Öltanker „Safesea Vishnu“, der unter der unter der Flagge der Marshall-Inseln fährt, getroffen.

- Am 12. März traf eine Artilleriegranate das Containerschiff „Source Blessing“. Es gehört der deutschen Reederei „Hapag Lloyd“ (Hamburg), ist aber z. Zt. an das dänische Frachtunternehmen „Maersk“ vermietet. Es entstand ein Brand im Maschinenraum, der gelöscht werden konnte. (29)

- Zuletzt traf es einen Frachter, der am 17. März vor der Küste von Oman vor Anker lag. Er wurde von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen, wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte. Bei dem Vorfall seien „geringfügige strukturelle Schäden“ gemeldet worden. (30)

Der ehemalige Commodore Steve Prest vom britischen Militärforschungsinstitut Royal United Service Institute (RUSI) in London meinte:

„Man braucht vielleicht gar nicht viele. Sobald Sie eine einzige Mine vermuten, müssen Sie davon ausgehen, dass es mehr geben könnte. (…) Wenn Sie die Straße gegen den Willen Irans erzwingen wollen, dann müssen Sie mit dieser gesamten Bedrohung in ihrer Gesamtheit fertigwerden. Ich glaube nicht, dass irgendetwas davon schnell, günstig oder einfach ist. Wir reden hier von Wochen, nicht Tagen.“ (31)

Besonders schwierig wird es, wenn die Kampfhandlungen während der Minenräumung noch andauern. Prof. Dr. Caitlin Talmadge, Politikwissenschaftlerin und Sicherheitsexpertin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA), wies darauf hin, dass das Räumen von Minen unter Beschuss zumindest historisch gesehen nahezu unmöglich sei:

„Minenräumung ist immer langsam und schwierig; sie während eines ausgewachsenen Krieges durchzuführen, während man Bedrohungen durch landgestützte Anti-Schiffs-Marschflugkörper, Drohnen und andere iranische Marinekapazitäten ausgesetzt ist, wäre außerordentlich gefährlich. (…) Wenn Iran die Straße vermint und der größere Krieg andauert, werden die Vereinigten Staaten vor einer schwierigen Entscheidung stehen, ob sie teure Kriegsschiffe und Hubschrauber nahe an Irans Küste schicken, um die Minen zu räumen.

Die Vereinigten Staaten und Israel haben Irans Fähigkeiten geschwächt, doch es ist durchaus möglich, dass Iran weiterhin in der Lage wäre, US-Minenräumplattformen mit Anti-Schiffs-Marschflugkörpern, Drohnen und Angriffen kleiner Boote zu bedrohen. In der Tat wäre es für Iran vermutlich eines der wichtigsten Ziele, diese Plattformen in Reichweite zu bringen.“ (32)

Die U.S. Streitkräfte ihrerseits versenkten bisher 50 iranische Kriegsschiffe. Somit haben bisher die Iraner die höchsten Verluste und nicht die zivile Seeschifffahrt. So vernichteten die USA am 10. März 16 Minenlegerboote. (33) Ein Depot mit Seeminen auf der Insel Kharq wurde am 14. März durch einen Luftangriff zerstört. Trump drohte am 16. März, sollte die iranische Blockade andauern, werde er die petrochemischen Anlagen auf der Insel Kharg durch einen Luftangriff zerstören. In der Nacht vom 17. auf den 18. März wurden die (Flugkörper-)Stellungen der iranischen Küstenverteidigung massiv bombardiert. Dabei kamen auch zahlreiche Bunker-buster-Bomben zum Einsatz. (34)

Am 11. März forderte U.S. Präsident Donald John Trump die Kapitäne der blockierten Schiffe auf, sie sollten todesverachtend die Meerenge einfach passieren, was dem Präsidenten leicht fiel, weil er ja nicht an Bord war. Jedoch verhallte der Ruf ungehört. Einen Tag später behauptete U.S. Kriegsminister Peter Hegseth, die Lage in der Meerenge sei nicht besorgniserregend, das ist für eine Kriegssituation eine überaus optimistische Feststellung: „Wir haben uns damit auseinandergesetzt und brauchen uns keine Sorgen zu machen. Wir planen, all ihre relevanten militärischen Kapazitäten in einem noch nie dagewesenen Tempo zu besiegen, zu zerstören und außer Gefecht zu setzen.“ (35)

Daraufhin kündigte Trump an, die amerikanische Marine würde den Transportschiffen Geleitschutz gewähren, aber bisher kam noch keine Eskorte zu Stande. Die Militärs mussten ihren Oberbefehlshaber davon in Kenntnis setzen, dass erst bestimmte militärische Voraussetzungen erfüllt sein müssten, bevor eine Eskorte durchgeführt werden könne, so müssten die Küstenstreifen entlang der Meerenge „gesäubert“ und gesichert werden. In diesem Sinne sprach der „Chairman of the Joint Chiefs of Staff“ (CJCS) und „Master of Arts“ (MoA), General John Daniel Caine, von einer „taktisch komplexen Umgebung“. (36) In den 36 Jahren seiner Militärdienstzeit konnte dieser Militärbürokrat kaum zwei Jahre lang bei Einsätzen im Nahen Osten Fronterfahrung schnuppern.

Anscheinend fehlt es der U.S. Navy an genügend Überwasserschiffen, die sie zu diesem Zweck abgestellt werden könnten.

So wird die Erdölversorgung auf unterschiedliche Weise geschädigt:
- Petrochemische Anlagen (Raffinerien und Pipelines) werden auf beiden Seiten - im Iran und den arabischen Golfstaaten - beschädigt oder zerstört
- Öltanks wurden in Brand gesetzt
- Öltanker werden blockiert oder gar in Brand gesetzt
- Da das geförderte Rohöl nicht mehr gelagert oder abtransportiert werden kann, wurde die Erdölförderung z. T. eingestellt. Dadurch kommt es zu einem Druckabfall in den Fördertürmen, so ist es fraglich, ob alte Fördertürme wieder in Betrieb genommen werden können. Dies führt dazu, dass das Restöl aus einzelnen Lagerstätten wohl nicht mehr gefördert werden kann und für eine industrielle Verwertung dauerhaft ausfällt.

Durch die iranische Reaktion in Form der Sperrung der Straße von Hormus ist der Benzinpreis an den Tankstellen weltweit um über 25 Prozent gestiegen. Die Geschäftsführer der großen U.S. Ölkonzerne „Exxon Mobil“, „Chevron“ und „ConocoPhilipps“ sprachen bei Trump im Weißen Haus vor und warnten vor einer Verschärfung der Energiekrise. Der Preis für ein Barrel könnte auf 200 Dollar steigen. In der fragwürdigen Hoffnung, den Benzinpreis drücken zu können, gab die Internationale Energieagentur (IEA) 400 Millionen Barrel, also ein Drittel ihrer Notreserven, zum Verkauf frei. (37)

Darüber hinaus kommt es zu Versorgungsengpässen bei chemischen Rohstoffen wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel. Das könnte eine weltweite Knappheit von Düngemitteln auslösen, die wiederum einen Mangel an Lebensmitteln zeitigen könnte. (38)

Auf iranischer Seite stellt sich die Frage, in wie weit sich der Iran durch eine Verminung der Straße von Hormus selbst schaden würde, weil dadurch auch seine eigenen maritimen Handelsströme abgeschnitten würden. Offen blieben dann nur noch der Tiefseehafen Charbahar und der kleine Flottenstützpunkt Jask an der Südküste. Jeder „Sieg“ hier bliebe bloß ein „Pyrhussieg“. So spekulieren die USA zurecht darauf, dass die Blockade nicht allzu lange dauern wird.

Kriegsdauer?

Welches militärpolitische Ziel die USA mit ihrem Angriff verfolgen, ist auch zwei Wochen nach Kriegsbeginn unklar. Zur Zeit verfolgen die U.S. Streitkräfte die Taktik „waste-more-land“.

Zwischen den beiden „Partnern“ der Kriegsallianz ist es darüber zum Streit gekommen. Während die Israelis den Iran unbedingt in die Steinzeit zurückbomben wollen und dazu die Öllager bei Teheran in Brand schossen, verwehrte sich Trump gegen eine solche Vernichtung von Erdöl, das er lieber zu Geld machen möchte. Bisher wurden tausende Ziele zerstört, darunter auch Meerwasserentsalzungsanlagen, die für das Überleben der Zivilbevölkerung notwendig sind. Am 18. März wurde gar das iranische Atomkraftwerk bei Buschehr (iran.: nirugāh-e atomi-ye Bušehr), ein Druckwasserreaktor vom russischen Typ VVER V-446 mit 1.000 MW, von einem Geschoss getroffen. (39) Ein Nuklearvorfall der U.S. Militärkategorie FADED GIANT.

Unklarheit herrscht auch bezüglich der weiteren Kriegsdauer. Kurz vor Kriegsbeginn hatte die U.S. Regierung der türkischen Regierung in Ankara mitgeteilt, der Krieg würde nur vier Tage dauern. Dazu erklärte Aslı Aydıntaşbaş, Türkei-Expertin von der „Brookings Institution“ in Washington:

„Turkey and some of its allies were told, through official channels, that this operation would take days and be completed in four days. (…) You cannot tell a Nato ally that you have made a four-day plan and then extend the operation to 14 days. In a sense, this was also a betrayal of the regional countries. (…)

Every Iran expert I spoke to said the regime would not change through a military operation, that it would not change through air strikes. (…) So, driven a bit by Israel’s encouragement and a bit by Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu’s urging, Trump wanted to carry out a hit-and-run move, and now he is stuck in an open-ended war.” (40)

Präsident Trump behauptete am 10. März, der Krieg sei quasi beendet: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.“ Demgegenüber erklärte sein Kriegsminister am selben Tag, die Luftangriffe würden noch verstärkt werden. Die Israelis erklärten am 15. März, der Krieg würde voraussichtlich noch zwei bis drei Wochen andauern. Demgegenüber befanden die Iraner: „Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden." (41) Schließlich änderte der vorbestrafte Sexualstraftäter und Mädchenmassenmörder noch einmal seine Meinung und erklärte am 15. März: „Wir schlagen vielleicht noch ein paar Mal zu, einfach nur zum Spaß.“ (42)

Nachdem Trump die Iraner zunächst zur „bedingungslosen Kapitulation“ aufgefordert hatte, erklärte er am 15. März, die U.S. Regierung würde mit der iranischen Seite verhandeln. Aber die Iraner seien noch nicht „bereit“ für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges. „Ich glaube nicht, dass sie bereit sind. Aber sie sind schon ziemlich nah dran.“ Allerdings sei er sich selbst nicht sicher, ob er überhaupt ein Abkommen zur Beendigung des Krieges schließen wolle. „Zuerst einmal weiß niemand so genau, mit wem man es überhaupt zu tun hat, weil die meisten ihrer Führung getötet wurden.“

Demgegenüber befand der iranische Außenminister Abbas Araghtschi: „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den Amerikanern reden sollten. (…) Wir waren ja schon mit ihnen im Gespräch, als sie beschlossen, uns anzugreifen.“ Ein Dutzend U.S. Militärbasen haben die Iraner mittlerweile angegriffen, um die „Amis“ aus dem Nahen Osten herauszubomben.

Diesmal ist es nicht der „fog of war“, der die praktische Umsetzung der Kriegspläne verhindert, sondern die Doofheit des Oberbefehlshabers, der überhaupt keinen Kriegsplan hatte. Angesichts des Kriegschaos im Weißen Haus und auf dem Schlachtfeld sind Vizepräsident James David Vance und Außenminister Marco Antonio Rubio „abgetaucht“. Während sie vor Beginn der Kampfhandlungen ausgiebig Stellungsnahmen abgaben, stellen sie sich seit Kriegsbeginn mundtot.

Enthauptung der Iraner?

Die Iraner behaupten, sie hätten sich 47 Jahre auf diesen Krieg gegen den „Großen Satan“ USA und seinen zionistischen Lakaien „Israel“ vorbereitet. Die Frage ist, wieviele Jahre der Vorbereitungszeit haben sie nur Tee getrunken. So mutet dieser „Krieg“ sehr ungewöhnlich an, da das angegriffene Land seine Heeresverbände überhaupt nicht einsetzt, die Luftwaffe nur einen einzigen, gescheiterten Angriff mit zwei Jagdbombern Su-24 FENCER durchgeführt hat und die Marine ausschließlich damit beschäftigt ist, abzusaufen. Lediglich das Flugkörperkommando ist im Dauereinsatz, hält aber seine schlagkräftigsten Systeme noch zurück.

Dennoch pochen die Iraner auf die Resilienz ihres „revolutionären“ Systems: Schon in Friedenszeiten bestand die Staatsspitze aus einem Triumvirat aus Staatspräsident, Regierungschef und Revolutionsführer. Die Streitkräfte und ihre Führungsorgane waren dualistisch aufgebaut aus regulären Truppen der Artesch und Revolutionsgardisten der Sepāh. Für alle wesentlichen Ämter gab es eine Nachfolgeregelung. Allerdings stößt diese durch die amerikanisch-israelischen „decapitation strikes“ an ihre Grenzen. Nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei gleich zu Kriegsbeginn übernahm dessen Sohn Modschtaba Chamenei angeblich die Führungsrolle, da aber auch er am ersten Kriegstag verwundet wurde, ist unklar, ob er überhaupt noch lebt. Der israelische Militärsprecher Effie Defrin posaunte am 17. März: „Wir wissen nichts über Modschtaba Chamenei, wir hören nichts von ihm, wir sehen ihn nicht, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wir werden ihn aufspüren, ihn finden und ihn neutralisieren.“ (43)

Der Kommandeur der staatstragenden Revolutionsgarden musste in den letzten neun Monaten zweimal durch einen Nachfolger ersetzt werden, weil die jeweiligen Amtsträger durch Attentate oder Luftangriffe ausgeschaltet wurden: Generalleutnant Hussein Salami (April 2019 bis 13. Juni 2025). Generalleutnant Mohammad Pakpour (13. Juni 2025 bis 28. Februar 2026), Generalmajor Ahmad Vahidi (1. März 2026 bis …), …

Das Problem kumuliert noch dadurch, dass Ali Ardeschir Laridschani, der als der Organisator der Nachfolgeregelungen eingesetzt war, selbst am 17. März getötet wurde und nun seine eigene Nachfolge nicht mehr regeln kann.

Bei einem „regime change“ wird – „normalerweise“ – ein Regime durch ein anderes Regime ausgetauscht; die Lage im Iran könnte dazu führen, dass ein sich entwickelndes personelles Vakuum irgendwann durch irgendwen ersetzt wird oder auch nicht: Chaos und Bürgerkrieg wären die Folge.

Mangelnder U.S. Flottenaufmarsch zur Minenbekämpfung

Für ihren Angriffskrieg gegen den Iran hat die U.S. Navy ein Großaufgebot Kriegsschiffen am Arabischen Golf zusammengezogen: Flugzeugträger, Kreuzer, Zerstörer, Versorger und U-Boote. Aber wo sind die Minensucher?

Früher hatte die U.S. Navy vier Minensucher der AVENGER-Klasse im Flottenstützpunkt Manama (Bahrain) stationiert: USS DEVASTATOR, USS DEXTROUS, USS GLADIATOR und USS SENTRY. Aber das neue amerikanische Militärgenie mit McNamara-Frisur, Peter Brian „Steve“ Hegseth, hat die vier Schiffe Ende 2025/Anfang 2026 abgezogen, um sie zu verschrotten. Nun sitzt die 5. Flotte auf dem Trockenen ohne reguläre Minenräumer. (44) Die letzten vier verbliebenen Minenkampfschiffe der AVENGER-Klasse sind derzeit alle in Sasebo (Japan) stationiert. Sie haben einen anti-magnetischen Rumpf aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Ersetzt wurden die vier Minenkampfschiffe am Golf seit Mai 2025 durch drei Küstenverteidigungsschiffe (engl.: littoral combat ship - LCS) der INDEPENDENCE-Klasse. Diese Schiffe sind ebenfalls in Manama disloziert: LCS 16 USS TULSA, LCS 30 USS CANBERRA und LCS 32 SANTA BARBARA. Aber mittlerweile wurden zwei Boote, die USS TULSA und die USS SANTA BARBARA, längst wieder aus dem Persischen Golf abgezogen und nach Penang (Malaysia) verlegt. (45) Somit sind hat die U.S. Navy seit dem letzten Jahreswechsel nicht weniger als sechs Minenabwehrschiffe vom Persischen Golf abgezogen. Warum die USA im Kriegsfall ihre Minenabwehrschiffe abziehen, um Tage später die NATO-Verbündeten um die Entsendung von Minenabwehrschiffe zu bitten, ist ein Anfall von Schwachsinn, den nur amerikanische Admiräle erklären können.

Die Schiffe der INDEPENDENCE-Klasse haben eine Länge von 127 m, ihr Rumpf ist als Trimaran ausgelegt, besteht aber aus Metall, was für Minenabwehrschiffe eher nachteilig ist. Sie sind zwar wesentlich moderner, aber sie dienen hauptsächlich der Bekämpfung von feindlichen Überwasserschiffen und U-Booten. Erst in einer Zweitfunktion dienen sie auch der Minenbekämpfung (engl.: mine countermeasures - MCM). Dazu sind sie seit Februar 2025 mit einem entsprechenden „package“ ausgerüstet. Sie sind jeweils mit zwei ferngesteuerten Drohnen (Common Unmanned Surface Vehicles [CUSV] oder Mine Countermeasures Unmanned Surface Vehicle [MCM USV]) ausgestattet, die mit dem Sonar-Minenjagdsystem AN/AQS-20C ausgestattet sind. (46) Hinzu kommt ein Unmanned Influence Sweep System (UISS). (47) Außerdem besitzen die Schiffe dieser Klasse jeweils einen Hubschrauber vom Typ MH-60R/S SEAHAWK, der mit dem Laser-Minenortungssystem AN/AES-1 (ALMDS) und dem Airborne Mine Neutralisation System ARCHERFISH (AMNS-AF) ausgerüstet ist. (48)

Allerdings wurden die LCS noch nie in der Minenbekämpfung eingesetzt, so dass die neuen Systeme „Kinderkrankheiten“ haben, die z. T. bisher unerkannt blieben. So fordert der Einsatz der CSUV eine lange Vorbereitungszeit; außerdem erkennt das Sonar dieser Drohnen Minen nicht immer zuverlässig. Über die Ergebnisse eines „MCM Advanced Tactical Training Program“ berichtete der Mediendienst „Hunterbrook“:

„Unreliable unmanned systems. Each Fleet-class USV mission requires over four hours of “pre-mission maintenance” and “1.5 hours of GPS/sonar calibration once launched,” according to the presentation. Multiple hunt missions were conducted where the sonar simply failed to record data — and crews didn’t know until the post-mission analysis. This is especially damaging during reacquire-and-identify missions, exactly the kind of work needed to clear a minefield. 

Operators have responded by shortening mission times, which defeats the purpose of using unmanned vehicles in the first place. One pre-deployment exercise with the USS Tulsa off the coast of San Diego resulted in a runaway MCM USV near Mexico’s territorial waters that could not be recovered by the mothership LCS. “Literally, the practice minefield I use is 1 mile north of the US-Mexico maritime border, and there’s a good chance that that UUV drifts or decides to go off on its own. I’m going to get demarched by the Mexican government,” said the leader of the U.S. Navy’s Mine Countermeasures Technical Division. The USVs themselves act as a handicap to minesweeping, with a short bandwidth range forcing the mothership LCS to operate near or inside minefields to maintain visual range to the USV’s antennas. (….)” (49)

Ansonsten setzt die U.S. Navy zur Minenbekämpfung Hubschrauber vom Typ MH-53E SEA DRAGON ein, die mit dem MARK 105 Hydrofoil Magnetic Minesweeping Sled und einem Sonar AQS-14A ausgerüstet waren. Gegenwärtig sind noch 28 alte Hubschrauber im „aktiven Dienst“, über deren Einsatzbereitschaft keine Angaben vorliegen. Sie sollen durch Schwerlasthubschrauber CH-53K KING STALLION ersetzt werden, die seit Mai 2018 beim Marine Corps eingeführt werden und in einer Nebenfunktion zur Minenräumung eingesetzt werden können.

Die mangelnde militärische Planung zeigt sich nicht nur bei der Frage der Minenbekämpfung, sondern auch bei der „Ford-Affäre“. So wurde der Flugzeugträger CVN 78 USS GERALD R. FORD seit dem 24. Juni 2025, also viel zu lange, im Einsatz gehalten. Die Quintessenz kann sich sehen lassen: mindestens 4.600 Matrosen an Bord, kaum Toiletten, kaum Betten, kaum frische Unterhosen, und „mission not accomplished“! Welch eine stinkende Marine! Über 30 Stunden wütete ein Brand an Bord des Schiffes, das von zwei Atomreaktoren angetrieben wird. Ein gefährlicher Vorfall. Nun schippert der Träger mit fast 200 Verletzten vom Roten Meer durch den Suez-Kanal nach Souda Bay auf Kreta (Griechenland), wo die gestressten Seeleute endlich von Bord gehen können, die Verletzten versorgt werden und das Schiff provisorisch repariert wird. Sie sind immerhin dem Krieg entkommen. (50)

Verspätete Suche nach Verbündeten

Entgegen dem Rat der Europäer hatte Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Ohne seine europäischen Bündnispartner zu fragen, provozierte der Präsident seinen Krieg gegen den Iran, der als Ölproduzent eine zentrale Rolle im globalen Wirtschaftsgefüge einnimmt und als Atomwaffentechnologie-Staat gilt, der mit seiner Streitmacht, die mit 960.000 Mann mehr als fünfmal so umfangreich ist wie die Bundeswehr, über ein ausgesprochen umfangreiches Arsenal an Flugkörpern verfügt.

Obwohl die Iraner im Falle eines Angriffs eine Seeblockade der Straße von Hormus ankündigten und dies selbst für Militärlaien absehbar war, war die U.S. Regierung, Präsident Donald Trump, sein Verteidigungsminister Peter Hegseth und der Vorsitzende der Vereinigten Stabchefs (CJCS) John Daniel Caine, einfach zu blöd, um sich in ihrer Kriegsplanung darauf einzustellen. Nun bettelt Trump die Staaten, die er in den vergangenen fünfzehn Monaten wiederholt verprellt hat, um Militärhilfe an: United Kingdom, Frankreich, Südkorea, Japan, ja selbst die VR China sollen Kriegsschiffe entsenden, um zu verhindern, dass die Weltwirtschaft zusammenbricht.

- BRD

Die Bundesregierung stellt den Amerikanern - wieder einmal - ihr Staatsgebiet als Aufmarschgebiet und Rampe für den Krieg gegen den Iran hemmungslos zur Verfügung.

Zunächst fläzte sich der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 3. März, also nur drei Tage nach Kriegsbeginn, in den Ledersesseln des Weißen Hauses und praktizierte mit seinem Ziehvater Trump einen schmierig-schleimigen Smalltalk. Die Propandamedien „ARD“ und „ZDF“ berichteten ebenso stolz wie dümmlich, der Bundeskanzler habe seine Sache gut gemacht und die europäischen Interessen angemessen vertreten. Mittlerweile ging die Bundesregierung auf Distanz zu ihrem „Bündnispartner“: „Ich will es noch einmal sehr deutlich sagen: Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden. (…) Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden,“ erklärte Bundeskanzler Merz. Und:

„Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg nicht konsultiert. (…) Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie gegeben. Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun. (…) Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, deshalb ist die Nato hier nicht gefragt.“ (51)

So lehnte Bundverteidigungsminister Boris Ludwig Pistorius (SPD) und Bundesaußenminister Johann Walter David Rudolf „Jo“ Wadephul (CDU) von vornherein eine Beteiligung der Bundesmarine an einem Marineeinsatz im Persischen Golf ab. Möglich wäre die Entsendung einer hochseetüchtigen Fregatte oder deutscher Minenjagdboote der FRANKENTHAL-Klasse. So fordern deutsche Reeder weiterhin einen Schutz ihrer Schiffe durch die Bundesregierung.

Angesichts des völligen Versagens der Bundeswirtschaftsministerin, Katerina Birgitt Reiche (CDU), und des Anstiegs der Benzinpreise, die in der BRD wesentlich höher ausfallen als in den Nachbarländern, warfen Bundespolitiker den Geschäftsführern der Ölkonzerne „Abzocke“ vor. Am Montag kamen beide Seiten zu einem Gespräch der Regierungs-„Taskforce“ zusammen. Im Vorfeld der Sitzung stellte der SPD-Fraktionsvize Armand Zorn fest: Es gebe „klare Hinweise auf erhebliche strukturelle Probleme auf dem Mineralölmarkt.“ Auf der Sitzung werde dies thematisiert: „Dort werden wir mit den Mineralölkonzernen Klartext sprechen.“ Die Federführung für die Arbeitsgruppe lag bei Armand Zorn sowie Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU). An der Besprechung nahm auch der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie, Christian Küchen, und die Geschäftsführer von „British Petroleum“ (Patrick Wendeler) und „Shell“ (Enno Harks) teil. Zorn erklärte nach der Sitzung: „Leider wurden unsere Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet. Den Mineralölkonzernen ist es nicht gelungen, glaubhaft zu erklären, wie die Preisgestaltung geschieht und vor allem auch, wie die Unterschiede im europäischen Vergleich zu erklären sind.“ (52)

Auch die Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ wirft den Ölkonzernen vor, massiv am Krieg zu verdienen, Die Unternehmen verdienen täglich 21,1 Millionen Euro an sogenannten Übergewinnen, weil die Preise für Benzin und Diesel weit stärker gestiegen seien als die zugrundeliegenden Rohölpreise. Allein bei Diesel beliefen sich die täglichen Zusatzeinnahmen auf 17,9 Millionen Euro, bei Benzin auf 3,2 Millionen Euro, heißt es in der Studie des Energieexperten Steffen Bukold. (53)

- UK

Die britische Royal Navy (RN) hatte vier Minensuchboote (u. a. M109 BANGOR [SANDOWN-Class], M34 HMS MIDDLETON [HUNT-Klasse] und RNMB HARRIER [ARCIMS-Class]) in der Mina Salman Support Facility (and. Bez: HMS Jufair) in Bahrain disloziert. Sie wurden in den Jahren 2024 bis 2026 ersatzlos abgezogen.

Nachdem die Iraner die Mittelmeerinsel Zypern mehrfach beschossen, wo die Briten den Luftstützpunkt RAF Akrotiri bei Limassol unterhalten, hat sich die britische Regierung entschlossen, einen Marineverband zu entsenden. Schließlich ist Zypern – im Gegensatz zu Großbritannien - Mitglied der Europäischen Union und kann daher die Beistandsgarantien der EU (EUV, Artikel 42, Abs. 7 von 2009) geltend machen:

„Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung, im Einklang mit Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen. Dies lässt den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten unberührt.“

Aber es dauerte mehrere Tage, bis der Zerstörer D35 HMS DRAGON (DARING-Klasse) einsatzklar gemacht werden konnte, um ins östliche Mittelmeer verschickt zu werden. Auf seiner Fahrt machte das Schiff am 17. März im britischen Flottenstützpunkt Gibraltar halt, um neues Personal und Proviant an Bord zu nehmen.

Was die militärische Unterstützung der USA anbelangt, hatte der britische Premierminister Keir Starmer seine heimischen Luftstützpunkte ab Januar 2026 für den U.S. Truppenaufmarsch gegen den Iran zunächst zur Verfügung gestellt, um eine weitere Nutzung durch das U.S. Militär Ende Februar zu untersagen, um sie ein paar Tage später bei Kriegsbeginn dann doch wieder zu öffnen. Mittlerweile sind in RAF Fairford (UK) mehrere U.S.-Bomber vom Typ B-1B LANCER disloziert.

Eine aktive Unterstützung lehnte die britische Regierung zunächst ab. Die Royal Navy, die einst die Weltmeere „beherrschte“, hatte nur ein altes Minenkampfschiff im östlichen Mittelmeer disloziert.

Zwischenzeitlich lehnte U.S. Präsident Trump, ebenso enttäuscht wie empört, die britische Militärhilfe ab, um sie schließlich doch anzufordern. So jammerte Trump bereits nach der ersten Kriegswoche am 8. März:

“The United Kingdom, our once Great Ally, maybe the Greatest of them all, is finally giving serious thought to sending two aircraft carriers to the Middle East. (…) That's OK, Prime Minister Starmer, we don't need them any longer - But we will remember.

We don't need people that join Wars after we've already won! (…)

We don't need them. (…) It's not the right time. It would have been nice to have them two weeks ago." (54)

Zwei Wochen trat Trump noch einmal nach:

„I was very surprised with the United Kingdom, because the United Kingdom, two weeks ago, I said, ‘Why don’t you send some ships over’ and he really didn’t want to do it.

I said ‘You don’t want to do it? We’ve been with you. You’re our oldest ally and we spend a lot of money on Nato and all of these things to protect you’. (…)

I said you don’t need to meet with your team, you’re the Prime Minister, you can make your own… why do you have to meet with your team to find out whether or not you’re going to send some minesweepers to help us or to send some boats.” (55)

Demgegenüber erklärte Starmer: “We’re working with all of our allies, including our European partners, to bring together a viable collective plan that can restore freedom of navigation in the region as quickly as possible and ease the economic impacts.” (56)

Nun sollen die Briten wenigsten ihren Flugzeugträger HMS PRINCE OF WALES (HMS = His Majesty Ship), entsenden. Zwar ist das Schiff prinzipiell einsatzbereit, es muss aber erst für einen Kampfeinsatz vorbereitet werden, das dauert mehrere Tage. (57)

- Frankreich

Die Regierung in Paris ging nur zum Schein auf die Forderung Trumps ein. Am 11. März erklärte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron heuchlerisch, man wolle die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt befahrbar machen, indem man Öltanker und Frachtschiffe eskortieren werde. Allerdings schränkte er ein, dass die Voraussetzungen dafür derzeit noch nicht gegeben seien: „Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese Arbeit muss organisiert werden." Um solche Eskorten zu gewährleisten, sei die Koordination mehrerer Marinen und mehrwöchige Vorarbeit nötig. (58)

- VRC

Dass Trump um Militärhilfe sogar in Beijing anklopfte, muss überraschen, schließlich richtet sich sein Iranabenteuer auch gegen die Ölversorgung der Volksrepublik China. Erst im Dezember 2025 hatte er die Öltanker „Skipper“ (59) und „Centuries“ gekidnappt, die venezolanisches Öl in die VRC bringen sollten. (60) Die VRC ist der Hauptabnehmer des iranischen Erdöls.

- Sonstige

Trotz der enormen Abhängigkeit Polens von Öl- und Gasimporten aus dem Persischen Golf meinte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, sonst immer ein eifriger Unterstützer der USA, sein Land werde keine Truppen in den Iran entsenden. „Das gilt sowohl für unsere Land-, Luft- als auch für unsere Seestreitkräfte, die sich noch im Aufbau befinden." Sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben. (61)

Ein südkoreanischer Regierungssprecher erklärte kryptisch, dass die Sicherheit internationaler Seewege und die Freiheit der Schifffahrt im Interesse aller Länder und durch das Völkerrecht geschützt sei: „Auf dieser Grundlage hoffen wir, dass sich das globale maritime Logistiknetzwerk schnell wieder normalisieren wird.“

Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi plant z. Zt. nicht, die Entsendung ihrer Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi erklärte vor dem Parlament: „In der derzeitigen Situation im Iran erwägen wir im Moment nicht, einen maritimen Sicherheitseinsatz anzuordnen.“ (62)

Die australische Ministerin für Infrastruktur und Transport Ministerin Catherine King erklärte: „Wir werden kein Schiff in die Straße von Hormus schicken.“

- NATO

Vor Beginn des Iranabenteurers hat der amerikanische Potentat in seiner unbegrenzten und unbekümmerten Selbstherrlichkeit die europäischen NATO-Partner nicht konsultiert und erst Stunden vor Kriegsbeginn über den bevorstehenden Angriff informiert.

Der deutsche Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte: „Dieser Krieg hat mit der NATO nichts zu tun. Das ist nicht der Krieg der NATO.“ Dem stimmte auch der britische Premierminister Keir Starmer zu: „Lassen Sie mich das deutlich sagen: Es wird keine Nato-Mission sein und es war auch nie als eine Nato-Mission vorgesehen.“ (63) Aber angesichts der europäischen Abhängigkeit vom Erdöl, Erdgas und den Düngemittelimporten aus der Golfregion ist dies eine verständliche, aber weltfremde Einstellung. Nicht zuletzt wurde das Territorium des NATO-Partners Türkei dreimal durch iranische Flugkörper mit oder ohne Absicht getroffen, zumindest gestreift.

Trump betonte, die Europäer hätten viel mehr Minensuchboote als die USA. Sie sollten schicken, „was auch immer nötig ist“. In seiner selbstverschuldeten Notlage droht Trump seinen europäischen „Bündnispartnern“ wieder einmal mit einem Austritt aus der NATO: „Wenn es keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein“, erklärte Trump. (64)

Nach ablehnenden Reaktionen auf seine Forderung nach einem NATO-Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump am 16. März erneut eine mangelnde Hilfsbereitschaft von Verbündeten im Iran-Krieg beklagt. Einige der Verbündeten hätten „nicht besonders begeistert“ auf seine Forderung reagiert, klagte Trump: „Seit 40 Jahren beschützen wir Euch, und Ihr wollt Euch nicht beteiligen.“ (65)

Am 18. März legte Trump noch einmal nach, wie die „Zeit“ berichtete:

„Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump bei einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin im Oval Office in Washington. „Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler“, fügte er hinzu. Der Fall sei ein „Test“ für das Bündnis gewesen. Trump brachte sogar einen möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis ins Spiel: „Das ist definitiv etwas, über das wir nachdenken sollten“, sagte er. „Ich brauche den Kongress nicht für diese Entscheidung.“ (…)

Er sei davon nicht überrascht, weil er die Nato immer als „Einbahnstraße“ gesehen habe. „Wir werden sie schützen, aber sie werden nichts für uns tun.““ (66)

Außerdem berichtete die Zeitung:

„Der republikanische Senator Lindsey Graham schrieb auf X, dass er mit Trump über die Weigerung der europäischen Verbündeten gesprochen habe, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Er habe Trump „noch nie in seinem Leben so wütend“ erlebt. „Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, teile ich diese Wut“, schrieb Graham. Er sehe sich als Unterstützer von Bündnissen, allerdings lasse ihn die aktuelle Situation den Wert dieser Bündnisse hinterfragen.“ (67)

Zugleich relativierte Trump erneut seine Nachfrage nach militärischer Unterstützung: Weil er solche militärischen Erfolge erzielt habe, „brauchen oder wünschen wir uns die Unterstützung der NATO-Staaten nicht mehr - DAS HABEN WIR NIE GETAN!“ (68)

Um den galoppierenden Ölpreis einzudämmen, „erlaubte“ Trump den Russen, dreißig Tage lang die Ölladungen ihrer Tankerschattenflotte zu verkaufen. Dies verschafft den Russen Extraprofite in Höhe von mehreren Milliarden Dollar, mit denen sie dann ihre weitere Kriegführung in der Ukraine finanzieren können. Zwar teilen die Europäer die Bedenken der Amerikaner bezüglich der Ölpreisentwicklung, aber dieses einseitige Vorgehen der USA hat unter den Europäern nur Kopfschütteln ausgelöst, sehen sie doch ihre jahrelangen Bemühungen im Ukrainekrieg gefährdet.

Einunddreißig NATO-Mitgliedsstaaten müssen sich allmählich fragen lassen, warum sie einen aggressiven, faschistoiden, pro-russischen Selbstverfeindungsstaat wie die USA in ihren Reihen dulden.

- EU

Die Europäische Union (EU) verhängte am 16. März neue Sanktionen gegen den Iran (3 Organisationen und 16 Einzelpersonen).

Sie betreibt mit ihrer European Union Naval Force (EUNAVFOR) seit 2024 die Operation ASPIDES zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer gegenüber den Angriffen der jemenitischen Hutie-Rebellen. Aktuell befinden sich die italienische Fregatte F596 FEDERICO MARTINENGO (CARLO BERGAMINI-Klasse) als Flaggschiff, die französische Fregatte D653 LANGUEDOC (AQUITAINE-Klasse) sowie die griechische Fregatte F452 HYDRA (MEKO-Klasse) im Roten Meer. Zeitweise war auch die deutsche Fregatte F221 HESSEN (SACHSEN-Klasse) 2024 an dem Einsatz beteiligt. (69)

So wurde unter den EU-Mitgliedsstaaten diskutiert, ob man die Mission auf den Persischen Golf ausdehnen soll oder nicht. Schließlich ist jeder Marineeinsatz in der Straße von Hormus zumindest eine mittelbare Unterstützung des völkerrechtswidrigen U.S.-Angriffskrieges gegen den Iran und trägt womöglich zur Verlängerung oder Verschärfung der Kampfhandlungen bei. Am 16. März entschieden sich die EU-Außenminister bei einem Treffen in Brüssel gegen eine Ausweitung. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte sich vor dem Treffen für eine Marineaktion ausgesprochen: „Es liegt in unserem Interesse, die Straße von Hormus offen zu halten, und deshalb diskutieren wir auch, was wir in dieser Hinsicht von europäischer Seite aus tun können.“ (70) Nach der Konferenz lehnte sie jedwede Intervention ab: „Niemand will sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen." (71)

Dennoch erklärte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages Thomas Röwekamp (CDU): „Es ist jetzt zwingend, die Bewegungsfreiheit in den internationalen Handelswegen wie bereits im Roten Meer auch militärisch zu verteidigen. (…) Eine Ausweitung des Mandats für die EU-Mission ‚Aspides‘ ist in europäischem Interesse, deswegen ist hier auch ein deutscher Beitrag notwendig.“ (72)

Der Versager im Weißen Haus stellt es so dar, als müssten die Anderen nicht ihm, sondern er den Anderen helfen:

„Die Länder der Welt, die Öl durch die Straße von Hormus erhalten, müssen sich um diese Passage kümmern, und wir werden helfen. (…) Die USA werden sich auch mit diesen Ländern abstimmen, damit alles schnell, reibungslos und gut verläuft." (73)

Daraufhin verspottete der Befehlshaber der IRGC-Marine, Konteradmiral Aziz Reza Tangsiri, den feindlichen Oberbefehlshaber:

„Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung. (…) Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht." (74)

Derweil warten die Amerikaner auf „Hilfe“.

Quellen:

(1) https://edition.cnn.com/2026/03/12/politics/hormuz-trump-administration-
underestimated-iran

(2) https://www.fr.de/wirtschaft/wie-sich-der-iran-krieg-auf-unsere-lebensmit
telpreise-auswirken-koennte-94220512.html

(3) https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1966/977_1003_995/de

(4) https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Seerechts%C3%BCbereinkommen

(5) https://www.strausscenter.org/strait-of-hormuz-mines/

(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Tankerkrieg

(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Earnest_Will

(8) https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Earnest_Will

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Prime_Chance

(10) https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Praying_Mantis

(11) https://www.icj-cij.org/case/90

(12) https://edition.cnn.com/2026/03/12/politics/hormuz-trump-administration-underestimated-iran

(13) https://www.atlanticcouncil.org/news/press-releases/nate-swanson-to-head-
the-atlantic-councils-iran-strategy-project/

(14) https://www.meinschiff.com/de/aktuelle-informationen

(15) https://www.wiwo.de/technologie/wirtschaft-von-oben/iran-krieg-die-industrie-
der-golf-staaten-steckt-in-einer-sackgasse/100206933.html

(16) https://www.n-tv.de/wirtschaft/Iran-verdient-im-Krieg-bestens-am-
Oelexport-id30479719.html

(17) https://www.reederverband.de/2026/03/g7-initiative-fuer-sichere-seewege-im-
golf-jetzt-muessen-taten-folgen/

(18) https://www.n-tv.de/wissen/Welche-Seeminen-koennte-der-Iran-ein
setzen-id30457355.html

(19) https://hntrbrk.com/demining-hormuz

(20) https://high-tech-ims.com/portfolio/magnetic-diversion-mine-mdm-6/

(21) https://www.ukmto.org/recent-incidents

(22) https://www.n-tv.de/politik/USA-bringen-Bunkerbrecher-an-der-Strasse-von-
Hormus-zum-Einsatz-id30482305.html

(23) https://www.ukmto.org/recent-incidents

(24) https://www.wiwo.de/technologie/wirtschaft-von-oben/iran-krieg-die-industrie-
der-golf-staaten-steckt-in-einer-sackgasse/100206933.html

(25) https://maritimeoptima.com/maritime-news/explosion-reported-near-tanker-at-
anchor-off-kuwait

(26) https://de.euronews.com/2026/03/11/iran-strasse-von-hormus-minen-tanker

(27) https://esut.de/2026/03/meldungen/68877/containerschiff-in-der-strasse-von-
hormus-nach-geschoss-treffer-in-brand/

(28) https://de.euronews.com/2026/03/11/iran-strasse-von-hormus-minen-tanker

(29) https://www.bild.de/politik/von-projektilteilen-getroffen-schiff-von-hapag-lloyd-
brennt-in-strasse-von-hormus-69b29b10ee2a063baa583db0

(30) https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_1011691
30/iran-krieg-aktuell-israel-will-iranischen-sicherheitschef-getoetet-haben.html

(31) https://www.merkur.de/politik/drohnenboote-sollen-raeumen-strasse-von-
hormus-vermint-unerprobte-us-zr-94218663.html

(32) https://www.merkur.de/politik/drohnenboote-sollen-raeumen-strasse-von-
hormus-vermint-unerprobte-us-zr-94218663.html

(33) https://defence-network.com/iran-minen-gegen-tanker-eskalation-oelhandel/

(34) https://www.n-tv.de/politik/USA-bringen-Bunkerbrecher-an-der-Strasse-von-
Hormus-zum-Einsatz-id30482305.html

(35) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-israel-golf-100.html

(36) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-israel-golf-100.html

(37) https://www.merkur.de/wirtschaft/us-oelkonzerne-warnen-trump-vor-ver
schaerfter-energiekrise-seine-rechnung-geht-nicht-auf-94220445.html

(38) https://www.tagesspiegel.de/politik/schutz-von-handelsschiffen-rutscht-
deutschland-in-den-iran-krieg-hinein-15360391.html

(39) https://www.fr.de/politik/iran-news-neue-raketen-auf-dubai-pahlavi-plant-uebergangsjustiz-zr-94221341.html

(40) https://www.middleeasteye.net/news/us-told-turkey-war-iran-would-end-mere-
four-days-expert-says

(41) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-krieg-usa-israel-donald-trump-pete-
hegseth-100.html

(42) https://www.tagesspiegel.de/internationales/wir-schlagen-vielleicht-noch-ein-paar-
mal-zu-einfach-zum-spass-trump-droht-mit-angriffen-auf-iranische-charg-
insel-15359957.html

(43) https://www.fr.de/politik/iran-news-neue-raketen-auf-dubai-pahlavi-plant-uebergangsjustiz-zr-94221341.html

(44) https://www.navytimes.com/news/your-navy/2026/03/12/the-us-navy-decom
missioned-middle-east-minesweepers-last-year-heres-what-they-did/

(45) https://www.focus.de/politik/ausland/us-minenjaeger-verschwinden-aus-dem-per
sischen-golf-und-tauchen-ploetzlich-in-malaysia-auf_e97e74d7-e87d-4473-8f43-583
f781c286c.html

(46) https://deagel.com/navies/cusv/a002696

(47) https://www.dote.osd.mil/Portals/97/pub/reports/FY2022/navy/2022uiss.pdf?ver=
E9EJVwXmoHRPI5iFfZphcA%3D%3D

(48) https://www.merkur.de/politik/drohnenboote-sollen-raeumen-strasse-von-
hormus-vermint-unerprobte-us-zr-94218663.html

(49) https://hntrbrk.com/demining-hormuz

(50) https://www.morgenpost.de/politik/article411488127/iran-usa-muss-pannen-
kriegsschiff-uss-gerald-r-ford-abziehen.html

(51) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/donald-trump-nato-strasse-von-
hormus-iran

(52) https://www.spiegel.de/wirtschaft/irankrieg-koalitions-taskforce-geht-mineraloel
konzerne-wegen-spritpreisen-hart-an-a-58bc618e-aca0-4171-812a-63fd711358d0

(53) https://www.n-tv.de/politik/14-46-Polen-will-keine-Soldaten-in-den-Iran-schicken-id30415311.html

(54) https://www.bbc.com/news/articles/c9dn3j04lydo

(55) https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/donald-trump-prime-
minister-hms-prince-of-wales-strait-of-hormuz-b2939630.html

(56) https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/donald-trump-prime-
minister-hms-prince-of-wales-strait-of-hormuz-b2939630.html

(57 https://www.bbc.com/news/articles/c9dn3j04lydo

(58) https://www.n-tv.de/politik/Trump-will-Nato-Unterstuetzung-in-der-Strasse-von-
Hormus-und-kassiert-Absagen-id30474126.html

(59) https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/usa-venezuela-oel-tanker-beschlagnahmt

(60) https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/venezuela-usa-oeltanker-sued
amerika-blockade-beschlagnahmung

(61) https://www.n-tv.de/politik/14-46-Polen-will-keine-Soldaten-in-den-Iran-
schicken-id30415311.html

(62) https://www.n-tv.de/politik/Trump-will-Nato-Unterstuetzung-in-der-Strasse-von-
Hormus-und-kassiert-Absagen-id30474126.html

(63) https://www.n-tv.de/politik/Trump-will-Nato-Unterstuetzung-in-der-Strasse-von-
Hormus-und-kassiert-Absagen-id30474126.html

(64) https://www.n-tv.de/politik/Trump-fordert-von-Nato-Hilfe-in-Strasse-von-
Hormus-id30473771.html

(65) https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101169130/
iran-krieg-aktuell-israel-will-iranischen-sicherheitschef-getoetet-haben.html

(66) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/donald-trump-nato-strasse-von-
hormus-iran

(67) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/donald-trump-nato-strasse-von-
hormus-iran

(68) https://www.fr.de/politik/iran-news-neue-raketen-auf-dubai-pahlavi-plant-
uebergangsjustiz-zr-94221341.html

(69) https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Aspides

(70) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-kallas-nennt-
zwei-moeglichkeiten-fuer-eu-einsatz-an-strasse-von-hormus/100208768.htm

(71) https://www.tagesschau.de/ausland/strasse-von-hormus-militaereinsatz-eu-usa-100.html

(72) https://www.tagesspiegel.de/politik/schutz-von-handelsschiffen-rutscht-deutsch
land-in-den-iran-krieg-hinein-15360391.html

(73) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-iran-trump-100.html

(74) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-iran-trump-100.html