Angriffsziel: Iranischer Führungsbunker LAVIZAN 3
Gerhard Piper
30. Januar 2026
Als die Israelis im Juni 2025 ihren 12-Tage-Krieg gegen den Iran inszenierten, hatten sie das Ziel, den Ajatollah Ali Chamenei platt zu machen. Dieser hatte sich mit einigen Familienangehörigen in den Regierungsbunker LAVIZAN am 13. Juni 2025 zurückgezogen. Aber U.S. Präsident Donald Trump untersagte jedwedes Attentat. Die Zeit sei noch nicht reif für ein Attentat auf den iranischen „Revolutionsführer“ und Oberbefehlshaber. So „begnügte“ sich die israelische Luftwaffe damit, am Morgen des 19. Juni 2025 die Umgebung des Bunkers zu attackieren. (1) Nachdem Chamenei allein im Januar 2026 laut internen Dokumenten, die vom iranischen Regime selbst stammen sollen, rund 36.500 Iraner hat massakrieren lassen, scheint nun die Zeit gekommen zu sein, den immerhin 86-jährigen Greis doch noch zu liquidieren.
Der Regierungsbunker in Lavizan
Lavizan ist ein Stadtviertel bzw. Vorort im Nordosten der iranischen Hauptstadt Teheran mit einer großen Parkanlage (1.100 Hektar). In dem Ort befindet sich ein großer Militärstützpunkt der Revolutionsgarden (Pasdaran). Kernobjekt ist der unterirdische Führungsbunker der iranischen Regierung mit dem Codenamen „LAVIRAZ 3“ (sprich: Laviraz seh).
Zu diesem Geheimprojekt existieren verschiedene Informationen, deren Zuverlässigkeit unterschiedlich ist und im Einzelnen nicht bestimmt oder überprüft werden kann: So legte der „National Council of Resistance of Iran“ (NCRI) aufgrund von Recherchen der iranischen Exiloppositionsgruppe „Mujahedin-e Khalq“ (MEK) am 24. Februar 2015 eine Studie (8 Seiten) vor, die zahlreiche Detailinformationen über den Bunkerkomplex preisgab und somit eine intime Informationslage simulierte, die allerdings auch falsche Behauptungen über eine Verwendung als nukleare Anreicherungsanlage enthielt. Hier hat man anscheinend den Geheimbunker LAVIZAN 3 mit der geheimen Nuklearanlage LAVIZAN-Shian (and. Bez.: LAVIZAN 1, sprich: Lavizan yeki) oder dessen Nachfolgeprojekt LAVIZAN 2 (sprich Lavizan do) verwechselt.
Wie groß die Grundfläche des Regierungsbunkers LAVIZAN 1 ist und über wieviele Etagen er verfügt, ist nicht bekannt. Außerdem gibt es keine Informationen über die Dicke und Beschaffenheit der Außen- und Innenwände. Vermutlich verfügt er zur Reduzierung eines Bombenschadens über eine Zerschellerschicht aus armiertem Beton. Es gibt keine Angaben zur Zahl der Räume oder zur Zahl und Identität der Mitarbeiter im Bunker. Jedenfalls soll die Geheimanlage weitläufig sein. Vermutlich verfügt der Bunker über mindestens zwei Zugänge, weitere Zuluft- oder Abluftkanäle und Stromtrassen. Zur technischen Ausrüstung (Filteranlagen, Wasservorrat, sonstige Vorräte) fehlen ebenfalls Detailinformationen. Unklar ist, ob und wieviele oberirdische Gebäude zu dem Komplex gehören.
Aus dem Bunker heraus sind die Kommunikationsmöglichkeiten anscheinend nur eingeschränkt möglich.
Unklar ist, in welchem Umfang in dem Bunker auch Sitzungen oder Videokonferenzen der Regierungsgremien stattfinden, wie z. B. dem „Obersten Nationalen Sicherheitsrat“ (Showrā-ye Āli-ye Amniyat-e Mellī) unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten und Regierungschefs Massud Peseschkian. Der Rat hat rund zwölf ständige Mitglieder, hinzu kommen von Fall zu Fall noch weitere zuständige Minister. (2)
Schon beim Beginn des israelischen Angriffs am 13. Juni 2025 verließ Ali Chamenei seinen Wohnkomplex Beit-e Rahban in Teheran und zog sich mit mehreren Familienangehörigen in den Regierungsbunker LAVIZAN zurück. Damals blieb sein zweitältester Sohn Modschtaba Hosseini Chamenei (geb.: 8. September 1969 in Meschhed) in Teheran zurück und übernahm die laufenden Regierungsgeschäfte. Auch dieser gilt als konservativ und unterhält enge Beziehungen zu den Sicherheitsorganen. (3) Erst zum Ashura-Fest am 5. Juli 2025 kam Chamenei aus seinem unterirdischen Unterschlupf heraus, zeigte sich wieder in der Öffentlichkeit und verkündigte großspurig den „Sieg“. (4)
In der aktuellen Krise hat hat Chamenei vermutlich am 13. Januar 2026 sein Wohngebäude in Teheran verlassen und den Bunker erneut bezogen. Diesmal begleitete ihn sein Sohn Modschtaba Hosseini Chamenei in den Bunker. An diesem Tag verbreitete Ali Chamenei über das staatliche Fernsehen eine kurze Ansprache: „Das iranische Volk ist entschlossen und wir sowohl gegen einen auferzwungenen Krieg als auch gegen einen auferzwungenen Frieden Widerstand leisten.“ Allerdings wurde diese Meldung durch einen Sprecher vorgetragen, Chamenei persönlich war weder zu sehen noch zu hören. (5)
Über den aktuellen Gesundheitszustand des alten Mannes liegen keine Angaben vor. Wie bekannt ist, ist der 86-Jährige Brillenträger. Er hat eine Krebserkrankung überstanden. Ihn plagen Herzprobleme. Seit einem Mordanschlag im Jahr 1981 leidet er unter einer Lähmung seines rechten Armes.
Es ist davon auszugehen, dass sich Chamenei weiterhin in seinem Schlupfloch aufhält, allerdings gibt es einen „Plan B“, er könnte – wie früher der syrische Tyrann Baschar al-Assad - im Falle eines Falles mit dem Flugzeug über den Fliegerhorst „Mehrabad“ (and. Bez.: TAB 1) oder den zivilen „Imam-Khomeini Airport“ bei Vahnabad nach Russland fliehen, bevor oder sobald die staatlichen Sicherheitsorgane zu den Demonstranten überlaufen. Der Schmarotzer könnte sein mobiles Vermögen mitnehmen, zurück lassen müsste er seinen umfangreichen Immobilienbesitz. Die Nachrichtenagentur „Reuters“ taxierte dessen Wert schon 2013 auf rund 95.000.000.000 Dollar. (6), Demgegenüber hatte der alte Schah Mohammad Reza Pahlavi das iranische Volk bis 1978 „nur“ um rund 30.000.000.000 DM beklaut. (7)
Sonstige Einrichtungen in Lavizan
Der „National Council of Resistance of Iran“ (NCRI) hatte aufgrund von Recherchen der iranischen Exiloppositionsgruppe „Mujahedin-e Khalq“ (PMOI/MEK) 2015 behauptet, LAWIZAN 3 sein ein geheimes Objekt zur Entwicklung von Zentrifugen zur Urananreicherung. (8) Untersuchungen amerikanischer Nuklearexperten ergaben, dass diese Behauptung nicht den Tatsachen entsprach. (9)
Außer dem Regierungsbunker betreiben die Pasdaran in Lavizan ein Ausbildungszentrum (iran.: markz amuzeshi). Außerdem befindet sich im Bagh Shian-Bereich von Lavizan das Objekt mit der Bezeichnung „Lavizan-Shian“ (and. Bez.: LAVIZAN 1), das 2003 in den Verdacht geriet, ein Nuklearlaboratorium zu sein, in dem Nuklearmaterial angereichert wurde. Vor-Ort-Inspektionen der Internationalen Atomenergiekommission (IAEO) konnten 2004 den Vorwurf nicht verifizieren. Daraufhin behaupteten U.S. Regierungsvertreter, die Iraner hätten die Anlage zwischenzeitlich gesäubert. Ein erneuter Bericht der IAEO kam 2022 zu der Erkenntnis, dass vor Ort doch Nuklearforschung betrieben worden war. (10) Nach Angaben des INRC wurden in dem Objekt angeblich auch Bio-Waffen entwickelt. (11)
Anscheinend wurde die Anlage LAVIZAN 1 bis März 2004 geschlossen und durch ein anderes Objekt im Rahmen des Atomprogramms ersetzt: LAVIZAN 2 (sprich: Lavizan do). Dieses befindet sich auf dem sogenannten Mojdeh-Gelände.
Nach Angaben von MEK hat das von ihnen beschriebene Nuklearobjekt in Lavizan, welches der drei benachbarten Lavizan-Objekte mit ähnlichem Codenamen auch immer gemeint sein mag, folgende Maße: Die Grundfläche des Bunkers beträgt 500 x 500 m. Es wurden vier Kavernen mit einer Ausdehnung von jeweils 40 x 10 m entlang eines Tunnels von 200 m Länge angelegt. Die Tiefe der Anlage beträgt 50 m. Die Türen haben eine Dicke von 0,4 m. Es gibt drei Zufahrten: ein Tor im Army Boulevard und zwei Einfahrten in der Shahmoradi Straße. Zu dem Bunker gehören drei oberirdische Bauten: ein Gebäude mit einer Grundfläche von 170 x 170 m, ein zweistöckiges Haus 70 x 70 m und ein sechs-stöckiges Objekt, das erst nach 2010 gebaut wurde. Errichtet wurde die Anlage durch das iranische Verteidigungsministerium bzw. das Unternehmen „Hara“ der Pasdaran in den Jahren 2004 bis 2008. Bauleiter war der Brigadegeneral der Pasdaran Seyyed Ali Hosseini-Tash. Bewacht wird die Anlage durch den Inlandsgeheimdienst, das sogenannte Ministerium für Nachrichtenwesen (Wezārat-e Eṭṭelāʿāt-e Ǧomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān - VAJA). (12)
Das U.S. Außenministerium wollte 2015 den Bericht weder bestätigen noch dementieren: “Well, we don’t have any information at this time to support the conclusion of the report.” (13)
Außenminister John F. Kelly kündigte lediglich an, man werde den Bericht prüfen:
„Sie hatte sich noch nicht als nukleare Anlage herausgestellt. (…) Wir hatten durchaus Kenntnis von dieser Anlage; sie befindet sich auf unserer Liste. (…) Ich kann hier nicht näher auf Einzelheiten eingehen. (…) Doch diese Problematik muss offenkundig gelöst werden, wenn wir vorwärts kommen wollen.“ (14)
Am 22. März 2015 fragte der Abgeordnete Chris Wallace den damaligen CIA-Direktor John Owen Brennan in einer Kongressanhörung: „Are you aware of an underground site near Tehran called Lavizan-3?“ Daraufhin antwortete der CIA-Chef ausweichend:
„I know that there are a lot of reports. I'm not going to get into what it is we know about the Iran nuclear program. But I am confident that our intelligence capabilities are sufficiently robust that we have a good understanding of what the Iranian nuclear program entails. (…)
I think we have confidence that we're aware of the facilities that Iran has right now, and there's going to be a lot of speculation and rumors about other facilities. But, again, I'm confident that right now, we have a good appreciation of what the Iranian nuclear program consists of.” (15)
Außerdem gibt es in dem fraglichen Gebiet noch zwei Rüstungsbetriebe, die an der Produktion der Boden-Boden-Raketen beteiligt sind: „Aerospace Industries Organisation“ (AIO) (and. Bez.: Sanam Industrial Group - SIG) (Adresse: 28 Shian 5) und „Shahid Alamolhoda Industries“ (SAI) (Adressen: 142, Shahid Reza Farshadi sowie Shahid Hasan-e Straße). (16) So wurde die Rakete ZALZAL 300, ein iranisches Derivat der chinesischen M-11 bei AIO in Lavizan Anfang der neunziger Jahre entwickelt.
Hinzu kommt/kam ein privater Nuklearbetrieb, das „Modern Defensive Readiness and Technology Center" (MDRTC) (Mozhdeh Straße).
Außerdem gibt es in dem Gebiet noch die Militärkaserne Baharvar und eine Truppe mit der Bezeichnung „Einheit 64“.
Anfang der neunziger Jahre tauchte das Gerücht auf, die Iraner hätten auf dem Schwarzmarkt in der Sowjetunion (vermutlich in Kasachstan) zwischen 1988 und 1991 zwei bis vier Atomsprengkörper erworben. Es soll sich um taktische Atomgranaten 152-mm gehandelt haben. (17) Die Sowjets verwendeten damals verschiedene Atomgranaten dieses Kalibers mit einer Sprengkraft von 0,1 bis 2,0 KT: ZB3, ZBV-3, 3BV3 und 3BV6. Der Kaufpreis soll bei 130 bis 150 Millionen Dollar gelegen haben. Anschließend hätten sie die Atomwaffen in einem Militärdepot in Lavizan gebunkert. Dazu berichtete die „Los Angeles Times“ 1992: „The European quoted unidentified intelligence sources in Germany and France as saying they believe Nazarbayev was behind the secret nuclear weapons transfer to Iran, trading warheads for oil or hard cash.” (18) Die Meldung ist nicht überprüfbar. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wären die besagten „loose nukes“ durch die radioaktive Zersetzung der Nuklearladungen längst nicht mehr funktionsfähig, allerdings hätten die Iraner durch den Erwerb der Waffen wichtige Erkenntnisse über die Konstruktion von Atomwaffen eruieren können, wenn man auch die Miniaturisierung der Atomtechnologie so nicht hätten nachbauen können.
Regierungskontinuität
Während sich Ali Chamei in den Regierungsbunker zurückgezogen hat und abwertet, leitet diesmal sein dritt-ältester Sohn Masoud Hosseini Chamenei (geb.: 1974), ebenfalls ein schiitischer Kleriker, die laufenden Regierungsgeschäfte. (19)
Der engste Beraterkreis des „Revolutionsführers“ umfasst 15 bis 20 Personen. Allerdings wurden mehrere Topleute aus den Reihen der Sepāh-e Pāsdārān-e Enqelāb-e Eslāmī (Pasdaran) bei den letzten israelischen Angriffen (Operation RISING LION) (13. bis 24. Juni 2025) verletzt oder getötet. (20)
Um das terroristische Mullah-Regime aufrecht zu erhalten, hat Ajatollah Chamenei für den Fall seines Todes erste Anweisungen für seine Nachfolge zwecks „continuity of government“ (COG) erteilt. Angesichts seines hohen Lebensalters ist unabhängig von den amerikanisch-israelischen Drohungen mit einem baldigen Ableben des Mullahs zu rechnen. So soll es immerhin drei potentielle Amtsnachfolger geben, darunter sein Sohn, der Kleriker Modschtaba Hosseini Chamenei. Ein weiterer potentieller Nachfolger, der Kleriker Ibrahim Raisi, kam 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Statt einem Mullah könnte auch ein Mitglied der Pasdaran nach der Macht streben.
Die Frage ist, ob mit dem Tod von Chamenei sein Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers endet. Dieser müsste vom „Expertenrat der Führung“ (iran.: Maǧles-e ḫebregān-e rahbarī), einem Gremium von 88 schiitischen Geistlichen auserwählt und bestimmt werden, die wiederum vom „Wächterrat“ (iran.: Šūrā-ye Negahbān-e Qānūn-e Asāsī) auf ihre religiös-ideologische Zuverlässigkeit überprüft wurden. Es ist zudem fraglich, ob ein Amtsnachfolger eine ähnliche Machtfülle entwickeln wird, wie Chamenei, der immerhin über 47 Jahre alle politischen Krisen und Intrigen überstehen konnte. Letztendlich muss die Bestimmung eines neuen Führers auch vom Volk akzeptiert oder zumindest hingenommen werden. Beim Machtantritt von Chamenei im Jahre 1979 waren die Iraner noch erwartungsfroh, was eine schiitische Theokratie für sie erbringen könnte, heutzutage kann das Regime keine Hoffnungen mehr wecken. (21)
Der Bestand des schiitischen Regimes hängt stark von der Figur des „Revolutionsführers“ ab. Dennoch meinen Iran-Experten, sein Nachfolger könnte eine wesentlich schwächere Person sein. Michael Backfisch beleuchtete in der „Berliner Morgenpost“ die verschiedenen Optionen:
„Fachleute rechnen nicht damit, dass auf Chamenei eine starke Führungsfigur folgt. „Es ist davon auszugehen, dass ähnlich wie im Falle Ali Chameneis 1989 die Entscheidung auf einen schwachen Kandidaten fallen wird. Chamenei wurde 1989 von allen Religionsschulen in Ghom als ungefährlich eingeschätzt, da er über keine eigene religiöse Hausmacht verfügte“, sagte Hans-Jakob Schindler, Chef der Berliner Denkfabrik Counter Extremism Project, unserer Redaktion. „Jetzt wird es darauf ankommen, einen Kandidaten zu finden, welcher keine offensichtliche Konkurrenz für die enorme Machtfülle der verschiedenen Teile der Revolutionsgarden darstellt, jedoch gute Beziehungen zur Gesamtorganisation der Garden führt.“ Die Verhandlungen im Expertenrat könnten aber auch auf ein Führungsgremium von Geistlichen hinauslaufen anstelle eines neuen Obersten Führers.
Eine weitere mögliche Variante wäre, dass „Gemäßigte“ und „Reformer“ innerhalb des Regimes einen begrenzten politischen Spielraum bekämen. „Dies würde jedoch keine Demokratisierung bedeuten, sondern vielmehr eine kontrollierte Neukalibrierung: ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten nach venezolanischem Vorbild. Das Ziel wäre, die iranische Wirtschaft – insbesondere den Energiesektor – wieder für westliche Investitionen zu öffnen, verbunden mit moderaten sozialen Lockerungen im Inland“, sagte der Washingtoner Nahostexperte Reza Parchizadeh unserer Redaktion. „Der religiöse Charakter des Systems bliebe erhalten, aber mit einer pragmatischeren Haltung gegenüber den iranischen Bürgern wie auch gegenüber der Außenwelt. (…)
Bei einer Tötung des Obersten Führers ist damit zu rechnen, dass die Revolutionsgarden versuchen, ihre Pfründe zu sichern. Zwar gibt es auch bei den Garden verschiedene Flügel. Doch die Hardliner sind in den letzten Jahren stärker geworden. „In diesem Szenario überlebt das System ohne einen Obersten Führer als dominante religiöse Figur und entwickelt sich stattdessen zu einem offen militarisierten Regime. Ideologisch könnte dies eine Verlagerung hin zu einer nationalistischeren Version des militanten Islamismus anstelle einer rein religiösen Herrschaft bedeuten“, betont der Irananalyst Parchizadeh. „Ein solches Regime würde wahrscheinlich von Russland und China unterstützt werden und weiterhin die Strategie der iranischen Achse des Widerstands verankern, auch wenn seine Rhetorik und interne Machtstruktur zur Optimierung angepasst würden. (…)
Für einen von außen ausgelösten Zerfall des Systems bedarf es wohl eines perfekten Sturms. Über einen längeren Zeitraum müssten mehrere Führungspersonen der verschiedenen Machtzentren des Regimes und der Revolutionsgarden immer wieder ausgeschaltet werden. Zudem müsste sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlimmern, die Protestwelle der Bevölkerung erneut anschwellen und stark bleiben, während sich die derzeit fragmentierte Opposition besser organisiert.“ (22)
Abzuwarten bleibt, welche Rolle der Schiismus nach dem Sturz dieser Theokratie im Iran noch spielen wird. Was wird aus den ollen Tschador-Omas?
Militärische Kommandozentrale in Teheran
Neben dem zivilen Regierungsbunker LAVIRAZ 3 verfügt das Regime noch über weitere Führungsbunker für das Militär. Dazu zählt beispielsweise die gemeinsame Kommandozentrale des Generalstabs der Streitkräfte („Artesch“) und der Islamischen Revolutionsgarde („Pasdaran“), das „Khatam al-Anbiya Central Headquarters - PBUH“ (KCHQ oder KACHQ) (dt.: „Der Hauptsitz des Siegels der Propheten - Friede sei mit ihm“) in Teheran (Koordinaten: 35.70778,51.44028). Dieses Kommando wurde ursprünglich 1983 während des ersten Golfkrieges gegen den Irak als Kommandozentrale der Streitkräfte aufgebaut; im Jahr 2016 wurde es reorganisiert zu einer gemeinsamen Kommandozentrale von Streitkräften und Pasdaran. Hier werden das Lagebild erstellt, die Operationspläne entwickelt und die (Raketen-)Streitmacht eingesetzt.
Der frühere Kommandeur Generalmajor Gholam Ali Rashid wurde am 13. Juni 2025 durch einen israelischen Luftangriff getötet. Bei diesem Angriff starben mehrere hohe Generäle: der Generalstabschef Mohammed Bagheri, der Kommandeur der Pasdaran Hussein Salam, der Chef der Luftwaffe der Pasdaran Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh und der Nuklearphysiker Fereidun Abbassi, ein früherer Chef des Atomprogramms.
Diesen Bombenangriff hatten die Israelis jahrelang vorbereitet. Ein israelischer Beamter sagte gegenüber „Fox News“:
„Wir haben gezielte Massnahmen ergriffen, um mehr über sie zu erfahren, und diese Informationen dann genutzt, um ihr Verhalten zu beeinflussen. Wir wussten, dass sie sich dadurch treffen würden – aber noch wichtiger: Wir wussten, wie wir sie dazu bringen konnten, dort zu bleiben.“ (23)
Nachfolger von General Rashid wurde Brigadegeneral Ali Shadmani, der vier Tage später ebenfalls bei einem Luftangriff getötet wurde. Derzeitiger Kommandeur des KCHQ ist Ali Abdollahi Aliabadi. (24) Als sein Stellvertreter fungiert seit November 2025 der frühere Heereschef Brigadegeneral Kioumars Heidari.
Hinzu kommt noch die Zentrale der Luftverteidigung auf der Khatam al-Anbiya Air Defense Base in Teheran unter dem Kommando von Brigadegeneral Alireza Elhami (Amtsantritt: Dezember 2025), etc..
U.S.-Absprache mit Israelis
Schon im Juni 2025 verfolgten die israelischen Streitkräfte das Ziel Chamenei zu töten. Der „haMosad leModi'in waLeTafkidim Mejuchadim“ (Mossad) konnte die Aufenthaltsorte und Lebensgewohnheiten der iranischen Führungsspitze ausgiebig ausforschen. Dazu trugen vermutlich auch Agenten bei, die die Israelis im Umfeld der Spitzenfunktionäre anwerben konnte. Außerdem orteten die Israelis die Handys der Bodyguards, Fahrer und Adjutanten der Führungsfunktionäre. (25) So griffen die Israelis Ali Schamkhani an, den wichtigsten Berater Chameneis in Atomfragen. Zwar überlebte Schamkhani, aber sein linkes Bein musste amputiert werden. Allerdings verfügten die Israelis nicht über das Militärpotential, um den Führungsbunker in die Luft zu sprengen oder Chamenei gefangen zu nehmen, dies könnten nur die USA.
Israel Katz, seit November 2024 israelischer Verteidigungsminister, klagte:
„He was a legitimate target for elimination, but it wasn´t possible this time around. (…) Khamenei understood this. He went deep underground to great depths, and even broke off contact with the commanders.”
So lehnte der U.S. Präsident im letzten Jahr noch einen Anschlag auf Chamenei selbst ab: „Wir wissen genau wo sich der sogenannte `Oberste Führer` versteckt hält. (…) Er ist ein leichtes Ziel. (…) Wir werden ihn nicht ausschalten, zumindest nicht im Moment.“ (26) Stattdessen forderte Trump Chamenei vergeblich auf, das iranische Atomprogramm zur Anreicherung von Uran235 innerhalb von zwei Monaten einzustellen.
Am 22. Januar 2026 gab sich Trump noch zurückhaltend: „Wir haben viele Schiffe in diese Richtung geschickt, nur für den Fall. (…) Mir wäre es lieber, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau." (27)
Am Samstag, den 24. Januar 2026, trafen sich die amerikanischen Gesandten Stephan Charles „Steve“ Witkoff und Jared Kushner mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Israel. Zur gleichen Zeit traf sich Stab des CENTCOM unter Führung von Admiral Brad Cooper in der israelischen Kommandozentrale „(Ha-)Kirya“ in Tel Aviv (Kaplan Straße) mit der Führungsspitze der Zva ha-Hagannah lə-Jisraʾel (Zahal) unter Führung des Generalstabschefs Generalleutnant Eyal Zamir (Amtszeit: seit 5. März 2025). An dem Gespräch waren auf israelischer Seite auch der Chef des Militärgeheimdienstes Agaf haMōdīʿīn (Aman) Generalmajor Shlomi Binder (Amtszeit: seit 1. September 2024) und der Chef der Operationsabteilung des Generalstabes, Generalmajor Itzik Cohen (Amtszeit: seit 5. März 2025), beteiligt. Vermutlich wurden dort letzte Absprachen bzgl. eines (gemeinsamen) Angriffs den Iran und der entsprechenden Maßnahmen zur Abwehr eines Gegenangriffes getroffen. (28)
Nachdem der Iran im Juni 2025 mit rund 550 Raketen und über 1.000 Drohnen angegriffen hatte, rechnet man jetzt mit einem noch größeren Gegenangriff, der sich insbesondere gegen Israel richten wird. Es ist daher anzunehmen, dass Amerikaner und Israelis auch über den Einsatzstatus der israelischen Atomstreitkräfte gesprochen haben.
U.S. Vertreter erklärten, dass Präsident Trump noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe, aber sie sicherten ihren israelischen Kollegen zu, bis Samstag, den 31. Januar, werde der U.S. Truppenaufmarsch für einen potentiellen Angriff abgeschlossen sein. (29)
Am letzten Januarwochenende wollte die U.S. Regierung in Washington auch noch einmal mit einer saudischen und einer israelischen Delegation aus Militärs und Geheimdienstlern sprechen.
Am 28. Januar 2026 wurde Hamidresa Sabet Esmailpur gehängt. er war im April 2025 wegen angeblicher Spionage und Sabotagevorbereitungen für den israelischen Mossad festgenommen worden. (30) Mit der Hinrichtung könnte – nach Donald Trump – nun ein Vorwand für einen „casus belli“ gegeben sein.
Möglicher Angriff
Am 24. Januar 2026 macht Trump deutlich, dass er seine Meinung bzgl. des Überlebens von Chamenei geändert hatte: „It´s time to look for new leadership in Iran.“ (31)
Eine Zerstörung des Regierungsbunkers ist prinzipiell auf zwei Wegen möglich: entweder durch einen Luftangriff oder durch Sabotage. So könnten amerikanische Stealth-Bomber B-2A SPIRIT das Zielobjekt mit großkalibrigen Lenkbomben (Guided Bomb Unit) GBU-57A/B Massive Ordnance Penetrator (MOP) angreifen. Bei einer Länge von 6,2 m und einem Durchmesser von 0,88 m haben diese Bomben ein Eigengewicht von ca. 13,607 Tonnen. Der Bombenkörper enthält eine Füllung aus 2,4 t hochbrisantem Sprengstoff M6. Als „earth penetrator“ können die gehärteten Bomben bis zu 60 Meter tief in Fels/Beton eindringen, bevor sie detonieren. Gegebenenfalls hinterlassen die Bomben an der Einschlagstelle einen „Mondkrater“.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass – wie im Falle der kürzlichen Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicholás Maduro Moros - die 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) „NIGHT STALKERS“ mit ihren Stealth-Hubschraubern ein Sturmkommando des 1st Special Forces Operational Detachment-Delta (Airborne) (1st SFOD-D (A) oder Delta Force) vor Ort absetzt. Diese setzten dann die feindliche Schutzmannschaft durch ihre Ultraschall/Mikrowellenkanonen, die Donald Trump scherzhaft „Discombobulator“ nannte, (32) außer Gefecht, um die Wachmannschaft dann mit ihrer Spezialmunition zu liquidieren. Zielperson Chamenei und seine Entourage werden dann gekidnappt, der fast leere Bunker durch die Luftwaffe dauerhaft zerstört.
Sollte Donald Trump den Befehl zur Ermordung von Ali Chamenei erteilen, was nach amerikanischem Recht nicht erlaubt ist, haben die Iraner angekündigt, Trump auch zu töten. Unklar ist, in welchem Umfang diese Drohung Trump bei seiner Entscheidungsfindung beeinflusst, schließlich inszeniert sich Trump gerne als Gernegroß, hat sich aber seinerzeit vor dem Militärdienst gedrückt, denn dieser hätte ja gefährlich werden können, und das mag Donald nicht. Seit dem Mordanschlag durch Thomas Matthew Cook am 13. Juli 2024 in Butler (Pennsylvania) fürchtet Trump um sein Leben. (33)
U.S. Außenminister Marco Rubio drohte am 28. Januar in einer Anhörung des Kongresses bei Gefahr eines iranischen Präventivschlages mit einem amerikanischen Präemptivschlag:
“On the issue of our presence in the region, here’s the baseline I want to set for everybody. (…) The baseline is this: we have 30,000 to 40,000 American troops stationed across eight or nine facilities in that region. All are within the reach…of an array of thousands of Iranian one-way UAVs and Iranian short-range ballistic missiles that threaten our troop presence.
We have to have enough force and power in the region just on a baseline to defend against the possibility that at some point, as a result of something, the Iranian regime decides to strike at our troop presence in the region. (…) The president always reserves the preemptive defensive option. In essence, if we have indications that, in fact, they’re going to attack our troops in the region, to defend our personnel in the region.
And so I think it’s wise and prudent to have a force posture within the region that could respond and potentially, not necessarily what’s going to happen, but if necessary, preemptively, prevent the attack against thousands of American servicemen and other facilities in the region and our allies.” (34)
Der iranische Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf warnte und drohte zugleich: „Vielleicht kann Herr Trump einen Krieg beginnen. Aber er hat keine Kontrolle über das Ende.“
Möglicher Gegenangriff
Die Mullahs ließen in ihrem schiitischen Blutrausch innerhalb weniger Tage schätzungsweise 36.500 Iraner massakrieren, dies berichteten anonyme Informanten aus dem iranischen Gesundheitsministerium zum „bodycount“. Es gab so viele Tote, dass die Vorräte an Leichensäcken nicht ausreichten. Statt mit Leichenwagen mussten die Todesopfer mit Lkw-Tiefladern abtransportiert werden. Da die Leichenhallen überfüllt waren, mussten die Opfer irgendwo verscharrt werden, so dass die genaue Anzahl nicht ermittelt werden konnte. Um die Zahl der Todesopfer geheim zu halten, verlangen die Behörden von den Hinterbliebenen horrende Gebühren, die diese gar nicht aufbringen können.
Viele hatten Kopfschüsse oder Gesichtsverletzungen durch Schrottkugeln. An mindestens drei Protestorten (Teheran, Isfahan und Sabzewar) setzten die „Sicherheitskräfte“ chemische Waffen ein. Nun müssen die Symptome Aufschluss über die Identität des Kampfstoffes geben:
“Alan Fotouhi, a physician and professor of clinical pharmacology based in Sweden, told Iran International that the symptoms described by witnesses did not match those typically associated with standard tear gas.
He said the pattern of symptoms, severity of harm and persistence of effects differed from what is normally observed with conventional tear gas exposure.
Fotouhi said the reported effects could result from a combination of high-dose tear gas and other highly irritating chemical substances, but said identifying the exact materials would require laboratory analysis.” (35)
Hinzu kamen die zahllosen Verletzten, die z. T. in Krankenhäuser verbracht wurden, wo die medizinischen Kapazitäten – trotz Triage – nicht ausreichten. Viele Verletzten wurden dort umgebracht, sind einfach verreckt oder wurden von Sicherheitskräften in den Hospitälern gekidnappt und an geheime Orte verschleppt. So wurde der iranischen Ärztin Shabnam Fahimi-Weber, die für die NGO „ParsiMed“ in Essen arbeitet, folgendes berichtet:
„Fahimi-Weber berichtet von subtilen Methoden, mit denen Menschen in den Krankenhäusern getötet würden. „Ärzte werden gezwungen, Kalium zu verabreichen“, sagt sie. Und zwar in einer Dosis, die Tage später zu schweren Nebenwirkungen bis hin zum Herzinfarkt führe. „Die Menschen sterben dann drei Tage, nachdem sie aus der Klinik entlassen wurden.“
Ein anderes Mittel sei hoch dosiertes Paracetamol, kombiniert mit Präparaten, die wie ein Katalysator wirken. Das schädige Leber und Niere bis hin zu inneren Blutungen und zum Tod. „Menschen, die diesen schleichenden Tod sterben, kommen in keiner Statistik vor“, erklärt die Ärztin die Motivation des Mullah-Regimes, mit diesen subtilen Methoden, den Hinrichtungen auf Zeit, die Bevölkerung zu terrorisieren. (…)
Die Menschen verenden wie ein verwundetes Tier.“ (36)
Auch zu der Zahl der Gefangenen gibt es keine zuverlässigen Angaben. In den Medien wurde eine Zahl von 40.887 Personen genannt. (37) So viele freie Gefängnisplätze hat der Iran gar nicht und es stellt sich die Frage, wo die Häftlinge abgeblieben sind.
Nach dem Einsatz von Giftgas droht das Regime möglicherweise mit einem Präventivschlag und möglicherweise- mit einer sogenannten „schmutzigen Bombe“ aus radioaktivem Material. Zwar ist der Iran keine Atommacht, aber immerhin ein Atomwaffentechnologiestaat, der über die entsprechenden Kenntnisse und Möglichkeiten verfügt. (38)
So hat der Iran genügend Atommüll unterschiedlichster Isotope aus seinen beiden Atomreaktoren angesammelt - dem „Tehran Research Reactor“ in Teheran und dem „Nirugāh-e atomi-ye Bušehr“ in Buschehr, der als Druckwasserreaktor der deutschen „Kraftwerk Union AG“ begonnen wurde und als russischer Typ „Vodo-vodjanoj ėnergetičeskij reaktor (VVER) V-446“ fertiggestellt wurde. Hinzu käme hochkonzentriertes Uran aus seinen Anreicherungsanlagen in Fordo und Natanz. Trotz der amerikanischen Angriffe auf beide Anlagen im Juni 2025 konnten die Iraner zuvor noch etliche Lkws mit 400 kg hochangereichertem Uran-235 abtransportieren.
Auch Terroranschläge gegen amerikanische Politiker, Militärs oder Fußballer sind möglich durch die al-Quds-Brigade der Pasdaran oder die Niruyeh vizhe der Streitkräfte. So drohten die Iraner mit einem „totalen Krieg“ (engl.: „all-out war“). (39) Ein Vertreter des iranischen Regimes warnte: „Der Nahe Osten wird zusammenbrechen.“ Dazu führte er gegenüber „Newsweek“ weiter aus:
„Ein Staatskollaps, der unmittelbar zu einem regionalen Kollaps führen wird, ist etwas, das die Israelis gern sehen würden. (…) Dabei geht es nicht nur darum, das herrschende System in Iran zu stürzen. Ein regionaler Kollaps liegt in niemandes Interesse. Die einzige Partei, die von einem solchen regionalen Kollaps profitieren würde, ist Israel. (…) Deshalb hat sich jeder außer Israel gegen eine militärische Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ausgesprochen. (…) Diplomatie ist die beste Option, die wir haben; die Alternativen sind so unattraktiv.“ (40)
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi prognostizierte eine „umfassende Konfrontation“, die „mit Sicherheit die weitere Region erfassen und Auswirkungen auf normale Menschen rund um den Globus haben“ werde.
Am 11. Januar erklärte U.S. Präsident Trump, die Iraner hätten angerufen, sie wollten verhandeln. (41) Der amerikanische Präsidentenberater Steve Witkoff bestritt am 21. Januar in Davos (Schweiz), dass es Konfliktgespräche mit den Iranern gab. (42) Dann hieß es, es gäbe zwar keine offiziellen Verhandlungen aber informelle Kontakte zwischen dem amerikanischen Präsidentenberater Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi. Trump sprach am 26. Januar erneut davon, die Iraner wollten verhandeln. (43) Nur zwei Tage später ließ Außenminister Araqchi jedwede Kontakte dementieren. (44) Dennoch hielt Donald Trump, vielleicht um sich selbst Mut zu machen, an der theoretischen Möglichkeit einer Verhandlungslösung fest. Am 30. Januar erklärte er im Kennedy-Center in Washington: „Wir haben viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die gerade in Richtung Iran unterwegs sind, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten.“ (45)
In einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erklärte Irans Präsident Massud Peseschkian am 28. Januar, sein Land stehe jedem Prozess, der Krieg verhindern könne, positiv gegenüber. (46)
Es stellt sich die Frage, ob beide Seiten tatsächlich an einer friedlichen Lösung im letzten Moment interessiert sind. Zu lange dauern die Auseinandersetzungen über das iranische Atomprogramm schon an, zu verschieden sind die Positionen. Auch kann sich die U.S. Regierung die Massaker der iranischen Regierung an der iranischen Bevölkerung nicht einfach ignorieren, obwohl die Massaker vielleicht nur ein Vorwand sind, um das iranische Militärpotential zu zerstören. Es besteht die Gefahr, dass beide Seiten nur ein Verhandlungsangebot unterbreiten, nur um - post-conflictum - behaupten zu können, man selbst hätte ja vor dem Krieg alles versucht, um einen Waffengang zu vermeiden.
Kriegsziele
Der amerikanische Diplomat Jeffrey David Sachs, emeritierter Professor von der Columbia University, stellte die offiziell von Washington angegebenen Kriegsziele in Frage und präsentierte seine Version einer „Weltverschwörung“:
„Dies ist ein Krieg im Auftrag der rechtsextremen Regierung Israels. Ziel ist es, Israels regionale Hegemonie im Nahen Osten zu etablieren und jegliche Forderungen nach einem unabhängigen palästinensischen Staat als UN-Mitgliedstaat zu unterdrücken. Es geht nicht um das iranische Atomprogramm, da dieses durch den JCPOA geregelt war, den die USA abgelehnt haben. Es geht auch nicht um das Vorgehen des Regimes gegen Proteste, da US-Finanzminister Bessent in Davos bereits zugegeben hat, dass die USA die Proteste durch den Währungsabsturz im Iran provoziert haben. Vergangenes Jahr sagte Bundeskanzler Merz, Israel erledige Europas Drecksarbeit, indem es den Iran angreife. Das ist vulgär. Der Iran hatte friedlich mit Deutschland verhandelt, und es waren die USA, die das Abkommen gebrochen haben. Bundeskanzler Merz sollte dem deutschen Volk die Wahrheit sagen. (…)
Es steht viel auf dem Spiel. Israel beansprucht die Hegemonie über den Nahen Osten, und die USA beanspruchen die Hegemonie über Amerika, Europa, den Nahen Osten und weite Teile Asiens. Sowohl Israel als auch die USA sind in ihrem gewaltsamen Machtstreben verblendet. China und Russland werden diplomatisch dagegenhalten, indem sie die meisten Schwellenländer – mit Ausnahme derer mit US-Militärbasen, die faktisch unter US-Besatzung stehen – auf ihre Seite ziehen. (…)
Israel und die USA haben den Nahen Osten bewusst zu einem Schlachtfeld gemacht – von Libyen über Somalia, Sudan, Palästina, Libanon, Syrien, Irak und Jemen bis hin zum Iran. Gewinner sind die militärisch-industriellen Komplexe der USA, Europas und Israels.“ (47)
Jedenfalls scheint ein „regime change“ im Moment kaum in Frage zu kommen, da die USA dafür das Land besetzen müssten. Dieses Potential können und wollen sie derzeit nicht aufbieten. Als Alternative können die USA darauf spekulieren, einen Machtwechsel zu erzwingen, indem sie die politische und militärische Führungsspitze des Landes ausschalten und den repressiven Staatsapparat zerschlagen, sodass die Bevölkerung erneut massenhaft und spontan auf die Straße geht, um das angeschlagene Regime restlos zu beseitigen.
Außerdem stehen auf der Zielliste der USA die Atomanlagen (Ardakan, Fordow, Isfahan, Natanz,...), die Raketen- und Drohnenstellungen (Lorestan, Kermanshah, Hormozgan,…), die Luftstützpunkte (Doshan Tappeh, Hamadan, Oghab 44, Omidiyeh, Tabriz,…) sowie die Radar- und Raketenstellungen des iranischen Luftverteidigungstruppen (Niruye Pədâfənde Həvâyiye Ərteše Jomhuriye Eslâmiye Irân). (48)
Ende Januar verlegte eines von zwei vorhandenen Aufklärungsflugzeugen vom Typ WC-135R CONSTANT PHOENIX der 45th Reconnaissance Squadron der Offutt AFB (Nebraska) in den Nahen Osten. (49) Bei der WC-135R handelt es sich um einen sogenannten „sniffer“. Das Flugzeug durchfliegt einen bestimmten Luftraum und sammelt über einen Sensor Luftproben ein, die dann auf eine radioaktive Kontamination untersucht werden. Dieses „Nuclear Detecting“ (NUDET) dient normalerweise der Überwachung des Atomtestabkommens und dem Umweltschutz. Dass das Flugzeug hier eingesetzt werden soll, muss überraschen. Der Grund ist einfach: Die USA planen offenbar einen so massiven und nachhaltigen Angriff auf die iranischen Atomanlagen, dass mit der Freisetzung der dort vorhandenen Radionuklide (Uran-235, Uran-238, Uranhexafluorid, etc.) gerechnet werden muss. Auch eine Zerstörung des israelischen Atomreaktors in Dimona durch einen iranischen Raketenbeschuss erscheint möglich. Dadurch kommt es zu einem regionalen, radioaktiven Fallout, der durch das Spezialflugzeug gemessen und lokalisiert werden soll. Die entsprechenden Erkenntnisse gehen dann an das Detachment 1 des Air Force Technical Applications Center (AFTAC) auf der Patrick Space Force Base (Florida). Eine entsprechende Meldung geht als „Operational Report“ mit der Kopfzeile „OPREP-3 PINNACLE BENT SPEAR Top Secret SCI“ direkt an den U.S. Präsidenten als Commander-in-Chief (CinC). (50)
Gemäß der Bodentopographie bilden sich „hotspots“ erhöhter Strahlung, die die Gesundheit der lokalen Bevölkerung bedrohen können. In den Wochen und Monaten nach dem Konflikt breitet sich der atmosphärische Fallout immer weiter aus, wobei seine Strahlungswerte beständig abnehmen. Am Ende wären auch solch unterschiedliche Länder wie die BRD, Russland oder Pakistan betroffen. Die hochsensiblen Sensoren der radiologischen Messstationen in diesen Ländern (z. B. die Messstation des Bundesamtes für Strahlenschutz auf dem Berg Schauinsland im Schwarzwald) würden diese leichte Erhöhung der Strahlungswerte der natürlichen Hintergrundstrahlung registrieren, die Bevölkerung wird davon aber nichts mitbekommen.
Der rechtsextreme, kriegsgeile Ministerpräsident Israels, Benjamin Netanjahu, freut sich: „Wir verändern das Gesicht des Nahen Ostens. (…) Eines ist klar: Egal, was geschieht – Iran wird nicht zu dem zurückkehren, was es war.“ (51)
Quellen:
(1) https://vinnews.com/2025/06/19/israeli-strikes-hit-tehrans-lavizan-
neighborhood-amid-reports-of-bunker-targeting/
(2) https://en.wikipedia.org/wiki/Supreme_National_Security_Council
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Modschtaba_Chamenei
(4) https://www.sueddeutsche.de/politik/iran-chamenei-aschura-sieg-bunker-
israel-li.3280605
(5) https://www.morgenpost.de/politik/article409295495/irans-fuehrer-schickt-
verstoerende-drohung-aus-dem-bunker.html
(6) https://www.srf.ch/news/international/proteste-im-iran-bei-regimekollaps-
chamenei-plant-angeblich-flucht-nach-moskau
(7) https://www.stern.de/lifestyle/leute/was-macht-eigentlich-farah-diba-3960808.html
(8) https://www.ncrius.org/topics/lavizan-3-revelation.html
(9) https://www.armscontrolwonk.com/archive/207579/lavizan-3/
(10) https://grokipedia.com/page/lavizan_shian
(11) https://www.iranwatch.org/iranian-entities/lavizan-shian-technological-
research-center
(12) https://www.ncrius.org/topics/lavizan-3-revelation.html
(13) https://foreignpolicy.com/2015/03/03/that-secret-iranian-nuclear-facility-you-
just-found-not-so-much/
(14) https://de.ncr-iran.org/news/kerry-erklaert-die-usa-pruefen-die-enthuellung-
einer-geheimen-iranischen-nuklear-anlage-durch-den-ncri/
(15) https://www.iranwatch.org/library/governments/united-states/executive-branch/
central-intelligence-agency/cia-director-brennan-discusses-irans-nuclear-program-
fox-news-sunday
(16) https://www.iranwatch.org/iranian-entities/shahid-alamolhoda-industries
(17) https://www.kabulpress.org/article85229.html
(18) https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1992-05-01-mn-1255-story.html#:~:text=Iran%20signed%20the%20Nuclear%20Non,collapse%20of%
20the%20Soviet%20Union.
(19) https://www.aol.de/angst-us-angriff-irans-oberster-125209672.html
(20) https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%E2%80%93Israel_war
(21) https://www.morgenpost.de/politik/article410978445/iran-trump-zielt-auf-
ali-chamenei-zwei-szenarien-sind-wahrscheinlich.html
(22) https://www.morgenpost.de/politik/article410978445/iran-trump-zielt-auf-ali-
chamenei-zwei-szenarien-sind-wahrscheinlich.html
(23) https://www.blick.ch/ausland/so-lockte-israels-geheimdienst-mossad-die-
iranische-militaerelite-in-die-bunkerfalle-eine-operation-fuer-die-geschichts
buecher-id20959726.html
(24) https://en.wikipedia.org/wiki/Ali_Abdollahi_Aliabadi
(25) https://themedialine.org/headlines/israeli-hack-of-iranian-bodyguards-phones-
led-to-strike-on-tehran-bunker-nyt/
(26) https://www.morgenpost.de/politik/article409295495/irans-fuehrer-schickt-
verstoerende-drohung-aus-dem-bunker.html
(27) (25) https://www.n-tv.de/politik/US-Flugzeugtraeger-Abraham-Lincoln-erreicht-
Ziel-im-Nahen-Osten-id30287357.html
(28) https://www.timesofisrael.com/centcom-chief-reportedly-to-visit-israel-on-
saturday-amid-us-military-buildup-in-mideast/
(29) https://de.euronews.com/2026/01/26/iran-usa-israel
(30) https://www.n-tv.de/der_tag/Iran-richtet-angeblichen-Israel-Spion-hin-id
30294469.html
(31) https://edition.cnn.com/2026/01/28/politics/trump-threats-iran-nuclear-
program-military-strike
(32) https://nypost.com/2026/01/24/us-news/trump-reveals-to-the-post-
secret-discombobulator-weapon-was-crucial-to-venezuelan-raid-on-maduro
(33) https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_auf_Donald_Trump
(34) https://www.twz.com/news-features/destroyer-electronic-surveillance-jet-
joins-u-s-forces-massing-in-middle-east
(35) https://www.iranintl.com/en/202601235991
(36) https://www.morgenpost.de/politik/article411031724/die-menschen-
verenden-in-den-kliniken-wie-ein-angeschossenes-tier.html
(37) https://www.stern.de/politik/ausland/iran--bis-zu-30-000-tote--behoerden-
mit-leichen-beseitigung-ueberfordert-37073968.html
(38) https://defence-network.com/schmutzige-bombe-iran-droht-usa-und-israel/
(39) https://shafaq.com/en/Middle-East/Israel-says-US-forces-nearing-
readiness-for-Iran-strike
(40) https://www.fr.de/politik/iran-warnt-vor-staatskollaps-der-nahe-osten-
wird-zusammenbrechen-zr-94138617.html
(41) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/donald-trump-iran-proteste-
ve2handlungen-100.htm/
(42) https://reporteri.net/de/Botschaft/Boot/Witkoff--wir-f%C3%BChren-
keine-Gespr%C3%A4che-mit-dem-Iran./
(43) https://www.axios.com/2026/01/26/trump-iran-deal-strike-protests
(44) https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-says-it-didnt-request-
negotiations-with-us-foreign-minister-says-2026-01-28/
(45) https://www.handelsblatt.com/politik/international/nahost-usa-drohen-mit-
militaerschlag-iran-kuendigt-schiessuebung-der-marine-an/100136895.html
(46) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/lage-iran-proteste-100.html
(47) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/jeffrey-sachs-china-wird-
keinen-krieg-gegen-die-usa-im-iran-fuehren-li.10016686
(48) https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_Republic_of_Iran_Air_Defense_Force
#:~:text=the%20IRIADF%20utilizes%20various%20air,within%20the%20airspace
%20of%20Iran
(49) https://x.com/MarioNawfal/status/2017014896211480834
(50) https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_military_nuclear_incident_terminology
(51) https://www.fr.de/politik/iran-warnt-vor-staatskollaps-der-nahe-osten-
wird-zusammenbrechen-zr-94138617.html