Militärforschung
  US Flugzeugtraeger
 

Reparaturanfälliger U.S. Imperialismus zur See –
Die Flugzeugträger der U.S. Navy

Gerhard Piper

14. Januar 2026

Vorbei sind die Zeiten des Kalten Krieges, als die U.S. Navy mit ihren Schiffsverbänden die Weltmeere beherrschten. Vor fünfzig Jahren umfasste die Flotte noch rund 560 Schiffe, darunter 13 Flugzeugträger. Heute verfügt die amerikanische Marine noch über rund 300 Kriegsschiffe, darunter elf Träger. Allerdings soll die USS NIMITZ in den kommenden Monaten ausgemustert werden. Von den verblebenden Trägern sind z. Zt. nur fünf Schiffe tatsächlich einsatzfähig, wobei die USS FORD unbedingt zur Reparaturarbeiten auf die Werft müsste. Wirklich kriegstüchtig sind nur die ENTERPRISE und die BUSH im Atlantik sowie die ROOSEVELT und die LINCOLN im Indo-Pazifik. Der Niedergang der Flotte hat gravierende Folgen für die berühmt-berüchtigte „U.S. Power Projection“.

Die amerikanische Flugzeugträgerflotte

Die Flugzeugträger bilden mit ihren Flugzeuggeschwadern das Rückgrat der amerikanischen Marine. Mit ihrem Flach-Winkeldeck und dem turmartigen Aufbau, „Insel“ genannt, haben sie ein charakteristisches Aussehen. Dieses imposante Bild lässt auch bei Laien keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich um äußerst mächtige „Waffensysteme“ handelt. Allerdings liefert dieser Eindruck kein vollständiges Bild: Um die Einsatzbereitschaft dieser riesigen „Waffensysteme“ ist es schlecht bestellt. Die Militärtechnik stößt hier an ihre gigantomanischen  Grenzen.

Zehn Träger gehören zur NIMITZ-Klasse, nur die USS FORD ist ein neueres Modell. Allerdings ist die Defensivbewaffnung der Träger begrenzt. Es gibt zur Flugabwehr automatische Maschinenkanonen und FlaRak, über ihre Fähigkeiten zur Torpedoabwehr ist nichts bekannt. So schippern die Träger im Verband mit Lenkwaffenkreuzern der TICONDEROGA-Klasse, Lenkwaffenzerstörern der ARLEIGH-BURKE-Klasse und ein oder zwei Atom-U-Boote, die den Träger in ihrer Mitte schützen. Die eigentliche „Bewaffnung“ der Träger sind ihre offensiven Flugzeuggeschwader „Carrier Air Wing“ (CAW bzw. die neuere Abkürzung CVW), die entweder von der U.S. Naval Aviation oder von der U.S. Marine Corps Aviation gestellt werden.

In Friedenszeiten dauert eine Einsatztour i. d. R. sechs Monate. In Kriegszeiten werden die Einsatzzeiten schonmal auf neun Monate ausgedehnt, allerdings ist dies eine außerordentliche Belastung für die Matrosen und ihre Familien. Außerdem kann nur ein Teil des entstehenden Reparaturbedarfs an Schiff und Flugzeugen mit Bordmitteln durchgeführt werden. Die übrigen Arbeiten müssen warten, bis das Schiff wieder an Land anlegt. Normale Reparaturen werden als „Planned incremental Availability“ (PIA) bezeichnet und dauern mehrere Monate. Nach rund 25 Jahren, also zur Halbzeit ihrer Einsatzzeit, werden die Schiffe einem umfassenderen Wartungs- und Modernisierungsprozess unterzogen, dem „Huntington Refueling and Complex Overhaul“ (HROC). Diese Arbeiten erstrecken sich i. d. R. über vier Jahre, können aber auch längern dauern, so dass so ein Träger über Jahre hinweg als Kriegsgerät komplett ausfällt. Während dieser Zeit werden über 20 Millionen Arbeitsstunden erbracht, Die Kosten belaufen sich auf rund 2 Milliarden Dollar – Tendenz steigend. Während seiner gesamten technischen „Lebenszeit“ verursacht jeder Flugzeugträger der NIMITZ-Klasse Gesamtkosten in Höhe von rund 22 Milliarden Dollar (Stand: 1997), das entspricht pro Jahr rund 444 Millionen Dollar.

Angesichts der Größendimension der Schiffe ist die Zahl der Werften, die groß genug sind, um solche Maschinen zu bauen oder zu reparieren, begrenzt: „Huntington Ingalls Industries´ Newport News Shipbuilding“ (HII), „Norfolk Naval Shipyard“ (NNSY) in Portsmouth und die „Pudget Sound Naval Shipyard“ (nur Reparaturarbeiten). Durch die langwierigen Umbauarbeiten wird gelegentlich ein Flugzeuggeschwader von einem Träger auf einen anderen Träger verlegt. Dank der ständigen Reparatur- und Wartungsarbeiten und der Modernisierungen brachte es der alte Flugzeugträger CVN 65 USS Enterprise so auf 51 Dienstjahre und sechs Tage, während der das Schiff an zahlreichen U.S. Interventionen beteiligt war.

Die Präsenz und der Einsatz der Flugzeugträgerkampfgruppen wird von der U. S. Navy durch ihren „Optimized Fleet Response Plan“ (OFRP) gesteuert. Allerdings hat der hohe Reparatur- und Wartungsaufwand Folgen für die Einsatzbereitschaft und Präsenz der gesamten Flotte: So müssen die USA ihre größten Krisen – Venezuela, Grönland und Iran – z. Zt. fast ohne die hinreichende Rückdeckung ihrer Flugzeugträger durchstehen. Alternativ können die U.S. Streitkräfte nur auf ihre strategische Bomberflotte (B-1B LANCER, B-2A SPIRIT und B-52H STRATOFORTRESS) zurückgreifen.

CVN 68 USS CHESTER W. NIMITZ

Der Flugzeugträger USS Chester W. Nimitz (Rufname: OLD SALT) ist das Typschiff der NIMITZ-Klasse. Er wurde am 3. Mai 1975 in Dienst gestellt. Das Schiff hat bei einer Länge von 332,85 m über alles bzw. 317 m in Höhe der Wasserlinie eine Breite von 76,80 m auf Höhe des Flugdecks bzw. 40,80 m auf Wasserlinie. Der Flugzeughangar unter dem Deck hat eine Länge von 208 m bei einer Breite von 33 m und einer Höhe von 7,6 m. Hier können 50 bis 60 Flugzeuge untergebracht werden, so dass weitere Maschinen auf dem Deck positioniert werden müssen. Einziger Decksaufbau ist die sogenannte „Insel“ mit den ganzen elektronischen Radar-, Funk- und Störgeräten. Hier befindet sich auch eine Kommandozentrale. Die Kommunikationsanlage wird als „Challenge-Athena-System“ bezeichnet, das Advanced Combat Direction System ist ein computerbasiertes Führungssystem zur Steuerung der Flug- und Kampfeinsätze. An Bord der USS NIMITZ war zuletzt das Carrier Air Wing 17 (CAW-17) (Rufname: QUICKSAND) eingeschifft. Sie ist das „flagship“ der Carrier Strike Group 11 (CSG 11).

Das Schiff wird von zwei Atomreaktoren Westinghouse A4W (jeweils 100 MW) angetrieben, die eine Leistung von 260.000 PS erzeugen. Das Schiff erreicht mit seinen vier Propellern eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (= 56 km/h). Bewaffnet ist das Schiff mit 3 Bordmaschinenkanonen CLOSED-IN WEAPONS SYSTEM (CIWS) zur Flugkörperabwehr im Nahbereich. Bei einem Kaliber von 20 mm beträgt die Kadenz jeweils 4.500 Schuss pro Minute. Die Schussreichweite der Granaten liegt bei 5,5 km. Diese Kanonen werden ergänzt durch 4 Raketenwerfer mit jeweils 21 RIM-116 ROLLING AIRFRAME MISSILES (RAM) mit einer Reichweite von 10 km. Hinzu kommen drei Raketenwerfern mit jeweils acht RIM-7 SEA SPARROW für die Flugkörperabwehr auf mittlere Distanz (FK-Reichweite: 20 bis 26 km). Neuere Schiffe sind stattdessen mit der moderneren RIM-162 EVOLVED SEA SPARROW MISSILE (ESSM) ausgestattet, die erstmals 2008 auf der USS STENNIS eingeführt wurde.

Der Heimathafen der USS NIMITZ ist die Naval Station Everett (U.S.-Bundesstaat Washington). Im Sommer 2025 war das Schiff im Nahen Osten disloziert und war am 22. Juni 2025 an der Operation MIDNIGHT HAMMER gegen den Iran beteiligt. Bei seiner letzten Tour im Südchinesischen Meer im Oktober 2025 verlor das Schiff durch Unfälle einen Hubschrauber MH-60R SEAHAWK und ein Kampfflugzeug F/A-18F SUPER HORNET. Die Maschinen stürzten ins Meer, die Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

Nach ihrer Tour kehrte das Schiff im September 2025 in seinen Heimathafen Bremerton zurück. Ob die USS NIMITZ noch einmal unter dem Kommando von Kapitän Joseph J. Furco auslaufen wird, ist zweifelhaft. Der Träger soll – nach einer Einsatzzeit von 51 Jahren - im Mai 2026 komplett außer Dienst gestellt werden. Dann werden auf der „Huntington Ingalls Industries´ Newport News Shipbuilding“ zunächst die radioaktiven Reaktorstäbe geborgen. Mit der Ausmusterung des Schiffes werden ihre Trägerflugzeuge auf die USS RONALD REAGAN oder die Landstützpunkte der Fliegerstaffeln verlegt.

CVN 69 USS DWIGHT D. EISENHOWER

Die USS EISENHOWER (Callsign: MIGHTY IKE) wurde am 18. Oktober 1977 in Dienst gestellt. Sie ist das Flaggschiff der CSG 2. An Bord der „Ike“ ist das Trägergeschwader CVW 3 (Rufname: BATTLE AXE) eingeschifft. Der Heimathafen der USS EISENHOWER ist die Naval Station Norfolk in Virginia. Die USS EISENHOWER wurde im Frühjahr im Roten Meer im Kampf gegen die Huthis eingesetzt (Operation PROSPERITY GUARDIAN). Außerdem patrouillierte sie zeitweise – angesichts des Konfliktes um den Gaza-Streifen – im östlichen Mittelmeer. Ab dem 14. Juli 2024 wurde eine „Planned incremental Availability“ in Norfolk durchgeführt. Ab dem 8. Januar 2025 folgte dort ein weiterer, kurzer Werftaufenthalt.

Nun steht sie für einen erneuten Kampfeinsatz wieder zur Verfügung. Das Schiff schippert gegenwärtig im Atlantik herum. Möglicherweise wird die USS EISENHOWER oder die USS BUSH in die Karibik verlegt.

Zunächst hieß es, das Schiff solle bis 2027 in Dienst bleiben, jetzt ist davon die Rede, der Träger solle nach einer weiteren Überholung bis 2029/30 in Dienst gehalten werden.

CVN 70 USS CARL VINSON

Die USS CARL VINSON (Rufname: GOLD EAGLE) wurde am 13. März 1982 in Dienst gestellt. Ihr Heimathafen ist die Naval Base Coronado der Naval Air Station (NAS) North Island bei San Diego (Kalifornien). Im Jahr 2024 wurde das Trägergeschwader CAW-2 mit neuen F/A-18E Block III SUPER HORNET und F-35C LIGHTNING II ausgestattet.

Unter dem Kommando von Kapitän Matthew Christo Thomas war das Schiff war mit seiner CSG 1 im Sommer 2025 im Nahen Osten disloziert und an der Operation MIDNIGHT HAMMER gegen den Iran beteiligt. Nach einer neunmonatigen Tour im indo-pazifischen Raum kehrte das Schiff im August 2025 kehrte das Schiff in seinen Heimathafen zurück und musste erst einmal überholt werden.

CVN 71 USS THEODORE ROOSEVELT

Die USS THEODORE ROOSEVELT (Rufname: ROUGH RIDER), die am 25. Oktober 1986 in Dienst gestellt wurde, besitzt gegenüber den früheren Exemplaren der NIMITZ-Klasse eine verstärkte Panzerung aus Kevlar. Der Heimathafen der USS ROOSEVELT war früher die Naval Station Norfolk an der Atlantikküste in Virginia, mit Verlegung des Trägers in den Pazifik ist es jetzt die Naval Base Coronado der NAS North Island bei San Diego in Kalifornien.

Von Juli 2021 bis März 2023 wurde sie überholt und zur Aufnahme der neuen Jagdbomber F-35C LIGHTNING II umgerüstet. Nach Erprobungsfahrten nahm sie im Januar 2024 ihren Dienst wieder auf. Sie ist in Begleitung ihrer Theodore Roosevelt Carrier Strike Group (TRCSG) bzw. CSG 9 und mit dem CAW-11 (Callsign: BARBWIRE) im November 2025 aus ihrem Stützpunkt ausgelaufen und steht für einen erneuten Kampfeinsatz in indo-pazifischen Gewässern zur Verfügung.

CVN 72 USS ABRAHAM LINCOLN

Die USS ABRAHAM LINCOLN (Callsign: UNION) ist das Hauptschiff der Abraham Lincoln Strike Group (ALCSG) bzw. CSG 3. An Bord der „Abe“ befindet sich das Flugzeugträgergeschwader CAW-9 (Callsign: SHOGUN). Das Schiff wurde von 2013 bis 2017 einer umfassenden Überholung unterzogen. Es ist zur Zeit im Roten Meer gegen die Huthis im Einsatz. Wiederholt wurde das Schiff beschossen, ohne dass Beschädigungen auftraten.

CVN 73 USS GEORGE WASHINGTON

Die USS GEORGE WASHINGTON (Callsign: WARFIGHTER) ist das Hauptschiff des Flottenverbandes CSG 5 und hat an Bord das Flugzeugträgergeschwader CAW-5 (Rufname: FREEDOM) eingeschifft. Als einziger Träger hat die USS GEORGE WASHINGTON ihren Heimathafen außerhalb der USA: Yokosuka in Kanto (Japan). Vom 4. August 2017 bis Mai 2023 durchlief sie umfangreiche RCOH-Instandsetzungsarbeiten. Die Reparaturen und Umbauten kosteten 2,8 Milliarden Dollar. Es folgte eine zehnmonatige Seeerprobung. Damals war das Schiff vorübergehend in Norfolk disloziert. Während dieser Umbauphase war das bordeigene Trägergeschwader auf dem Fliegerhorst MCAS Iwakuni (Japan) stationiert. Im November 2024 kehrte sie schließlich nach Yokosuka zurück und nahm das Geschwader wieder an Bord.

Während der Überholung gab es 2021/22 eine Welle von Selbstmorden an Bord, der – nach unterschiedlichen Angaben – fünf bis neun Matrosen der damals 422 Mann umfassenden Besatzung zum Opfer fielen.

Am 25. April 2024 verließ sie den Hafen Norfolk, um in der Karibik zu patrouillieren. Anschließend kehrte sie zu ihrem Stützpunkt in Yokosuka zurück, wo sie am 22. November 2024 festmachte. Sie lief am 30. September 2025 aus ihrem Stützpunkt zu einer Patrouillenfahrt in den Pazifik aus, ist aber mittlerweile wieder zurückgekehrt und wird z. Zt. gewartet.

Für das Trägergeschwader wird gerade ein neuer Stützpunkt mit Trainingsgelände in Mageshima (Japan) errichtet. Allerdings verzögert sich dessen Inbetriebnahme durch Materialmangel bis zum Jahr 2030.

CVN 74 USS JOHN C. STENNIS

Die USS STENNIS (Rufname: REBEL) wurde am 9. Dezember 1995 in Dienst gestellt. Sie befindet sich seit dem 7. Mai 2021 für umfangreiche Wartungs- und Reparaturarbeiten im Rahmen ihres „Huntington Refueling and Complex Overhaul“ (HROC) auf der Werft. Die Arbeiten im Trockendock wurden am 8. April 2024 abgeschlossen. Danach wurde das Schiff zu einem Ausrüstungsliegeplatz („outfitting berth“) verlegt. Es wird damit gerechnet, dass die Modernisierungsarbeiten erst im Herbst 2026 abgeschlossen werden und Schiff und Besatzung mit ihrer Seeerprobung beginnen können. Früher war das Schiff mit dem CVW-9 ausgerüstet. Es bleibt abzuwarten, wie ihr zukünftiges Trägergeschwader zusammengestellt ist.

CVN 75 USS HARRY S. TRUMAN

Der Heimathafen der USS TRUMAN (Rufname: LONE WARRIOR) ist die Naval Station Norfolk. Das Schiff stieß am 12. Februar 2025 mit einem zivilen Frachtschiff im östlichen Mittelmeer zusammen. Daraufhin wurde eine Notreparatur in der Naval Support Facility (NSF) in Souda Bay auf Kreta veranlasst. Danach kehrte der Flugzeugträger zu seinem Heimathafen heim. Am 17. September 2025 stach die USS TRUMAN erneut in See. Sie war zuletzt mit der Carrier Strike Group 8 (CSG im Westatlantik unterwegs. An Bord befand sich das Trägergeschwader CAW-1 (Rufname: TARBOX).

Am 1. Februar 2025 führten 27 Kampfflugzeuge F/A-18E/F SUPER HORNETS einen Luftangriff auf Stellungen des „Islamischen Staates“ in Bosaso (Somalia) durch. Danach wurde das Schiff gegen die Huthis im Jemen eingesetzt. Dabei ging eine F/A-18 verloren.

Am 1. Juni 2025 fuhr die USS TRUMAN zu ihrem Heimathafen an. Sie befindet sich gerade für umfangreiche Wartungs- und Reparaturarbeiten im Trockendock von „Huntington Ingalls Industries´ Newport News Shibuilding“. Die Arbeiten im Rahmen des „Huntington Refueling and Complex Overhaul“ werden mehrere Jahre dauern und erst 2028 oder 2029 abgeschlossen sein. Dabei werden u. a. die Brennstäbe für den Atomreaktor ausgetauscht. Die Kosten dieser Überholung liegen bei über einer Milliarde Dollar.

CVN 76 USS RONALD REAGAN

Die USS RONALD REAGAN (Rufname: FREEDOM) wurde am 12. Juli 2003 in Dienst gestellt. Zum Schiff gehört das CAW-5 (Codename: BATMAN). Sie war über Jahre in Yokosuka (Japan) stationiert bis sie im Mai 2024 von dort abgezogen wurde. Neuer Heimathafen wurde die Naval Base Kitsap bei Bremerton.

Auf der USS RONALD REAGAN werden in ihrem Heimathafen gegenwärtig Wartungsarbeiten durchgeführt. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden.

CVN 77 USS H. W. BUSH

Das Schiff mit dem Rufnamen „AVENGER gehört zur modernisierten NIMITZ-Klasse. Es wurde am 10. Januar 2009 in Dienst gestellt. Der Träger hat eine Länge von 317 Meter (Wasserlinie) bzw. 332,85 Meter (Flugdeck) bei einer Breite von 40,84 Meter (Rumpf) bzw. 76,80 Meter (Flugdeck). An Bord der USS H. W. BUSH ist das Fliegergeschwader CVW-7 eingeschifft. Auf dem Schiff leben 3.200 Mann der Schiffsbesatzung plus 2.480 Flugzeugpersonal (Piloten und Bodencrew).

Der Heimathafen der USS BUSH ist die Naval Station Norfolk (Virginia). In den Jahren 2017 bis 2022 wurde das Schiff umfassend modernisiert. Nach Pressemeldungen soll der Träger demnächst vom Atlantik in die Karibik verlegen, allerdings wurde dies noch nicht offiziell bestätigt. Vor Wochen schipperte der Träger noch vor der Küste von North Carolina. Jedenfalls ist die USS BUSH zu einem erneuten Kampfeinsatz bereit.

CVN 78 USS GERALD R. FORD

Die USS GERALD R. FORD (Rufname: WOLVERINE) ist das Typschiff und derzeit einzige Exemplar der FORD-Klasse. Es ist mit 337,1 m Länge, einer Breite des Flugdecks von 78 m und einer Wasserverdrängung von 100.000 t das größte und teuerste jemals gebaute „Waffensystem“ der Welt. Es verfügt erstmalig über ein modernes Startsystem (Electromagnetic aircraft launch system – EMALS), das die alten Dampfstartkatapulte der NIMITZ-Klasse ersetzt. Das Schiff wurde erst am 22. Juli 2017 in Dienst gestellt. Die Baukosten für das Schiff betrugen – nach offiziellen Angaben - 13.000.000.000 Dollar. Das Schiff hat eine Besatzung von 4.539 Mann. Das Schiff wird über zwei Atomgeneratoren A1B und Propeller angetrieben. Zur Selbstverteidigung verfügt der Träger über 3 Bordmaschinenkanonen PHALANX BLOCK 1B, 2 Raketenwerfer RIM-116 RAM, 2 Raketenwerfer RIM-162 EVOLVED SEA SPARROW und 4 Mk38 Maschinenkanonen sowie 4 schwere MGs M2. Das Schiff kann bis zu 90 Flugzeuge aufnehmen. Zur Zeit befindet sich das „Carrier Air Wing EIGHT“ (CVW-8) (Rufname: FACTORY) an Bord.

Die USS FORD begann ihre gegenwärtige Tour im Juni 2025. Seitdem war das Schiff im Mittelmeer und in der Nordsee im Einsatz und schippert seit Mitte November 2025 in der Karibik. Sie ist Kernstück des amerikanischen Flottenaufmarsch vor Venezuela, Kolumbien, Kuba und Mexiko. Aufgrund ihrer langen Einsatzzeit muss das Schiff in den kommenden Wochen unbedingt zu Wartungs- und Reparaturarbeiten ins Dock. Als „Prototyp“ der FORD-Klasse weist das Schiff einige Konstruktionsfehler auf, die nachgearbeitet werden müssen. Zur Durchführung dieser umfangreicheren Umbauarbeiten ist ein längerer Werftaufenthalt notwendig. Hinzu kommen die durch die Beanspruchung während der langen Einsatzzeit aufgetretenen technischen Schäden und Fehler an Schiff und Fluggerät, die dringend repariert werden müssen.

Zukünftige FORD-Klasse

Weitere Schiffe der kostspieligen FORD-Klasse befinden sich im Bau: Die CVN 79 USS JOHN F. KENNEDY. Um sie nicht mit dem früheren Flugzeugträger CV 67 USS JOHN F. KENNEDY zu verwechseln, wird sie auch als „Big John II“ bezeichnet. Sie wurde seit dem 22. August 2015 gebaut und führte im September 2025 ihre ersten Testfahrten mit ihren zwei Atomreaktoren A1B in den Gewässern vor Newport News durch. Verzögerungen gab es beim Bau des Advanced Arresting Gear (AAG) und des Advanced Weapons Elevator (AWE). In diesem Jahr soll die Schiffserprobung stattfinden, die offizielle Indienststellung ist für 2027 geplant. Bei Indienststellung soll das Trägergeschwader CAW-8 von der USS FORD auf die USS KENNEDY verlegt und mit einer Kampfstaffel mit F-35C der Marines ausgestattet werden.

Hinzu kommen u. a. die seit 2022 im Bau befindliche CVN 80 USS ENTERPRISE, die – mit mindestens 18-monatiger Verspätung – frühestens 2029 in Dienst gestellt werden soll. Später folgt die CVN 81 USS DORIS MILLER, deren Bau noch nicht begonnen hat, die aber ab 2032 zur Verfügung stehen soll.

Die Flugzeugträger sind nicht die einzigen Schiffe der U.S. Marine, die Flugzeuge tragen. Gleiches gilt für die amphibischen Hubschrauberträger, die mit Hubschraubern und Flugzeugen wie der MV-22 OSPREY ausgerüstet sind. Auch um diese Schiffskategorie ist es schlecht bestellt. Nach einem Bericht des amerikanischen Rechnungshofes (Government Accountability Office – GAO) vom 3. Dezember 2024 sind die Hubschrauberträger der WASP-Klasse in einem schlechten Zustand („poor condition“). Fünf der sieben Schiffe genügen nicht den Anforderungen. Nur die beiden Hubschrauberträger der neueren America-Klasse sind in einem guten Zustand („satisfactory material condition“).

Update (15. Januar 2026): Die CVN 72 USS Abraham Lincoln war im Südchinesische Meer disloziert, um das chinesische Militärmanöver vor Taiwan zu beobachten. Nun verlegt das Schiff mit seinem Flottenverband an den Persischen Golf. Die Überfahrt wird rund eine Woche dauern.